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31 Tage RPG-Quest, 23/31: Was für ein Gegenspieler ist dir besonders im Gedächtnis geblieben und was machte ihn für dich so besonders?

Die Antwort auf diese Frage ist irgendwie eine besonders persönliche – vielleicht, weil eben dieser Antagonist so besonders war?

g_31tage

In der Vampire-Tischrunde, der einzigen, an der ich jemals wirklich „richtig“ teilnahm, kam ich eine ganze Weile lang nicht richtig rein. Die Leute da waren zwar größtenteils nett, aber geschmissen wurde die Runde von den extrem ausgearbeiteten Hintergründen zum Ganzen seitens des SL und einem Vampire-Fan(atiker). Da liefen eeeewig lange Dialoge zwischen irgendwelchen NSC und diesem einen Charakter, bei denen ich gar nicht kapierte, worüber die da eigentlich redeten. Charaktere wie Spieler/SL waren gleichermaßen „drin“ im Metaplot des Ganzen, noch ein weiterer Mitspieler hatte die gesamte Palette der oWoD-Vampire-Bücher wohl eher gefressen als einfach nur gelesen, und ich wusste einfach GAR nicht, was ich inplay zu solchen Unterhaltungen hätte beitragen können.

Ich war in die sehr volle Runde quasi so reingeschlittert. Ich hatte keine sonderliche Ahnung von Vampire, von der laufenden (Kauf-)Kampagne schon gar nicht, und bei meinem Einstieg lief so einiges schief. So hatte ich brav einen 08/15-Charakter (für mich natürlich nicht) der zwölften Generation erstellt – und fand mich mit diesem plötzlich inmitten von Generation 7/8-Vampiren wieder, weil jeder seine Hintergrundpunkte natürlich in die Generation gesetzt hatte statt in Gefolgsleute und derlei. Immerhin kann man letzteres wegnehmen, ersteres nicht – aber dazu hab ich mich hier im Blog anfangs ja schon öfter ausgelassen.

In der Runde fühlte ich mich fremd. Und auch mein Charakter fühlte sich fremd. Ich hatte mir nämlich überlegt, eine noch recht junge Ravnos zu spielen, die quasi auf der Durchreise von Indien auch in Transsilvanien Station machte – wo sie auf die anderen traf. All diese politischen Geschichten, das Clansgerede und derlei, das musste ich gar nicht wissen, denn mein Charakter wusste das auch nicht. Und so standen wir auch imaginär lange Hand in Hand wie der Ochs vor’m Berg, mein Charakter und ich.

Besagter Antagonist tauchte in meiner zweiten Session mit dieser Runde bereits auf. Alle anderen kannten ihn, und sie hassten ihn. Ich verstand nicht, warum. Meine Ravnos verstand es noch weniger. Er war … anders. Er sah anders aus als die anderen Leute und Vampire hier, hatte trotz seiner hellen Haut etwas Orientalisches, etwas Exotisches – wie meine Inderin. „Der ist wie ich“, ließ ich sie denken, und so war sie mehr als begeistert, als er ihr einen Handkuss gab und mit ihr, mit IHR!, einen Handel ausmachte, mit dessen Hilfe die gesamte Gruppe auf ihrer Reise eine kleine Zeitersparnis bis zum nächsten Reiseziel erreichte.

Danach verschwand er erst einmal wieder von der Bildfläche. Meine Ravnos hingegen kämpfte weiter um einen Platz in ihrem Klüngel – und ich um einen in der Gruppe. Ich fand das ziemlich schwer und es gab so einige Unwägbarkeiten, auch da waren die Entwicklung von Charakter und Spielerin sich ziemlich ähnlich. Das gab sich irgendwann und die Ravnos machte erste Schritte in der Integration, kann man sagen – übrigens durchaus etwas schneller als die Spielerin dahinter selbst.

Ungefähr da war es, dass der Antagonist wieder auf der Bildfläche auftauchte, zunächst innerhalb eines eher ärgerlichen Zwischenereignisses, bei dem sich die Ravnos erstmals über die Dreistigkeit dieses Kerls ärgerte. Das nächste Mal hingegen tauchte er im Rahmen eines Solospiels auf, das ich wohl eher nicht vergessen werde – zumal das Unleben meiner Ravnos in diesem Zusammenhang wohl eher ein Ende gefunden hätte, wäre nicht genau dieser Antagonist helfend eingesprungen.

Es war Zeit für einen neuen Handel und zwar einen, bei dem die Ravnos mehr oder minder ihre Seele an diesen Antagonisten verkaufte – und das in relativem Bewusstsein, auf jeden Fall voller Überzeugung und, so könnte man sagen, geradezu bestehender Inbrunst. Sowas macht man aber nicht … schon gar nicht, wenn der Antagonist ein Setit ist …

Im Verlauf der Zeit hat meine Ravnos einen Hass gegen diesen Antagonisten entwickelt, der sogar zu einem starken, sie antreibenden Motor wurde. Sie ist längst darüber hinweg, ihm gefallen zu wollen. Nicht mehr ist übrig geblieben, als diesen Typen vom Angesicht der Welt endgültig tilgen zu wollen. Er wurde zu ihrer Nemesis.

Der Spielerin geht es da ein bisschen anders. Ich mag diesen Antagonisten noch immer und ich freue mich stets darüber, wenn er ins Spiel kommt, auch – oder weil? – er ein Riesenarschloch ist. Mich nervt, dass man da keine Schritte mehr erreichen kann (oder soll), es also noch weniger als magere Teilsiege gegen ihn gibt im Spiel. Aber er war besonders, er ist besonders – und er hat Charakter wie Spielerin in gewisser Weise doch ziemlich stark geformt und in jedem Fall mehr, als es jeder andere Gegner je getan hätte.

Hach ja … *seufz* … 😉

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