Ein Kommentar

Feedback zum Kurzausflug in die Requiem-Runde New Orleans (DZ)

Jeden Mittwoch sollte gespielt werden, das stand von vornherein in der Beschreibung. Las sich aber alles ganz gut und spannend, also habe ich mich für diese Runde gemeldet, wohl wissend, dass ich sowieso nicht jeden Mittwoch würde dabei sein können. Mit offenen Karten zu spielen hatte sich aber gelohnt und ich hab vom SL tatsächlich trotzdem das Okay für die Runde bekommen.

Abgesehen davon, auf die Schnelle (keine 48 Stunden Zeit bis zum Einstieg, allerdings, weil ich selbst mich da so kurzfristig entschlossen hatte) mal eben einen Charakter zusammen stricken zu sollen, gab es anfangs noch ein paar Stolperfallen für mich mehr: In einer reinen Requiem-Runde hatte ich bislang nicht gespielt, sondern nur in Homemade-Versions, die den Metaplot der alten WoD mit den neuen Regeln kombinieren, dann eine Runde, in der ich genau einen Spieler genauer kannte, einen weiteren von einem One-Shot von vor beinahe einem halben Jahr. Bei den restlichen Spielern waren mir nicht mal die Nicknamen ein Begriff, SL eingeschlossen.

Als nächstes stellte sich fünf Minuten vor Spielbeginn heraus, dass einer der geplanten Spieler nicht mitspielen würde. Allerdings nicht, weil er sich kurzfristig umentschieden hatte, sondern vielmehr, weil sein Charakter wohl unabgesprochen zu speziell war und zu kurzfristig eingereicht wurde. Da fackelte Achim dann nicht lange und teilte ihm mit, dass er entsprechend doch nicht Teil der Runde werden würde. Da ich mit besagtem Spieler zusammen zwei Tage zuvor wegen der Charaktererstellung im Channel zusammen gehockt hatte etwa zwei Stunden und mich auch an diesem Abend mit ihm bereits über die Runde unterhalten hatte, kam diese Eröffnung nicht nur für den betreffenden Spieler selbst, sondern auch für mich mehr als überraschend. Dieser doch eher unangenehme Einstieg in die Runde hat dann auch dafür gesorgt, dass ich ziemlich abgeschreckt war, was sich später nur wenig besserte, als Erklärungen dazu nachgeliefert wurden von SL-Seite. Nachdem ich selbst mal auf sehr unangenehme Art aus einer Runde gekickt worden bin (abends nach dem Spielen noch freundliche Verabschiedung usw., am nächsten Tag erst durch einen der Spieler erfahren, dass die SL gerade alle Spieler anruft zwecks Info, mich rauswerfen zu wollen und zehn Minuten später dann eine plumpe Mail mit eben diesem Rausschmiss ohne jegliche Gesprächsbereitschaft … aber das nur am Rande als nähere Erläuterung, zu Rausschmissen mache ich sowieso demnächst noch einen eigenen Artikel), hat mich dieses Vorgehen erst mal vorsichtig werden lassen.

Trotzdem war es nicht sonderlich schwer, in die Runde reinzufinden und die erste Session hat mich tatsächlich unheimlich beeindruckt. Zwar kannte einer einen anderen und hatte mit dem auch schon mal gespielt und derlei, aber dennoch war es eine völlig fremde Konstellation, die da zusammen getroffen ist, und ich hab selten erlebt, dass so eine Zufallszusammenstellung derart gut funktioniert. Keine Längen, nie stand jemand außen vor, selbstständiges und zügiges Würfeln, schnell abgehandelte Nachfragen und darauf folgende punktgenaue Erklärungen von SL-Seite, gute Szenenwechsel, richtig viel Rollenspiel, kooperatives Spiel, und obwohl die Charaktere untereinander nicht groß abgesprochen worden waren, passten auch die prima zusammen und ergänzten sich … das hat alles ECHT richtig Bock gemacht!

Schon bei der nächsten Session konnte ich nicht mitspielen, sondern erst wieder bei der darauf folgenden. Auch die hat ebenso gerockt wie die erste, auch wenn ich sagen muss, dass ich es etwas anstrengend fand, ins Spiel zu finden. Auf Nachfrage gab es von einem Mitspieler im Vorfeld auch eine Zusammenfassung der letzten Ereignisse und ich hab festgestellt, dass ich in dieser Hinsicht echt verwöhnt bin, denn in allen Runden sonst gibt es immer automatisch eine SL-Zusammenfassung in der Zeit zwischen zwei Sessions irgendwann. Allerdings spiele ich sonst auch nicht in wöchentlichen Runden, der Aufwand ist also in der Regel quasi halb so groß bei besagten „Service-Runden“.

Womit ich nicht so gut zurecht kam, waren die verwendeten Combat Hacks, einfach weil ich immer froh bin, wenn ich mich nur auf die 08/15-Regeln verlassen muss, denn mit denen bin ich meist schon mehr als genug beschäftigt, hehe. Trotzdem haben mir die Diskussionen über weitere mögliche Hausregeln und auch die Beteiligung an der Diskussion von allen sowie die dort wie im Spiel zu beobachtende Kooperationsbereitschaft gut gefallen.

Laut SL spielt er kein „Standard-Requiem“ („Personal Horror“ usw.) bzw. ist es nicht das, was er da leitet, sondern er sieht es eher als „ansatzweise grimmiges Mystery-Actionspektakel (oder so)“. Der Einordnung kann ich gut folgen und ihr zustimmen, aber das ist auch völlig in Ordnung so. Mal in einer Runde zu spielen, die ganz klassisch die einzelnen Optionen der nWoD einbastelt, ob nun Vampire, Hunter oder anderes (vielleicht kommt da ja noch was, keine Ahnung), fand ich ziemlich gut, und mir hat auch das Actionlevel echt gut gefallen. Ja, das dürfte nun einige wundern, die schon öfter und/oder länger mit mir spielen, aber es ist ja nicht so, dass ich was gegen Action hätte und auf „Drama only“ stehen würde. Ich mag eben nur dieses hohle Geballer und Geboxe nicht – und genau das gab es in der Runde auch nicht. In den beiden Sessions, in denen ich mitgespielt habe, hatte auch die Gewalt einen gewissen Stil und war für mich vor allem logisch, realistisch und nachvollziehbar. Und das mit – ich weiß, ich wiederhole mich – quasi fremden Spielern, hach, great!

Ausgestiegen bin ich nach der zweiten Session, weil es für mich dann doch zu doof ist, immer wieder neu ins Spiel zu finden bei den Fehlzeiten, die ich arbeitsbedingt eben zwangsläufig produziere. Wie einer aus der Runde es formulierte, als ich meinen Abschied verkündete: „Irgendwie möchte man einfach gerne die ganze Geschichte miterleben und nicht immer wieder neu reinfinden müssen.“ So ist es.

Schade ist es trotzdem und ich hoffe, ich kann irgendwann mit den Leuten aus der Runde noch mal spielen, wann und was auch immer. Ich nehme da auf jeden Fall viele positive Eindrücke aus der Runde mit – und sollte sich da jemand für interessieren und ein Plätzchen frei sein oder mal eins frei werden, dann schreibt die Spielleitung doch einfach mal an und fragt nach. Ich kann’s auf jeden Fall empfehlen!

Ein Kommentar zu “Feedback zum Kurzausflug in die Requiem-Runde New Orleans (DZ)

  1. […] beiden Mitspielern (zum dritten, meinem Freund, ja ohnehin *g*) und auch zum SL. Diese Einblicke hatten mir echt gut gefallen, und davon ging ich nun auch bei der neuen Runde aus. Es gab für meinen Geschmack viel zuviel […]

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