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Feedback zum 9. Inplay Hunter

Ich hab mir schon ein paar Male vorgenommen, direkt nach Nachtdiensten abends keine Runde zu spielen oder zumindest nicht zu leiten, aber irgendwie schleicht sich das dann doch immer wieder mal ein, weil ich es vergessen habe oder der Dienst nicht absehbar war. So war es auch bei dieser neunten Session. Egal, ich bin trotzdem nach einigen Stunden Schlaf mittels Wecker aufgestanden und habe diesmal tatsächlich geschlagene vier Stunden in die Vorbereitung des Abends gesteckt.

Vier Stunden! Dazu ist zu sagen, dass die Chronik an sich grob vorgeplant ist, aktuelle Plothooks außerdem über ausreichend viele Stichpunkte meinerseits verfügen, um spielbar zu sein. Diese vier Stunden habe ich vor damit verbracht, Maptool-Token zu erstellen, NSC-Werte einzugeben und mich mit vier Plothooks eingehender zu befassen. Zwei davon wollte ich abends neu ins Spiel bringen, bei einem ging es weniger um einen Hook als vielmehr um die Details zur Auflösung des aktuellen Plots aus der letzten Session und die Anknüpfung an den daran folgenden, außerdem hatte ich mir etwas überlegt, um einen nicht mehr mitspielenden SC auszubauen und einen spielerspezifischen Plot weiter zu treiben. Erwähnte ich schon, dass ich trotz der bislang vorhandenen Notizen und obwohl kein Kartenmaterial oder sowas zu erstellen war, vier Stunden daran gesessen habe?

Mein Plan war, genau da einzusteigen, wo wir beim letzten Mal aufgehört hatten (Inplay-Sonntag Nacht) und dann möglichst zügig bis zum Inplay-Dienstag zu gehen, an dem sich die Charaktere alle wieder treffen wollten. Ich ging davon aus, dass es etwa eine Stunde dauert, bis zu besagtem Dienstag zu kommen, weil ich an zwei Stellen mit etwas längeren Zwischenszenen rechnete, dann eine weitere Stunde maximal, bis die Spieler damit fertig sind, wie angekündigt inplay zu organisieren und zu planen, wie es mit einem gemeinsamen Rückzugsort aussieht, mit Zukunftsplänen und derlei. Und dann wäre noch eine gute Stunde Zeit gewesen, in der sich herausgestellt hätte, wo lang die SC denn nun ihre nächsten Schritte lenken wollen. Hat auch ungefähr funktioniert. Ungefähr.

In der ersten Szene hatte ich – allerdings zum wiederholten Mal vergeblich – darauf gehofft, dass die SC zumindest teilweise neugierig auf die Umgebung reagieren. Sie waren in einem ihnen unbekannten Kellerteil der Huntergruppe in Berlin, um dort ihre „Geisel“ einzusperren. Doch wie schon beim letzten Mal fragte niemand nach irgendwas, hat sich nichts genauer angesehen oder irgendwas in dieser Richtung. Dazu ist zu sagen, dass zumindest ein Teil der Gruppe emotional und auch physisch (bezogen auf Uhrzeit, Müdigkeit etc.) angeschlagen war. Da lässt die Neugierde logischerweise etwas nach, das sehe ich ein. Aber es hat ja niemand auch nur ansatzweise Interesse bekundet oder Neugier gezeigt, nicht einmal der SC, der noch nie zuvor überhaupt vor Ort gewesen war und sich generell durch ausgesprochene Neugier auszeichnet.

Na schön. Immerhin wurde ein eingebrachter NSC am Inplay-Montag von einem der Spieler recht gut angenommen, worüber ich mich gefreut habe.

Das Inplay-Dienstags-Treffen dann ist halb ins Wasser gefallen. Für eine der Immobilien hat man sich nicht entschieden oder weiteres dazu festgehalten, auch sonst ist nicht viel an Planung und Absprache gelaufen, was ich allerdings auf dem Kerbholz habe. Die Unterredung kam aus meiner Sicht langsam ins Stocken und zum Erliegen, so dass ich sie quasi mit SMS, MMS und einem Anruf von NSC-Seite unterbrochen hatte. Das war wohl ein bisschen verfrüht meinerseits. Immerhin sind die Spieler darauf dann angesprungen und einen Moment lang war die Szene sogar ein bisschen brisant, man schritt sofort zur Tat – also hatte es doch etwas Gutes.

Es stellte sich recht bald heraus, dass Detailinformationen zur Leiche, um die es ging, wohl erst am übernächsten Vormittag vorliegen würden. Ich war recht großzügig mit Infos, die zwei der SC über Recherchen organisierten und habe bei der Wohnungsdurchsuchung zwar erst einmal abgewartet, was so geschieht, als allerdings klar war, dass alle sehr gründlich vorgehen würden, hab ich zwei Male darauf verwiesen, dass sich nichts weiteres finden ließe, also wirklich nicht, weil ich selbst so megakleinschrittige Durchsuchungen und derlei als Spielerin ziemlich ätzend finde. Ich hoffte, dass nun irgendwelche anderen Aktionen folgen würden oder wir zur nächsten Szene 1-2 Tage später springen könnten, aber irgendwie zog sich das Ganze und schließlich hab ich dann auch einen Cut gesetzt, eine gute halbe Stunde vor dem regulären Spielende.

Ein Spieler war wie gewohnt ziemlich aktiv an diesem Abend, ein sonst eher etwas stillerer hat einen etwas größeren Rahmen angeboten bekommen und den auch genutzt, was ich gut fand. Noch ein weiterer Spieler hat sich wechselhaft aktiv eingebracht, zumindest aber sogar an einer Stelle versucht, noch offene Fäden zu sammeln, die derzeit so bestehen, ist aber damit abgeblitzt (auch inplay). Der neugierige, wissbegierige und begeisterte Charakter war irgendwie nicht sonderlich neugierig, wissbegierig und begeistert an diesem Abend, was ich schade fand und der letzte Charakter schließlich war zu großen Teilen irgendwie nicht da. Also physisch wohl schon, aber viel mehr eben auch nicht.

Mir hat an dem Abend total das Emo-Play gefehlt, die Leidenschaft überhaupt.

Ein Charakter übernachtet bei einem anderen, stellt am nächsten Morgen fest, allein dort zu sein und geht einfach zur Arbeit. Okay. Beim nächsten Wiedersehen fragt der abwesende Charakter dann (wörtliche Rede im übertragenen Sinn zitiert): „Wie lang warst du denn noch da?“ und der andere antwortet: „So bis kurz vor 9 Uhr, hab noch deine Assistentin getroffen.“ Die kennen sich kaum, haben am Vorabend aber knappe 6 Stunden miteinander verbracht, waren essen, waren zusammen im Whirlpool, die Dame hat da übernachtet … fragt man sich dann nicht am nächsten Morgen, wo der Gastgeber steckt oder fragt später dann mal nach?

Ein 2,05m großer Mann trifft auf eine 1,95m große hübsche Frau. Das hat insofern funktioniert, dass ich den Eindruck hatte, dass der SC recht gern mit dem NSC in Aktion getreten ist, aber da hatte ich irgendwie auf ein bisschen mehr Verwunderung, Verblüffung, gedankliche Beschäftigung oder etwas in der Art gehofft. Nicht erwartet in dem Fall, aber erhofft.

Eine der häufig auftretenden NSC und Partnerin einer der SC ist offenbar mehr als alle anderen vom Verschwinden eines Kollegen betroffen, ziemlich aufgewühlt, durcheinander, verheult. Der SC beschreibt, auch sofort zu ihr zu gehen und die Arme um sie zu legen, um seine Gegenwart zu demonstrieren, aber das war dann beinahe das letzte, das von dem Charakter an diesem Abend so ganz generell kam. Kein weiteres Kümmern, keine sonderlichen Nachfragen, kein besonderer Drang, etwas an den Umständen in Bewegung zu setzen oder zu verändern.

Unter’m Strich kam der Abend vielleicht auch schlicht nicht sonderlich gut an. Vielleicht haben die einen keinen Faden gesehen, dem sie folgen können, während die anderen eher überlegten, welchen Faden sie als nächstes ergreifen sollen. Kann sein. Ich weiß das nicht, weil natürlich kein Feedback erfolgte und es mir mittlerweile einfach auch zu blöd ist, da jeden nach zu fragen und mir dann eventuell auch noch sowas anzuhören wie „Joa, war ganz okay“.

Ich verwies am Ende eher spaßeshalber und im Rückblick auf die Session zuvor darauf, dass es diesmal keinen Dungeon gegeben habe (das fanden zwei der Spieler zumindest ja eher öde). Darauf kam dann als Antwort, dass eine Wohnungsdurchsuchung und sowas ja auch eine Art Dungeon sei. Ob das nun einfach so gemeint war oder ein Hinweis darauf, dass auch dieser Spielinhalt als öde empfunden wurde, weiß ich nicht. Wurde nicht genauer ausgeführt und ich hatte auch keinen Bock nachzufragen.

Meckern und schweigen kann irgendwie jeder. Wäre mal besser, man würde von sich aus detaillierte Rückmeldungen geben, damit ich weiß, was gut ankommt, welche Erwartungen bestehen, was ich eher weg lassen sollte inhaltlich und so weiter. Ich hab mir bei meinen Vorbereitungen – vorweg als auch bei den vier Stunden vor der Session – durchaus Gedanken gemacht, wen ich womit wohl ansprechen und locken könnte. Hat nur nicht so wirklich funktioniert, warum auch immer. Und dann noch nachrennen? Nö, ich bin ja schließlich kein Bespaßungskommando, also warum kommt da nicht mehr von Spielerseite, in welcher Hinsicht (z.B. aktives Mitspielen, Feedback) auch immer?

Also ich werde die Plots im Spiel lassen und meinerseits beim nächsten Mal deutlich passiver sein. Sind eh reichlich Aufhänger im Spiel (die man als solche entdecken kann oder nicht, denen man folgen kann oder nicht) und ich bin da einigermaßen schmerzfrei, wenn davon was unter den Tisch fällt. Wenn aber alles an den Spielern vorbei rauscht und von denen selbst auch sonst nichts kommt, ist das halt unser aller Pech. Ich fühl mich ein bisschen wie ein Fernseher, den man einschaltet und durchzappt, bis man sich von irgendwas berieseln lassen kann, bevor man dann wieder abschaltet.

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