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31. Inplay, Vampire, Dark Ages, Tischrunde – “Mistress Yamato”

Wir beeilten uns, den Weg zu dieser Mistress Yamato anzutreten, denn auch, wenn wir alle auf Adonais Fähigkeiten vertrauten, sorgten wir uns um sein Wohlergehen nach den Schauergeschichten, die uns Vash erzählt hatte. Nun, vielleicht sorgten wir uns nicht alle im gleichen Maße, mag sein, doch wir waren uns stillschweigend einig, keine Zeit unnötig verstreichen zu lassen.

Wir hatten die Gegend ihrer Festung oder was immer uns dort erwarten sollte beinahe erreicht, als ein froschähnliches Wesen an unsere Seite hüpfte. Es erinnerte mich sogleich an die Wesen, die wir in Paris gesehen hatten, doch dieses hier hatte eine tiefe, mit Wasser gefüllte Delle auf dem Kopf und war recht … haftend. Es wollte sich unbedingt mit uns unterhalten und mehr über uns in Erfahrung bringen. Wir hatten weder Zeit noch Lust auf diese Konversation und ritten einfach weiter, doch noch bevor wir den Dunstkreis dieser Kreatur verlassen konnten, erwischte es Tomas mit einer Aussage auf dem falschen Fuß. Und so hielten wir alle schließlich recht schlecht gelaunt an, damit Tomas sich mit dem Wesen messen konnte.

Ein Sumo-Kampf sollte es werden, irgendeine Form des waffenlosen Kampfes, wie Viktor erläuterte, der mit den Regeln einigermaßen vertraut zu sein schien. Doch nachdem Tomas sich ordnungsgemäß zum Kampfbeginn verbeugt hatte und das Froschding es ihm nachtat, wobei das Wasser aus seiner Schädeldelle zu Boden kippte, rannte das Vieh einfach wortlos davon. Seltsame Sitten hatten sie hier! Erst stahlen sie einem in dem Fall ausnahmsweise mal wirklich wertvolle Zeit, dann ließen sie einen einfach stehen … doch Tomas trug es mit Fassung.

Wir erreichten die Festung der Mistress nur über offenes Gelände, auch eine von mir zu Hilfe gerufene Ratte konnte keinen besseren Weg offenbaren, doch zu unserer Überraschung war es nicht weiter schwer, eingelassen zu werden. Ich erzählte dem uns in Empfang nehmenden Eunuchen irgendwas von Ehrerbietung und einem Geschenk, verwies kurzerhand auf Bella, die das Geschenk darstellen sollte, und dann wurden wir schrittweise nach einigen Rückfragen bei der sich im Zentrum aufhaltenden Mistress vorgelassen bis zur Herrin des Ortes selbst.

Mistress Yamato wogte inmitten einer Reihe lebender Tische, gebildet aus Menschen, und tat sich am dargebotenen Obst pausenlos gütlich, als wir eintraten. Unser Blick hätte vermutlich vor allem auf die hinter ihr aufgestellten Kriegerstatuen liegen sollen, doch der Anblick der Mistress war nicht weniger … nun ja, „wogen“ war durchaus genau so gemeint, denn sie war offenbar nicht in der Lage, sich auch nur einen Zentimeter aus eigener Hand zu bewegen auf Grund ihrer … massigen Statur. Ich sah auf ihren Körper und dachte unweigerlich daran, wie viele Blüten man in all dieses Fett pressen und ihre Essenz für lange Zeit erhalten könnte, wenn man ihr nur die Haut abzöge und Melissa schaufelweise aus ihrem Körper nehmen ließe …

Ich verdrängte diese Idee, denn es gab Wichtigeres zu erledigen. Das höfliche Gerede brachte uns allerdings nicht weiter, und als ich dazu überging, unser Anliegen deutlicher erörtern zu wollen, hatte ich kaum angefangen, als sich unter uns eine riesige Falltür öffnete und wir einige Meter in die Tiefe fielen, wo uns bereits ein dämonisches Wesen erwartete, bereit, uns auseinander zu nehmen.

Wir griffen gemeinsam an und machten unsere Sache ordentlich – immerhin hatten wir mit den Jahren nun einige Übung in solcherlei Dingen -, doch kaum hatten wir einen Punkt erreicht, an dem ich jeden Augenblick mit einem Zusammenbruch unseres Gegners rechnete, wechselte er die Gestalt und ein ganz anderes Wesen stand uns entgegen. Das Spiel wiederholte sich einige Male, nur dass das jeweils „andere“ Wesen die Zeit seines Rückzuges offenbar jedes Mal zur Regeneration nutzen konnte. So wurde es ein zäher Kampf, der uns einiges kostete, vor allem, als unser Gegner Flammen gegen uns einzusetzen begann.

Doch letztlich waren wir es, die siegten, und von dem Dämon blieb nichts als der gespaltene Körper eines schlichten Ebers, eines Wirtskörpers, wie anzunehmen war. Hexerei war also am Werk, und der Gedanke bestätigte sich, als wir nach dem Kampf wutentbrannt zurück nach oben stürmten, dank Viktor in Windeseile durch die Falltür zurück empor gehoben, und dort … nichts sahen. Dort waren keine lebenden Tische, es gab keine Mistress, selbst die Statuen waren alle fort. Ein Mensch hätte etwa ein Dutzend Mal Luft geholt, wohl nicht mehr als zwanzig Male, derweil wir in den Kampf verwickelt waren, und in dieser Zeit war all das verschwunden, so gründlich, als sei es niemals da gewesen!

Melissa war die Erste, die ihrer Wut nachgab und damit begann, ihr Umfeld in Stücke zu reißen. Da war sie nicht die einzige, doch bei all dem vergaßen wir nicht, weshalb wir her gekommen waren: Adonai. Wir fanden ihn eingesperrt unten, also dort, wo wir gegen den Dämon angetreten waren, und er war äußerst geschwächt. Er ließ es sich nicht anmerken und wir taten ebenfalls, als bemerkten wir nichts, doch er ließ sich von Viktor stützen, als er mit uns den Weg hinaus ins Freie antrat.

Zwangsläufig blieben wir noch einen Tag und eine Nacht vor Ort, um unsere stärksten Wunden zu heilen und uns an dem Gefolge der Mistress – denn immerhin diese waren allesamt noch vor Ort – zu laben, bevor wir uns aufmachten in Richtung Fluss, wo sich ein Torii befinden sollte, ein Tor in die Geisterwelt. Und genau dort wollten wir hin, naja, mussten wir hin, wenn wir die Bishamon finden wollten.

Natürlich befand sich vor Ort nicht wirklich einfach ein Tor, das es schlicht zu durchschreiten gab. Es war uns nicht möglich, die Seiten zu wechseln, und noch als wir überlegten, ob wir überhaupt am richtigen Ort waren, formte sich aus dem Wasser eine Frau. Sie war ein Flussgeist und überaus traurig, denn sie vermisste ihre Wasserlilie. Ich überreichte ihr eine, die ich aus meiner Vorstellung schuf, doch das schien ihr nicht zu reichen. Erst als Tomas ihr drohte, wobei ihm deutlich anzumerken war, wie schwer es ihm fiel, die Beherrschung nicht zu verlieren, wurde uns das Tor geöffnet.

Wir traten in die Geisterwelt, in eine Welt, in der Pflanzen nicht verdorrten, sondern zum Leben erwachten, wenn ich sie berührte. Wir traten in eine Welt, in der es wie auf der anderen Seite asiatische Nudelhäuser gab und wir schließlich auch das gesuchte Badehaus fanden, in das … Enten gingen. Ich traute meinen Augen kaum. Waren die Bishamon Enten? Wir suchten doch nicht ernsthaft nach Enten!?

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