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NEO, nWoD Dark Heroes, Tischrunde – „Patientenbericht“

Januar 2073 – Ort: Irgendwo in der rajahstanischen Wüste, Indien

Untersucht wurde mit vor allem konservativen Methoden auf Grund der aktuellen Lage unter japanischem Beschuss ein Humanoider, der sich selbst als Andorianer bezeichnet. Wenn nicht anders vermerkt, entsprechen die körperlichen Merkmale denen des Menschen.

Größe: 160cm

Gewicht: 96kg

Körpertemperatur: 19°C bei der Erstuntersuchung, seither recht konstant um 22°C

Blutdruck: konstant bei 130/90mmHg

Puls: 100-112 Schläge/min.

Atemfrequenz: 18-20 Atemzüge/min.

Nüchternblutzucker: 78-90mg/dl

Erscheinung:

Äußerlich fallen vor allem die starke und durchweg vorhandene Blaupigmentierung der Haut auf sowie am hinteren Teil des Os frontale, etwa 4mm vor der Sutura coronalis, ein lateral aufragendes und anterior weisendes Paar Tentakeln. Die Körperbehaarung ist spärlich, beschränkt sich primär auf den Kopfbereich und ist weiß.

Sacci frigus:

Proximal der Clavicula befindet sich ebenfalls paarig ein zusätzliches Organ, die ich bis auf weiteres als Sacci frigus bezeichnet habe. Eine Biopsie, aus Vorsicht und mit Rücksicht auf den lebenden Probanden nur von einer Stelle und in der Menge der Mindestspezifikationen entnommen, weist vor allem muskuläres Gewebe auf. Bei der Probe waren ausschließlich einzelne, mittelständige Zellkerne je Zelle zu finden. Histologisch sind ein gering ausgebildetes sarkoplasmatisches Retikulum sowie kleinere Zisternen als in den ebenfalls untersuchten Skelettmuskelzellen auffällig. Da auch Desmin in der Probe nachgewiesen werden konnte, liegt die Vermutung nahe, dass es sich bei diesen beiden Organen um dem Herzen ähnliches Gebilde handelt, die mittels Erregungsbildungssystem zentral gesteuert werden.

Hämatologie:

Nach den bislang möglichen Untersuchungen scheint die Hauptfunktion der Organe die Ausschüttung von Propantriol zu sein, das in stets hoher Konzentration im gesamten Organismus und im Blutspiegel nachgewiesen werden kann. In Anbetracht der niedrigen Körpertemperatur und dem merklich und vom Probanden immer wieder geäußerten Vorzug kühler Umgebungsfaktoren dient das Propantriol vermutlich dem Herabsetzen des Gefrierpunktes von Körperflüssigkeiten. Testen konnte ich dies bislang nur bei Blut, und hier zeigt sich in der Tat ein im Vergleich zum Menschen verändertes Gerinnungsverhalten. Die Gerinnung einzelner Bestandteile setzt bei -3°C ein. Nach Trennung der einzelnen Bestandteile unter Beibehalten des Propantriolgehalts lässt sich bislang insgesamt ein etwa um 10°C verringerter Gefrierzeitpunkt festhalten.

Eine Befragung des Andorianers ergab, dass es sich bei dem Heimatplaneten um eine sehr kalte Umgebung zu handeln scheint, die das Vorhandensein der entsprechenden Organe ebenso wie die innen liegende Hoden erklären könnte. Ob es sich hingegen bei der Hodenlage um eine für diese Art pathologische Anordnung handelt, konnte ich auf Grund der gegenwärtigen Situation und mangelnder Vergleichsmöglichkeiten noch nicht in Erfahrung bringen. Dies wäre zukünftig noch auszuschließen.

Die Blutuntersuchungen zeigen neben der hohen Propantriolkonzentration ein Hämocyaninvorkommen von 9,2mmol/l bis 9,8mmol/l. Die Zyanose des Andorianers ist somit als physiologisch zu betrachten. Das Blut enthält einen entsprechend hohen Kupferanteil. Die zu erwartende geringere Sauerstoffbildungskapazität spiegelt sich im Sättigungsgehalt bereits nach Belastung unter geringen Watt-Zahlen.

Exoskelett:

Evolutionär unter diesen Gesichtspunkten interessant ist das Vorhandensein schwerer Knochenplatten am Torso. Diese Platten sind beweglich und schieben sich den Erfordernissen entsprechend übereinander, sorgen insgesamt jedoch natürlich für einen etwas eingeschränkteren Bewegungsfreiraum, als dies bei Menschen der Fall ist. Das Körpergewicht des Probanden ist im Zusammenhang mit diesen Platten als unterdurchschnittlich einzuschätzen. Da bislang noch keine Knochendichtemessung vorgenommen oder ein ausreichendes muskuläres Training aufgenommen werden konnte, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage über die Ursache treffen. Eine Osteoporose ist ebenso auszuschließen wie auch eine Muskelatrophie, bevor weitere Schlüsse gezogen werden können. Auch der Ernährungszustand lässt sich unter den gegebenen Umständen nicht hinreichend beurteilen.

Bislang nehme ich an, dass diese Art ein stabiles Exoskelett angelegt hat, da es möglicherweise vorkommenden Raubtieren auf Grund der sich rasch abbauenden Sauerstoffsättigung nicht in ausreichendem Maß erfolgversprechend entkommen konnte. Hier fehlt jedoch die biologische Expertise, um Genaueres festzuhalten. Medizinisch zu beachten ist in jedem Fall die schwache Bindung der äußeren Hautschichten zu den darunter liegenden auf Grund der Knochenplatten, was die äußeren Hautschichten sehr druckempfindlich macht.

Auch hinsichtlich der Knochenplatten könnte die Histologie weitere Rückschlüsse ermöglichen, da ich auf Grund der bislang entnommenen Proben und durchgeführten Tests mit ziemlicher Bestimmtheit von einer verbesserten Kalziumaufnahme ausgehe, was zugleich allerdings einen pathologischen Hintergrund in Bezug auf das Körpergewicht des Probanden wahrscheinlicher macht.

Tentakel:

Die an Mollusken erinnernden Fühler weisen eine Größe von 14cm und einen Durchmesser von 2cm auf. Die Untersuchungen beschränken sich hierbei in erster Linie auf die Magnetresonanztomographie und Beobachtung, da der Andorianer weiteren Untersuchungen hier nur bedingt aufgeschlossen gegenüber steht. Da es sich laut MRT hierbei um mit dem Gehirn teils direkt verbundene Nervenstränge handelt, liegt diese Reaktion nahe und sollte daher als Intimzone des Probanden betrachtet und behandelt werden, zumindest handhabe ich das bislang so.

Sensorik:

Das Gehör ist ausgezeichnet ausgebildet, möglicherweise durch ein Zusammenspiel von Ohren und Tentakeln. Da in den Ohren kein vollständiges Vestibularorgan wie bei den Menschen nachgewiesen werden konnte, jedoch teils erhebliche Einschränkungen auftreten, werden entsprechende Tests auf die Fühler wirkend ausgeführt, liegt dieses Zusammenspiel auch beim Hörsinn nahe.

Der Sehsinn entspricht weitgehend dem menschlichen, allerdings besteht eine etwas erhöhte Toleranz gegenüber plötzlichem und grellem Lichteinfall bei zugleich beschleunigter Desorientierung in plötzlicher und völliger Dunkelheit. Auch hier zeigen sich Differenzen zwischen Tests unter Einbeziehung und unter Ausschaltung der andorianischen Tentakeln, die jedoch bislang nicht als signifikant einzustufen sind.

Das Geruchs- und vor allem Geschmacksempfinden ist beim Andorianer erheblich herabgesetzt. Nur sehr starke Reize scheinen hier bewusst wahrgenommen werden zu können. Dies lässt sich womöglich durch die hohe Propantriolkonzentration im Körper erklären, weitere mögliche Ursachen wären noch zu prüfen.

Neben der Übernahme oder Unterstützung des Hörsinns scheinen die Fühler des Andorianers auch entsprechende Auswirkungen auf die propriozeptive Wahrnehmung zu haben. Außerdem scheint es einen Zusammenhang zwischen emotionalem Empfinden und der Ausrichtung sowie Bewegung der Tentakel zu geben. Nähere Untersuchungen hierzu stehen ebenfalls noch aus.

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