Ein Kommentar

20. Inplay-Zusammenfassung: „Licht, Schatten & Diplomatie“ (Werwolf, TS)

So oder so komme ich nicht weit mit meinem Vorschlag, den Bayer-Werken mal auf den Zahn zu fühlen. Ich versuche es zwar immer wieder, aber werde immer wieder mit irgendwelchen logischen Argumenten ausgeknockt, es ist zum Mäusemelken. Letztlich ist die Abmachung die, dass wir zurück nach Köln gehen, dort diese Häuter aufspüren und die opfern. Ich finde das einigermaßen langweilig, denn ich habe zwar absolut keine Idee, wo und wie wir die überhaupt finden sollen – das werden dann ja wohl schon die anderen mit ihrer Logik regeln -, aber das wollten wir ja sowieso machen, also das mit den Hautdieben. Da jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu wollen, kommt mir ein bisschen mager und wenig ehrenhaft vor. Die anderen meinen, mit heldenhaft seien wir in Köln ja nun bislang nicht sonderlich weit gekommen, also wäre kleinere Brötchen backen wohl angesagter im Moment, zumal die Semmel mit den Häutern noch immer groß genug für uns wäre. Stimmt schon, aber irgendwie …

Als dann plötzlich aber die Frage im Raum steht, ob wir überhaupt zurück nach Köln gehen wollen und die anderen festhalten, dass ich ja eigentlich die einzige wäre, die zur Stadt einen Bezug hat, halte ich mal besser echt die Klappe. Keine Ahnung, wie ernst das gemeint war, oder ob sie das nur angerissen haben, um mich zu ärgern oder so, aber auf jeden Fall muss ich zurück nach Köln. Das können sie nicht machen, einfach woanders hin zu wollen! Hautdiebe also … super, machen wir so. Kein Ding. Warum auch nicht.

Mittwoch 08.06, Dreiviertelmond

Wir fahren am nächsten Tag mit dem Zug zurück nach Köln. Daniel hat zwischenzeitlich berichtet, dass er bei einer Punkerin untergekommen war, bevor er durch den Ruf von Adrianos Mutter auf uns aufmerksam wurde und darum schon nach kurzer Zeit wieder von dort verschwunden ist. Da wir alle nirgendwo so wirklich hin können im Moment, wollen wir also erst mal zur Platte und gucken, ob diese Punks da nicht vielleicht zufällig auch gleich Platz für fünf haben. Ja, fünf, nicht sechs, denn Mortima ist unsere Einstellung zu krass. Hat er so nicht gesagt, aber unter’m Strich singt und feiert er wohl lieber mit den Fianna weiter, anstatt sich uns anzuschließen, nachdem er noch mal drüber geschlafen hat. Naja, dann bitte sehr.

An der Platte treffen wir quasi genau richtig ein. Daniel macht „seine“ Punkerin nämlich ziemlich fix aus innerhalb einer Traube von Leuten dort, und wie wer auch immer es so will, steht da gerade ziemlich Stress auf dem Plan. Wir mogeln uns durch und kriegen so halbwegs mit, wie ein riesiger Schwarzer irgendwas von ihr und noch einem Mädel, wohl eine Bekannte von ihr, haben will. Wir vergraulen den Kerl kurzerhand, was viel leichter ist als erwartet und prompt steigt unser Sympathielevel hoch genug, dass die beiden Mädel uns mit in ihre WG nehmen. So weit sind wir also schon mal, Bingo!

Es stellt sich heraus, dass diese Freundin Martina heißt und Daniels Bekanntschaft Daniela. Wie süß: Daniel und Daniela. Wir halten uns aber nicht mit solchen Sachen auf beziehungsweise ist es Daniela, die ziemlich zackig mehr über uns wissen will und sich von Sachen wie „Charlotte, genannt Charly, komme aus Köln bla“ nicht wirklich beeindrucken lässt. Okay, wir waren nun schon einige Tage in diesem Caern, aber … riechen wir scheiße oder so? Noch während ich möglichst dezent meine Nase in Richtung Achselhöhle drücke, erklärt Daniela, dass Daniel ein bisschen auffällig gewesen sei, als er beim Wolfsgeheul spontan doch wieder weg musste. Ist aber nicht so, als seien wir blöde aufgefallen, denn diese Daniela pfeift auf einmal rum und da tanzen plötzlich ein paar Ratten auf dem Küchentisch an und stellen sich in einer Reihe vor ihr auf. Ganz sauber ist die also auch nicht.

Schließlich erzählt Daniela, nachdem sie sich vergewissert hat, dass nicht wir hier in der letzten Woche gewütet und Leute angegriffen und getötet haben und sowas, dass Martina und sie praktisch sowas wie ein Traum wären. Ich halte das alles für ziemlichen Schwachsinn. Gut, das mit den Ratten ist komisch, aber Platte schiebende Punks lassen sich ja so einiges einfallen, um zu schnorren, aber ansonsten klingt das für mich eher danach, als wenn die zu viel von irgendwas konsumieren, was man vielleicht auch in Daniels Döschen so finden könnte, wenn ich das richtig einschätze.

Dann aber erzählt diese Daniela irgendwas von hellen und dunklen Feen, von einem Wechsel ihrer eigenen Regierung, sagt irgendwas davon, dass sie eine von den lichten Feen seien, die nun eben Steuern an die andere Seite zahlen müsste. Ja, nun, Mädel, die Welt ist nicht perfekt, dazu muss man keine Fee sein … doch dann erwähnt sie, dass diese düsteren Feen sich so sicher fühlten und derzeit so mächtig wären, weil einer ihrer Obermacker neuerdings in Köln sei. Irgendwas regt sich da schon in mir, aber es ist nicht mehr als ein komisches Gefühl, das ich nicht weiter greifen kann. Erst als sie mehr erzählt, beginne ich nachzufragen … und ja, sie meint Darzel. Scheiße. Da sitz ich mit ner Fee am Küchentisch, bei der wir ganz gerne mal nächtigen würden für’s Erste, und dann erzählt die, dass Darzel der Obermotz der düsteren Feen sei, es dadurch einen Umsturz bei den Feen gab und die lichten Feen da jetzt viel zu hohe Steuern zahlen müssen und es ihnen überhaupt nicht so wirklich gut gehe gerade. Und dann erklärt sie noch, dass die lichten Feen sich ja von schönen Gefühlen und Träumen ernähren würden, die düsteren hingegen von dem miesen Zeug, von Angst, Verzweiflung und all dem.

In meinem Kopf rotiert es und ich hab keine Idee, was ich nun glauben soll. Nein, stimmt nicht. Eigentlich bin ich mir ziemlich sicher, dass das stimmt, was Daniela mir erzählt, auch wenn ich diese Nummer mit der Aufteilung von hell und dunkel nicht wirklich kapiere. Wenn sie allerdings die Wahrheit erzählt, heißt das nicht nur, dass ich einen Deal mit sowas wie ihrem Feind habe und darum ganz sicher keine Matratze in dieser WG kriege. Es heißt dann auch, dass ich irgendwie auf der falschen Seite stehe, denn ich steh nicht darauf, andere zu unterdrücken, die sich nicht wehren können und schon gar nicht auf Leute, die den großen Macker machen und damit anderen bewusst irgendwie schaden. Andererseits kann ich jetzt nicht ernsthaft behaupten, da gänzlich planlos in irgendwas rein gestolpert zu sein, denn Darzel hat da zweifellos uns gegenüber schon klare Ansagen gemacht, und wir waren da und haben gesehen, dass Umgebung und Deko bei ihm nun nicht gerade auf bunt setzen oder sowas. Hilft mir jetzt aber sowieso alles nicht weiter, denn grundsätzlich verstehe ich Darzels Handeln noch immer gut. Nur ging es da noch um die Vorstellung von fremden Leuten, die mir persönlich sowieso auch auf den Sender gehen, nicht um irgendwelche WG-Mädels, die einen ziemlich netten Eindruck machen. Und um Steuern ging es schon mal gar nicht.

Blöderweise sind die anderen auch nicht auf den Kopf gefallen – oder doch, jedenfalls sprechen sie mich echt vor Daniela und Martina darauf an, dass ich doch Kontakt zu diesem Darzel habe, oder nicht? Ich laufe ziemlich rot an und verdrücke mich kurzzeitig, aber nachdem ich die Tür geöffnet habe und eben gerade durch gegangen bin, find ich mich ganz schön feige. Und auf feige stehe ich genauso wenig wie auf unterdrückte Mädels … also drehe ich um und gehe zu den anderen zurück. Ob ich nicht mal mit Darzel reden könnte, meinen die anderen. Ich könnte doch mal ein gutes Wort für diese lichten Feen einlegen, dass sie zumindest in Ruhe gelassen werden und weniger Steuern zahlen müssen. Daniel kommt sogar auf die Idee, Darzel zu verklickern, dass er sich aus Köln mal am besten ganz raus halten sollte, weil das unser Revier sei.

Die haben echt Nerven. Machen sich ins Hemd, wenn es darum geht, einen Chemiekonzern im wahrsten Wortsinn hochgehen zu lassen, aber machen solche Vorschläge. Was haben die denn für Ideen? „Der wollte uns doch auch bei Bayer helfen, hast du gesagt? Na, dann frag ihn doch mal … sag ihm doch mal …“ – ist klar. Irgendwie verkennen die hier die Tatsachen. Gut, Daniel und diese Feen können das nicht wissen, aber die anderen eigentlich schon. Ob das hier nun unser Revier ist oder nicht, ist einem Darzel glatt egal. Im Zweifel reißt der uns den Arsch auf, indem er Miss Winters Zapfen an unsere Hintern kleben lässt oder sowas. Oder er schnippt mit den Fingern und wir haben mehr Probleme als irgendwelche großen schwarzen Kerle, die irgendwelche Spielsteine einsammeln wollen. Aber sagen kann ich auch nicht wirklich was. Einmal guckt diese Daniela so hoffnungsvoll, dass ich weder Bock hab, diesen Blick zu zerstören noch Bock darauf, dass daraus sowas wie Verachtung wird. Und so wie die guckt, ist der Schlafplatz hier doch nicht in weiter Ferne, wie ich erst befürchtet hatte. Und was soll ich auch sagen? Ja, ich hab zwar einen Deal mit dem, aber zufälligerweise hängen nicht nur meine Einnahmen davon ab, sondern auch mein kleiner Bruder? Und dass ich den Teufel tun werde, vor allem letzteren zu riskieren? Dass es Darzel und seinen Dunkelhüpfern im Moment zunehmend gut geht unter anderem wahrscheinlich deshalb, weil ich mit dem ziemlich viel Zeit verbringe? Dass der auf einer ganz anderen Welle schwimmt als wir anderen und als ich? Dass ich dem genau gar nichts verklickern kann, weil ich manchmal sowieso den Eindruck habe, wir sprechen nicht mal dieselbe Sprache? Dass ich übrigens quasi dabei bin, seine Weltuntergangspläne – oder besser: Menschuntergangspläne – zu unterstützen, weil ich die Grundidee bislang gar nicht so blöd fand und die eben eher mit Idioten als wirklich so umfassend, wie er sie tatsächlich meint, gesehen habe? Fakt ist: Ich richte da genau gar nichts aus und kann es auch nicht.

Letztlich entscheide ich mich dafür zuzusagen, mit Darzel zu reden und es zumindest zu versuchen, den Mädels hier zu helfen. Aber ich sage auch, dass ich nichts versprechen kann, zumal ich so meine eigenen Verpflichtungen hätte. Mehr geht nicht. Und während Ciprian zum x-ten Mal fragt, wie spät es sei und sich dann freudestrahlend an ein Telefon hängt, um wen auch immer anzurufen, rufe ich wieder mal Darzel an und bitte ihn um ein Treffen an den Rheinwiesen, wo ich ihn erstmals Adriano und Paul vorgestellt hatte. Darzel stimmt zu, Adriano und Marie bleiben in der WG, um da mehr über diese Feensache zu erfahren, wir anderen machen uns auf die Socken.

Unterwegs berichtet Ciprian, dass er Fenrick, die rechte Hand von Paul, kontaktiert habe. Er wirkt stolz und mein lieber Scholli, ich finde, das kann er auch sein. Einfach so zack-zack an die Nummer zu kommen und mit dem in Kontakt zu treten so kurzfristig, nachdem Solarienne uns darum gebeten hatte, weil Fenrick irgendwas mit uns besprechen will, das find ich schon ziemlich ordentlich. Am Freitag sollen wir alle in Pauls Sicherheitsfirma in schnieker Kleidung auflaufen abends, erklärt Ciprian. Daniel ist wenig begeistert von diesem Termin und bleibt zumindest bei der Rundumverweigerung, sich schick anzuziehen. Mir ist ein wenig mulmig dabei, dass das Treffen in der Firma stattfindet, denn das weckt Erinnerungen an eine Nacht, die Paul genervt hat, in der wir anderen allerdings ziemlich viel Spaß hatten – und in der wir abgesehen von Sven noch vollständig gewesen waren. Also befasse ich mich lieber mit der Erwartung schicker Klamotten, um mich abzulenken und schlage den beiden vor, morgen noch was Schickes für uns alle zu nähen, wenn wir noch flott nach dem Treffen mit Darzel Stoff und sowas einkaufen gehen. Ciprian stimmt zu, Daniel nicht. Adriano und Marie frage ich kurz per Handy, aber die wollen auch nicht. Na schön, dann näh ich eben für Ciprian was besonders Schönes und schneidere für mich selbst was.

Sich mit Darzel zu treffen war eine Scheißidee. Keine Ahnung, wie zufrieden die anderen mit diesem Treffen so sind, mich jedenfalls hat es ziemlich angekotzt. Erst mal erfahre ich, dass Michael die Idee hatte, mich zu Hause irgendwie zu ersetzen, damit man mich nicht vermisst und suchen lässt und all sowas. Ein cleverer Junge – fand Darzel auch und hat ihm diesen Wunsch nur zu gern erfüllt. Hat Michael einen Albtraum gekostet, und das macht mich ziemlich sauer. Darzel erklärt mir, dass er sich natürlich an unsere Vereinbarung halte, Michael nicht in Gefahr sei und er ihn schütze, doch mir gefällt das nicht, dass er mit ihm handelt. Darzel meint, das könne Michael gut selbst entscheiden – tja, ich sehe das ganz anders. Er beschwichtigt mich ein wenig damit, dass Michael ihn neulich tatsächlich gerufen habe. Sehr clever, denn ich merke förmlich, wie mir die Farbe aus dem Gesicht weicht, doch dann erwähnt Darzel, es seien nur ein paar ältere Jungs gewesen, die ihm ans Leder wollten, keine Ratten oder sowas, wie ich es geträumt hatte. Kurz geht mir durch den Kopf, dass ich den Traum vielleicht total falsch verstanden habe. Ich bin von so Horrorfilmratten ausgegangen oder diesen Viechern, von denen sie uns im Caern erzählt haben. Jetzt hab ich eher Danielas Aufmarsch von Ratten auf dem Küchentisch vor Augen und etwas von selbsterfüllenden Prophezeiungen im Kopf. Ich meine, ich kenne diese Daniela nicht. Weiß ich, was die mit ihren Ratten so anstellen kann und ob dieses Hell-Dunkel-Gerede so überhaupt stimmt? Vielleicht ist die selbst nicht ganz koscher und wenn ich nichts für die aushandle, wie die das wollen, dann hetzt sie ihre Ratten auf meinen Bruder. Kann ja sein. Locker bleiben, Charly – du spinnst rum!

Dass die Jungs, die meinen Bruder verprügeln wollten, noch im Krankenhaus liegen, finde ich einerseits ziemlich cool, auf der anderen Seite macht es mir Sorgen. Sowas wie „too much“ hat Darzel offensichtlich nicht in seinem Wortschatz, und wenn ich es richtig verstanden habe, dann hat Michael die ganze Aktion mitbekommen. Das ist nicht gut. Darzel spricht zwar von Ängsten und nicht von körperlichen Sachen, aber gut ist das auf keinen Fall. Wenn Michael ihn da gerufen hat, wenn er sich auf einen Handel mit ihm eingelassen hat, wenn er also offenbar des Öfteren mal Kontakt zu ihm hat und dann auch noch diesen komischen Schwan unter seinem Kissen, dann ist das für mich auch etwas, das unter „too much“ fällt. Michael ist clever, ja, und er ist ein total lieber Junge. Aber dieser Umgang ist nicht gut für ihn, das weiß ich mit jeder Faser meines Körpers. Er erlebt da Dinge, die er nicht einordnen kann, und da ist niemand, der ihm sagen kann, dass er vorsichtig vorgehen und keine Grenzen überschreiten soll. Ich muss ihn irgendwie sehen, mit ihm sprechen, muss mir irgendwas einfallen lassen, um ihm all das noch einzuschärfen, bevor Darzel meinen Bruder versaut. Dass er das auf verschiedene Arten kann, steht für mich außer Zweifel.

Über Steuern und Feengedönse zu sprechen, ist auch ein totaler Griff ins Klo aus meiner Sicht. Darzel erklärt plausibel, dass Daniela und die anderen sich natürlich beschweren, weil sich schließlich immer jeder über Steuern und sowas beschwert, und da kann ich schlecht was gegen sagen, denn da hat er einfach Recht. Ansonsten reden wir irgendwie total aneinander vorbei. Feudalsystem und sowas ist nicht meine Stärke, also fehlen mir die Argumente. König. So ein Quatsch. Als Darzel dann auch noch mit hohem und reinem Blut anfängt, platzt mir fast der Kragen. Der steht also auch auf weißes Fell, na sicher … und er sieht nicht nur nicht, dass er das in meiner Gegenwart mal lassen könnte, so einen Mist von sich zu geben, er ist im Gegenteil völlig überzeugt davon, reine und unumstößliche Fakten von sich zu geben. Ich könnte kotzen. Schlussendlich kommen wir überein, dass wir vermitteln dürfen, so lange wir nichts und niemanden über Gebühr aufmischen und dann verabschieden wir uns voneinander. Ich fühl mich ziemlich ausgepumpt nach diesem Treffen, denn das hat mich echt Nerven gekostet. Nerven, die ich woanders sinnvoller einsetzen könnte als für Rattenfreunde. Woa, bin ich sauer!

Hätten wir Geld, hätte ich mich zumindest mit einem Großeinkauf im Stoffladen beruhigen können, aber ich hab nicht mehr so viel, zumindest nicht genug für einen Großeinkauf, während zeitgleich nicht klar ist, wann wir wo schlafen können und wie es überhaupt mit uns so weitergeht in der nächsten Zeit. Also kaufen wir einfach das Nötige, für mich weißen Leinenstoff, für Ciprian hübsch melierten Futterstoff sowie Schnittmuster und für Ciprian noch riesige Knöpfe und danach kann ich die anderen zumindest davon überzeugen, noch mal kurz mit mir in einen bestimmten Laden zu gehen: Ich will unbedingt noch mal in das Esoterikgeschäft.

Als wir dort ankommen, ist sie noch immer nicht bereit, mir mehr über die Messer zu verraten, dafür wirkt sie beinahe verlegen, als ich ihr sage, dass ihr Rezept mit dem Bernstein und den Löwenzahnsamen nicht so wirklich was gebracht habe. Sie schleppt mich mit sich in die kleine Teeküche des Ladens, um mich etwas anderes probieren zu lassen, doch noch bevor ich ihr sagen kann, dass ich nichts bemerke von irgendeiner Wirkung meint sie, sie sehe schon, dass das auch nicht helfe. Das scheint sie ziemlich zu beschäftigen und mir tut leid, dass ich das mit dem Rezept überhaupt angesprochen habe. Ist ja nicht so schlimm, wenn es nichts bringt, war ja nur nett gemeint von ihr. Ich kann das aber nicht in Worte fassen, wie ich gern würde, also erkundige ich mich stattdessen nach Büchern über Feen und kaufe für 70€ zwei Stück. Das übersteigt locker das Budget, das ich in meinem ganzen Leben für Bücher ausgegeben habe, wenn man von Schulkram mal absieht. Aber gut, es beruhigt wenigstens ein bisschen das schlechte Gewissen. Eigentlich will ich ja nur … ja, was will ich eigentlich hier? Die Messer, klar. Mehr über sie erfahren und darüber, warum wir diese Frau hier auf der anderen Seite treffen konnten, klar. Aber da ist noch was anderes, und auch, wenn ich den Finger nicht darauf legen kann, hat es irgendwas mit ihr zu tun, nicht mit den ganzen Tees und Räucherstäbchen und Steinen und all dem. Und so bin ich sogar ziemlich angetan von ihrem Vorschlag, sich am nächsten Morgen um sechs Uhr früh in ihrem Laden allein zu treffen, um in Ruhe zu reden. Ich hab keine rechte Ahnung worüber und so Ausheulgespräche sind nicht meins, aber die Idee gefällt mir trotzdem. Artig frage ich die noch stöbernden anderen beiden, ob sie irgendwelche Einwände hätten. Haben sie nicht, also steht meinem Besuch am nächsten Morgen wohl nichts entgegen.

Meine Wut auf Darzel ist fast weg, als wir uns auf den Rückweg zu den anderen machen. Es gibt noch viel zu tun und Tatendrang, aber nicht die stürmische Variante, sondern eine für mich eher ungewohnt ruhige, breitet sich langsam wieder in mir aus.

Ein Kommentar zu “20. Inplay-Zusammenfassung: „Licht, Schatten & Diplomatie“ (Werwolf, TS)

  1. Finde die Verknüpfungen mit den Ratten zu Daniela sehr interessant. MIr gefällt daran, dass du natürlich genau weißt was es war, denk ich mal, aber trotzdem lässt du deinen Charakter Dinge vermuten und Schlüsse ziehen auf Basis seiner Informationen, dass ist schönes Rollenspiel oder Rollenschreib hier.

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