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Nimm dir doch ’nen Tee

Manche Sachen brauchen irgendwie Zeit. Das habe ich im letzten halben Jahr schon des Öfteren bemerkt, aber es scheint sich dabei eher um eine Regel als um eine Ausnahme zu handeln, wie ich mittlerweile glaube.

Dabei beziehe ich den Faktor Zeit gar nicht mal auf meine Rückenschmerzen, die mich seit mittlerweile vollen zwei Wochen und heute mal wieder besonders nerven, sondern vielmehr auf Medienkram. Auf Bücher, Hörbücher, Filme – und auf Rollenspiele.

Im bestehenden und anhaltenden Nostalgie-Flash habe ich in letzter Zeit öfter mal nach einem Buch, Hörbuch oder Film „von damals“ gegriffen. Eigentlich war ich darauf vorbereitet sowas zu denken wie „Ach, du lieber Himmel! Das ist ja sooo schlecht!“, gerade bei den Filmen. Aber ich habe überrascht festgestellt, dass das Gegenteil der Fall ist.

Und just habe ich mein „Changeling, the Lost“-Grundregelwerk aus dem Regal gefischt. Das hat eine längere Geschichte. Sowohl, dass ich es jetzt aus dem Regal gefischt habe als auch die Tatsache, dass auch dieses Spiel Zeit gebraucht hat bei mir. Ich probiere beides in relativer Kürze:

Changeling mag ich sowieso. Ich mochte „Changeling, the Dreaming“ (CtD) immer total gerne und hab mich auch zeitnah auf „Dark Ages: Fae“ (DA:F) sowie auf „Changeling, the Lost“ (CtL) gestürzt. Mit unterschiedlichem „Erfolg“, will ich mal sagen.

CtD hab ich sowohl gespielt als auch geleitet, was alles andere als einfach war, da kaum jemand sich für das System interessiert hat und diese ganze „Doppellagigkeit“ des Ganzen nicht verstanden hat, sich nicht reindenken oder ihr sonstwie nichts abgewinnen konnte. Ich fand das immer sehr schade, auch wenn ich das teils nachvollziehen konnte. Zu CtD sind bestimmt 30 Bücher erschienen, wobei ich die Unterschiede allein im Grundregelwerk zwischen der ersten und zweiten englischen und der einzigen deutschen Ausgabe immer schon recht verwirrend fand. Sooo viel Material – und trotzdem so viel, das mir irgendwie immer fehlte oder mir irgendwie spanisch vorkam, also unklar. Hat meinem persönlichen Spaß allerdings keinen Abbruch getan.

Bei DA:F hab ich mich eher mitreißen lassen von zwei Leuten. Da war damals auch eine Runde geplant, aber … ich hab das einfach nicht auf die Kette bekommen. Das erschien mir alles so fremd und so anders, dass ich mich da überhaupt nicht reindenken konnte. Ich bin quasi schon an der Charaktererschaffung gescheitert bzw. nur mit Hilfestellung da durchgekommen, soweit ich mich erinnere. Ich hab einfach kein Bild davon bekommen, keine Vorstellung – und ohne Kopfkino kein Charakter.

CtL hab ich dann erst mal grob gelesen. Überflogen, hier einen Absatz komplett, dort ein Thema vollständig. Bilder geguckt – und mich stark an DA:F erinnert gefühlt. Hatte mein Bild vom Spiel dann erst mal durch weitere Meinungen (von drei Leuten, auf deren Meinung ich bei sowas eine ganze Menge gebe) komplettiert – und das Thema abgehakt. So vor etwa 1,5 Jahren ist das Interesse daran dann mal wieder hochgekommen. Ich hab wieder geblättert, wieder absatzweise gelesen, dann tatsächlich auch 2-3 kleine Ründchen gespielt. Dadurch hatte ich ein besseres Bild von dem Ganzen, und die Bezüge zu DA:F hatte ich eh längst schon wieder vergessen, was das Ganze weniger kompliziert für mich machte. Vielleicht hatte ich auch einfach andere Absätze beim Lesen erwischt, die das Bild auch noch mal mehr abrundeten.

Doch trotz aller Leseausflüge und dem eifrigen Verfolgen von diversen Forendiskussionen zum Thema: CtL konnte ich bisher nicht so wirklich greifen. Um Längen besser als DA:F (kein Kunststück) zwar, aber irgendwie … diese Sache mit dem Fetch („Doppelgänger“) … und dann diese seltsame Aufteilung von Seeming und Kiths, die dann doch irgendwie nicht den Kith-Gruppierungen aus CtD entsprechen … und bei den True Fae hatte ich immer das Gefühl, das seien jetzt die DA:F als durchgeknallte NSC. Aber vor allem – und das ist das Wichtigste für mich bei Rollenspielen – hab ich wieder keine Ideen dazu bekommen.

Die kurzen Runden haben tolle Einblicke gegeben, aber mir war trotzdem nie so klar, was zum Henker man da eigentlich spielen soll, was für Plots man damit so umsetzen können soll, oder anders: „wofür das gut ist“. Da blieb immer irgendwas für mich unklar.

Für den April hab ich einen Youtube-Stream zu Changeling in Planung, weil es immer noch besser ist, über was zu reden, wovon man wenig Ahnung hat als von etwas, wovon man gar keinen Plan hat. 😀 Trotzdem will man da ja gewissenhaft rangehen, also hab ich mir das CtL-Grundregelwerk einmal mehr aus dem Regal gezogen. Zugegebenermaßen auch, weil ich eine Idee für eine Runde hatte, von der ich hoffte, dass CtL das System sei, mit dem sich diese Idee am besten umsetzen ließe.

Und jetzt … jetzt verstehe ich überhaupt nicht mehr, wo mein Problem bislang lag. Ich habe quasi auf jeder einzelnen Seite tonnenweise Bilder und Ideen und NSC im Kopf und … und überhaupt! Nach aktuellem Stand (ich bin noch nicht ganz durch – und danach folgen ja noch die anderen Quellenbücher als Lektüre) könnte ich wahrscheinlich locker 3x/Woche CtL spielen oder leiten, und das mit verschiedenen Geschichten und Charakteren über 5 Jahre hinweg oder so. SOVIEL fällt mir dazu ein.

Keine Ahnung, wo das bislang alles vergraben war. Interesse war immer da. Muss wirklich die Zeit sein. Seltsam.

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