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31 Tage RPG-Quest, 7/31: Erzähl von deinem Lieblings-Rollenspielcharakter

Auf dieser Frage habe ich auch wieder eine ganze Zeit lang rumkauen müssen.

g_31tage

Spontan dachte ich, das sei nun der Tag, an dem ich meinen Vampire-Charakter genauer vorstellen sollte. Oder doch den Werwolf-Charakter? Doch umso länger ich darüber nachdachte, desto klarer wurde, dass es ein Shadowrun-Charakter ist.

Tinkerbelle, 2005 in der 3.01D entstanden, ist eine Drachentöter-Schamanin aus den Barrens. Sie sieht recht unterschichtmäßig-punkig aus, ist auch sehr „alternativ“, kann man sagen, zugleich ist sie aber „spießiger“ als andere Charaktere. Tinkerbelle liebt die Natur und vor allem Tiere über alles, und über alles meint, dass sie für beide jede Konsequenz in Kauf nimmt. Sie ist diesbezüglich nicht kompromissbereit, ist radikal, ist im Grunde das, was man durchaus als Ökoterroristin bezeichnen kann. Wer es nicht verdient, erhält auch keinen Respekt, manchmal nicht einmal eine Gnadenfrist. Für Freunde jedoch, für andere Aktivisten, für Tiere … da gibt sie ihr letztes Hemd, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken.

Tinkerbelle entstand damals mit folgenden Gedanken zum Hintergrund (muss ich tatsächlich abtippen, da ich die Infos nur auf einem archivierten Zettel habe):

Sherilynn wurde am 16.8.20xx geboren und ist 19 Jahre alt. Tinkerbelle ist ihr Spitzname, weil sie sich sehr für Mythen, Märchen und Geschichten interessiert. Bei ihrem Job (2x wöchentlich) in einem Seattler Kinderheim kommt ihr dieses Interesse sehr zu Gute.

Tinkerbelle hat bis zum ihrem 18. Geburtstag selbst in diesem Heim gelebt, nachdem ihre Eltern auf unerklärliche Weise verschwanden, als Tinkerbelle fünf Jahre alt war. Sie hat jedoch noch einen älteren Bruder, Jeff, der mittlerweile 27 Jahre alt ist.

Durch Jeff hat sie Kontakt zur Umweltschutzorganisation „Wild for Life“ bekommen, als sie noch recht jung war und er war es auch, der dafür sorgte, dass Tinkerbelle ihre magische Begabung, pflegt, schützt und erlernt, seit sie 16 Jahre alt ist.

Tinkerbelle ist selbst aktives Mitglied der Organisation, im Vergleich zu ihrem Bruder, da da eine lange Liste vorzuweisen hat, allerdings bislang nicht vorbestraft.

Sie träumt davon, irgendwann einmal einen eigenen Taliskrämerladen zu besitzen und alle Welt mit magischen Waffen zu versorgen, mit denen Umweltverschmutzung, Tierquälerei, Korruption und derlei endgültig der Garaus gemacht werden kann.

Tinkerbelle ist Idealistin, ziemlich verträumt, verspielt und auch ziemlich naiv, aber trotzdem sie keinen Schulabschluss hat und daher recht ungebildet ist, weder lesen noch schreiben kann, verfügt sie über ein gewisses Maß an praktischer und emotionaler Intelligenz und steht durchaus insofern mit beiden Beinen im Leben, dass sie weiß, was sie will und wie sie sich schützen kann. Sagen wir, sie kommt zurecht.

Sie lebt allein in einer kleinen Unterschichtwohnung am Rande der Barrens.

Allzu oft gespielt habe ich diesen Charakter leider nicht, aber es ist schon eigenartig, dass dabei eigentlich immer irgendwas ziemlich schief lief.

Das erste Mal trat sie in Aktion, als sie meine Bärengestaltwandlerin ersetzen sollte. Diese hatte ich eine Session zuvor gespielt, als noch nicht klar war, dass wir in dieser Besetzung nun regelmäßiger spielen würden. Da ich mit der Bärengestaltwandlerin nicht soooo gut zurecht kam, bastelte ich alternativ Tinkerbelle. Diese ging nun eines Tages in eine Kneipe, in der ein Öko-Aktivisten-Treffen stattfinden sollte, und zwar tagsüber, wo weniger los war. Es handelte sich um neue Aktivisten, die Tinkerbelle noch nicht kannte. Die Gruppe hingegen war vor Ort, weil sie ihren gerade erhaltenen Run besprechen wollten. Tinkerbelle hielt die Gruppe für die zu unterstützenden Aktivisten, derweil die Gruppe dachte, sie sei eine Bärenschamanin, eine Freundin von dieser oder irgendwas sonst, so dass gleich zu Anfang einiges an Verwirrung entstand. Diese Verwirrung fand ihren Höhepunkt kurz gesagt schließlich in einer Schlägerei und Tinkerbelle beschloss, es habe keinen Sinn, diese Aktivisten zu unterstützen, sondern das seien wohl einfach Leute mit einem Drogenproblem oder etwas in der Art.

Der zweite Auftritt fand bei einer spontanen Session mit nur zwei Spielern statt. Ein Mann mit einem Aktenkoffer am Handgelenk befand sich wie die Charaktere auch im Hafengebiet und wurde dort von Höllenhunden angegriffen. Der Sam ging in Aktion und machte sich daran, die Hunde zu zerschnetzeln, derweil Tinkerbelle eher auf Seiten der Hunde stand, diese unbedingt beruhigen und ihre Tötung verhindern wollte. Nach einiger Aufregung entzogen sich die Charaktere schließlich der (bis dahin so etwa 3 Spielstunden dauernden) Situation.

Die nächste Runde war eine Runde auf der Feen-Con. Es ging um den Eskort einer Gruppe zu einer Lichtung, wo es dann zum Zusammentreffen mit einer Banshee und einem ganzen Haufen Ghule kam. In diesem Run wurde Tinkerbelle verletzt und trotz medizinischer Sofortmaßnahmen für 10k Nuyen war lange unklar, ob sie bei diesem Run infiziert wurde oder nicht. Immerhin war dieser Run mit 6 Karma und 51.500 Nuyen nach Abzug der medizinischen Maßnahmen verdammt lukrativ.

Danach folgte eine Solo-Session, bei der Tinkerbelle durch eine Dryadenfreundin auf entflohene Tiere aus einem Labor aufmerksam gemacht wurde. Diese Erkenntnis erfolgte über ein paar Ecken, denn im Mittelpunkt stand zunächst der „Silberhund“, der den mühsam gehegten Garten der Kommune dort auseinander nahm und wiederholt auftauchte. Der Hund entpuppte sich als massiv vercybertes Tier mit extremem Aggressionspotenzial. Obwohl ihr alle davon abrieten, weigerte Tinkerbelle sich, den Hund einschläfern zu lassen und nahm ihn stattdessen mit sich. Es kostete so einiges an Karma, praktisch alle verfügbaren und später noch verdienten Nuyen sowie diverse Gegenstände, aber über eine ganze Zeit hinweg schaffte sie es, den Hund unter Kontrolle zu bringen und ließ ihn mehrfach operieren und „entcybern“. Eine sehr langwierige und mühsame Geschichte … die sich aber gelohnt hat.

Zu guter letzt folgte der Auftrag, Aufnahmen auf einem Chemietanker oder etwas in der Art zu machen. Tinkerbelle fungierte dabei (zum Start einer weiteren neuen Runde/Zusammensetzung) quasi als Johnson und rekrutierte einige Leute zur Umsetzung. Dummerweise wurde das Schiff während ihres Aufenthalts von Piraten gekapert und die Charaktere landeten erst mal in einer Diamantmine als Quasi-Sklaven, bis sie von dort ausbrachen und eine längere Geschichte rund um die Flucht, die Umgebung und den Wunsch, zurück in die Zivilisation zu gelangen, begann.

Ah, nee, später gab es noch eine kurze Story, die leider nie zu Ende gespielt wurde: Ein Auftrag führte (inplay Jahre später) nach Istanbul, wo die Session allerdings nach einem Kampf gegen ein paar Gangmitglieder endete und vornehmlich aus Termingründen niemals fortgesetzt wurde.

Und das war es eigentlich auch schon. Von der Spielzeit her also ein noch recht „kleiner“ Charakter, vor allem verglichen mit Charakteren, die ich konstant über/seit 2-3 Jahren spiele oder gespielt habe. Dennoch glaube ich, hat Tinkerbelle diesen Platz hier verdient.

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