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38. Inplay, Vampire, Dark Ages, Tischrunde – “The Streets to London”

Die Geschmeidefreundin Meredith Malcom Moore suchte unser Lager noch einmal auf, bevor wir nach London aufbrachen. Sie erzählte uns allerhand über die Geschichte und Baronien der Umgebung und ich gab mir redlich Mühe, nicht allzu gelangweilt bei all dem auszusehen, als sie schließlich noch um ein Gespräch unter sechs Augen bat – nur sie, Melissa und ich. Ich war viel zu neugierig, als dass ich diesen Wunsch abgelehnt hätte, doch als sie in dieser Zusammensetzung erzählte, sie wisse von Mohana und wolle unsere Tochter gern einmal sehen, war ich mehr als misstrauisch. Schlimm genug, wenn eine der unsrigen nach ihr fragte, aber einer Ventrue ihren Anblick zu erlauben? Meredith war wenig begeistert, als ich sie mit den Worten fortschickte, sie solle in der Folgenacht noch einmal vorbei kommen, doch das war mir egal. Wäre nicht die erste Ventrue, die ich verstimmt hätte, und viel wichtiger war mir, ihre Bitte mit Melissa zu erörtern und gegebenenfalls Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen, sollte Melissa ihrer Bitte nachkommen wollen. Sie wollte – und so war Meredith Malcolm Moore, ausgerechnet, die erste außerhalb unseres Klüngels, die unsere Tochter sah und sie sogar berühren und auf den Arm nehmen durfte. Letzteres hätte ich ohne Melissa niemals erlaubt, aber diese Erlaubnis zu geben, stellte sich als eine gute Sache heraus. Meredith war unübersehbar entzückt bis gerührt von der Begegnung und ich erkannte keinerlei negativen Absichten in ihrem Blick und ihrem Verhalten, so genau ich auch hinsah. In der Tat gab sie uns danach ihr Wort, Mohana zu schützen und mehr noch, uns sogar in Bezug auf Novas Verfolgung zu helfen, sollte dies in ihren Möglichkeiten stehen. Gutes Mädchen … jede einzelne.

Wir waren noch nicht lang unterwegs, als auf dem Weg ein Mönch den unseren kreuzte. Mir wahnte Böses, doch dieser Gläubige entpuppte sich als Anhänger von Pater Johann, von dem er ja schon SO viel gehört hatte (du liebe Güte!) und redete begeistert von ihm, von seinem Werk und faselte alles mögliche an kirchlichem Zeug. Engel sollte es in London geben, wahrhaftige Engel! Vermutlich war er wie Pater Johann selbst nicht ganz gescheit, doch als er weitersprach und berichtete, sie seien nach London gekommen, um die sicherlich zehn Dutzend Kinder zu retten, die vermisst wurden, wurde ich hellhörig. Zehn Dutzend Kinder … wenn ich die alle finden würde!

Allerdings kamen wir weder dazu, irgendwelche Kinder zu finden noch dazu, uns irgendwelche Engel in irgendeiner Londoner Kathedrale anzusehen. Einmal mehr bei hellichtem Tag erwachten wir von Kampfeslärm. Die Kämpfe auf dem Schiff bei Tage hatte ich längst überwunden, und doch fühlte ich mich zu bleiern, als dass ich hätte aufststehen können. Erst eine ganze Weile später rissen mich die Dringlichkeit des Kampfeslärms und die Schmerzensschreie gleich in der Nähe – in meinem Zelt!? – aus der Starre.

Ich eilte in das Zelt und legte einen Schleier des Nebels zum Schutz um unser Lager, vertrieb ganze Rotten von Angreifern mit der Illusion geisterhafter Gegenwehr, doch das alles nutzte so wenig wie die Bemühungen Johanns, die Verwundeten zu heilen und die Bemühungen Thomas‘, den Kampf für uns zu entscheiden. Wir mussten schließlich erkennen, dass wir Menschen gegenüber standen, die Kraft von diesem vermaledeiten Herrn bezogen und damit genug, uns zu besiegen – und das taten sie schließlich auch.

Das Verlies, in dem ich erwachte, war dunkel. Nur wenig war von den anderen zu sehen, zu spüren waren sie jedoch alle. Mehr noch, da war noch jemand, jemand wie wir, wie ich vermutete. Was mich jedoch viel mehr beschäftigte als die Frage, wo wir hier waren und wie wir wieder weg kamen, war die Fassungslosigkeit über die Dreistigkeit dieser Leute. Sie hatten uns nicht nur jeder an eins ihrer dummen Kreuze gefesselt, sondern mit Dolchen unsere Körper durchstoßen. Ein Dolch im Zentrum eines jeden Chakras. Woher wussten sie von ihnen? Und warum nutzten sie diese? Was wussten sie wohl über uns?

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