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SL-Zusammenfassung: Hunter 14 – Woanders

Montag, 6. April, abends, Waldfriedhof Templin

Die Fahrt zum Friedhof nutzte Celestin für weitere Recherchen. Diese ergaben einmal – dank seiner einschlägigen Kontakte -, dass Gespenster offenbar so etwas wie Anker im Diesseits benötigen und nutzen, um eine Verbindung herzustellen. Auf der anderen Seite beschäftigte er sich genauer mit dem lokalen Mythos rund um die Trauerweide.
Es gab einst einen Müller mit einer dunkelhaarigen und einer blonden Tochter, die lange Zeit als Teil der Dorfgemeinschaft angesehen waren. Dann jedoch kam das Gerücht auf, die dunkelhaarige Tochter namens Linda habe den örtlichen Priester verzaubert, woraufhin es zu einer beinahe klassischen Hexenjagd kam, in deren Zuge der Vater der beiden jungen Frauen erschlagen wurde. Die blonde Tochter konnte fliehen und ließ ihre Schwester mit dem Versprechen zurück, Hilfe zu holen, doch sie kam nicht oder zu spät zurück. Den Überlieferungen nach führte man mit Linda auf dem nahe gelegenen See die Hexenprobe durch, die diese überlebte, woraufhin sie zurück am Ufer ohne weiteres als Hexe verurteilt und schließlich an der Galgenweide gehängt wurde. Dies war das Ende der Hexe Linda, nicht jedoch das Ende der Trauerweide, denn fortan knüpfte die Dorfgemeinschaft offenbar des Öfteren ihre Verbrecher an dieser Weide auf.

Trotz dieser neuen Informationen kam die Gruppe am Waldfriedhof nicht wirklich voran. Ob sie sich einfach umsahen oder mit anderen Methoden: nichts. Lediglich der Einsatz der Kirliankamera offenbarte Celestin eine interessante Aura der Trauerweide, doch auch diese Entdeckung schien in einer Sackgasse zu enden.

Sie verbrachten eine gute Stunde auf dem Friedhof in der Hoffnung, die voranschreitende Uhrzeit und die Geisterstunde sowie deren Ablauf würden ihnen möglicherweise neue Erkenntnisse bescheren, doch auch dies schien nicht der Fall zu sein. Dann jedoch entdeckte Cat hinter dem Baum eine vorlugende kleine Katze, offenbar verschreckt von den nächtlichen Besuchern. Entzückt widmete sie sich dem kleinen Kätzchen ohne so recht mitzubekommen, dass außer ihr niemand diese Katze sehen konnte. Bolle sah hingegen einen sehr viel größeren Schatten, als dass er von einer Katze stammen konnte, hinter dem Baum auf Cat zu…fließen und versuchte noch, sie zu warnen, doch es war zu spät: Der Schatten (?) warf etwas in Cats Richtung, die reflexartig fing und … verschwand. Zurück blieb nur ein kleiner Schädel im Gras – offenbar ein Katzenschädel.

Es fiel den anderen schwer, in dieser Situation einen kühlen Kopf zu bewahren, doch Celestin holte schließlich ein Ouijabrett herbei und begann eine Gespensterbeschwörung nach einer Vorlage auf Latein, wobei er Frank, Lucy und Bolle als Gehilfen am Brett auftreten ließ. Zunächst schien das Bemühen sinnlos zu sein, dann jedoch löste sich der Katzenschädel aus dem Gras, hüpfte auf das Brett hinauf und schien damit ein Tor zu öffnen …

Das Brett war fort, nur der Schädel hat den Weg hinüber geschafft in eine Art Schwarzweißwelt, in der Frank, Bolle, Lucy und Celestin sich plötzlich wiederfanden. Die Weide stand dort ebenso wie noch Augenblicke zuvor, doch die Umgebung war auch abseits ihrer fehlenden Farbe eine ganz andere. Sie befanden sich am Rand eines riesigen Ackers, und in der Ferne waren nur wenige Dinge zu erkennen, die allesamt keinen Bezug zur eigentlichen Welt zu haben schienen. Ganz weit zur Linken schien eine Siedlung vom Waldrand umschlossen zu sein, doch in Blickrichtung an der Weide vorbei waren vage die Flügel einer Mühle zu erkennen, auf die die drei Männer und Lucy eilig zu liefen.

Als sie die Mühle fast erreicht hatten, wurde die Siedlung zur Linken etwas deutlicher erkennbar. Nun war auch Licht aus der bewaldeten Gegend zur Rechten zu erkennen, doch zuerst wollten sie sich der vielversprechenden Mühle widmen, bevor sie weitere Optionen ausschöpften.

Das Innere der Mühle war beleuchtet, doch scheinbar war niemand dort. Als die Gruppe sich zum Eingang bewegte, um sich im Inneren umzusehen, fanden sie eine männliche Leiche vor der Tür. Celestin und Frank erschraken, denn aus der Perspektive sah der Tote aus wie Bernhard, nur ohne Brille. Sie drehten die Leiche und waren sogleich beruhigter. Der Tote wies eine relativ starke Ähnlichkeit zu Lohain auf, doch auch abseits der Sehhilfe war er es definitiv nicht.

Die Gruppe sah sich in der Mühle um, doch fand nichts Außergewöhnliches. Erst das Betreten des Stalls offenbarte ein sehr nervöses und ängstliches Pferd in einer Box, die eigentlich wohl für zwei Pferde gedacht war. Die zahlreichen Spuren von Füßen und Hufen ließen keinen eindeutigen Schluss zu, wahrscheinlich jedoch war jemand auf dem Rücken des zweiten Pferdes irgendwo hin verschwunden. Cat vielleicht?`

Nachdem sie keine weiteren Hinweise finden konnten, machten sie sich zu Fuß auf den Weg zum Waldrand zur Rechten. Einmal schien es dort durch den Fackelschein belebter zu sein als in der Umgebung der Siedlung, zum anderen glaubte Celestin sich auch erinnern zu können, dass ungefähr dort ein See liegen konnte, wenn diese Welt irgendeinen tatsächlichen Bezug zu der ihnen bekannten hatte. Sie beeilten sich aus Angst, es könne Cat sein, die dort womöglich einer Hexenprobe ausgesetzt sein könnte …

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