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33. Inplay, Vampire, Dark Ages, Tischrunde – “Das Rad der Zeitalter”

Nach einiger Meditation, die wir zu absolvieren hatten, war ich noch immer bei weitem nicht bereit einzusehen, dass Kizue Recht gehabt haben könnte mit ihrer Aussage, wir seien in unserer „Verfassung“ gar nicht in der Lage, tiefer in die Lehren der Wan Kuei einzudringen und von ihnen etwas zu lernen, geschweige denn zu lernen, weshalb wir hergekommen waren. Pff! Als wenn sie nur hier, verkrochen unter der Erdoberfläche, in der Lage gewesen wären zu meditieren, als wenn sie überhaupt die einzigen gewesen wären, die stetig nach etwas wie einer Mitte oder der Ruhe in sich selbst suchten!

Kizue zeigte sich dennoch geduldig, und doch wechselte sie sich mit den jüngeren Wan Kuei vor Ort ab, sich mit uns zu beschäftigen – oder uns zu beschäftigen, wie man es eben sehen mochte -, uns allerlei Fragen zu stellen, ohne hingegen im Übermaß Antworten zu geben. Mir gefiel das recht gut so, denn dadurch hörten diese arroganten Belehrungen auf, nach denen wir dieses und jenes zu denken, zu tun und uns danach zu verhalten hatten.

Am spannendsten in der ersten Zeit war eigentlich die Frage, die einer der jüngeren Wan Kuei namens Kenji nach einer Weile, die wir neben Meditation und Gesprächen auch mit Kalligraphie und derlei verbrachten. Diese Pinselei erinnerte mich unangenehm an die Lächerlichkeit des Malens von Glyphen, doch andere Dinge fielen mir umso leichter. Mehr noch: Ich genoss sie sogar, etwa das Singen von Mantren und Atemübungen. Melissa fielen letztere im Augenblick natürlich noch leichter als mir selbst, aber das, was man sonst als Unart wertete, auch wenn es kaum einmal jemand außer Melissa aussprach, wurde nun allen abverlangt, was ich durchaus amüsant fand – um Längen amüsanter als die verlangte Askese, der ich mich unwillig anschloss und das eine oder andere Mal ein wenig, nun ja, „umging“.

Kenji fragte uns nach unserer Vorstellung der Schöpfung und natürlich war es Viktor, der damit begann, ihm seine Gedanken dazu darzulegen. Sie waren längst nicht mehr auf dieses Christliche allein beschränkt, wie ich zu meiner Freude vernahm. Anders hingegen bei Eliana, die in etwa so klang wie Viktor vor langer Zeit, was dieses Thema betraf. Mit Adonais Vorstellungen war ich bereits vertraut, und so war es neben Viktor in erster Linie Reynaud, der mich mit seinen Ansichten und seiner Diskussionsfreude zum Thema überraschte. Trotz seines clanbedingten „Gelehrtenstatus“ hatte ich ihn bislang als jemanden eingeschätzt, dem solcherlei eher gänzlich egal war. Dort bei den Bishamon hingegen lernte ich, dass nicht nur alle Ravnos nicht über einen
Kamm zu scheren waren.

Offen befragte ich Kenji – zugegebenermaßen nicht ganz ohne die Absicht, ihn zu verwirren und aus dem Konzept zu bringen – zu unseren noch offenen Opfern bei Tou Mou. Zunächst glaubte er mir nicht einmal, dass wir ihr überhaupt begegnet waren, dann jedoch antwortete er sehr ehrlich, dass wir unserem Abkommen mit ihr, Wan Kuei für ihre Unterstützung zu opfern, nachkommen sollten. Nach einem Moment des Nachdenkens empfahl er, dazu so genannte Akuma zu opfern, Verräter in den Reihen der Wan Kuei, wodurch wir zugleich unserer Abmachung mit Tou Mou nachkommen konnten als auch die Yama-Könige schwächen. Mir gefiel dieser Gedanke sogar, dennes war etwas, das Verwirrung stiften konnte und damit etwas, das meistens ganz in meinem Sinne war.

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