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26. Inplay (SL-Zusammenfassung), Vampire, Dark Ages, Tischrunde – “Rakshasa & Hochzeit”

Gemeinschaftstext von Mandavar & Clawdeen (geteilte SL)

Die kleine Karawane reiste weiter und erreichte die Gegend von Hubli. Sie hatten noch keinen Fuß in die Stadt gesetzt, als ihnen ein Bettler auffiel, der sie unentwegt anstarrte. Adonai enthüllte schnell: Bei dem Bettler handelte es sich um einen Untoten. Aber ob es ein Vampir war oder ein Wan Kuei oder eine andere Art Untoter konnte er nicht feststellen. Der Bettler sah sich um, wartete bis einige Passanten vorbei gegangen waren und enthüllte seine wahre Gestalt. Hätte es sein fürchterliches Aussehen nicht getan, so hätte es sicher seine Vorstellung. Er war ein Ancillae vom Clan der Nosferatu und der Blutlinie der Rakshasa. Diese Vorstellung brachte Durga etwas durcheinander, da hier die Geschichten ihrer Heimat mit dem Wesen der Kainiten zusammentrafen. Aber sagte man den Nosferatu nicht die dunkle Gabe nach, Tiere beeinflussen zu können? Vielleicht konnten diese hier sich wie die Gangrel verwandeln und hatten so die Märchen von den Rakshasa, dämonischen Feinden, erst in die Welt gesetzt?

In anderer Hinsicht schien sich der Vampir jedoch nicht von den üblichen Mitgliedern seines Clans zu unterscheiden. Er war hier auf Geheiß seines Erstgeborenen, eines Mitgliedes der örtlichen Gemeinde von Kainiten. Die meisten der Anwohner sollten Ravnos sein, aber es gab auch einige Mitglieder anderer Clans. Zu Beginn musste man für jede gestellte Frage auch eine Frage beantworten, aber nach ein paar Antworten wurde der Nosferatu freigiebiger. Die Reisenden aus Transsylvanien, die nicht mit den Portugiesen gekommen waren und die Heimat einer Ravnos besuchen wollten schienen wenig interessant zu sein, oder hatten sie bereits mehr preisgegeben, als von ihnen angedacht? Der Rakshasa berichtete, dass mehrere portugiesische Kriegsschiffe an der Küste lägen und nicht nur Hellebarden und Kanonen mitgebracht hatten, sondern auch fast ein Dutzend Lasombra, darunter einige Ahnen. Er vermutete, dass der Krieg in Europa zwischen den Anarchen und der Camarilla nicht gut ausging und die Lasombra dabei wären, sich nach einer neuen Heimat umzusehen. Hier gab es nur einen Clan, der sie ernsthaft bekämpfte, nicht sieben. Man hatte versucht, weitere Vampire zu rekrutieren, aber die neuen Rekruten waren nie in Hubli angekommen und so sah es schlecht aus für die Ravnos und gut für die europäischen Eindringlinge.

Eine halbe Nacht beratschlagte der Klüngel, wie man am besten vorginge. Wäre ein westlicher Hafen nicht praktisch um weiterzureisen und später auch die Heimreise anzutreten? Auf der anderen Seite hatten die Lasombra auf Lucitas Kopf die Blutjagd ausgerufen und inwieweit sich diese auch auf Viktor erstreckte war unklar. Außerdem wollte er sich nicht von seiner Erschafferin entfernen um sich in seinem Clan, den er kaum kannte, einen besseren Stand zu verschaffen. Auch die lange Reise durch das Land der Ravnos hielt sie davon ab, mit den Lasombra an einem Strang zu ziehen und vielleicht der eine oder andere Kommentar von Durga, die sich nach der Angelegenheit mit den Wan Kuei deutlich im Hintergrund hielt. Man entschied sich aber auch dagegen, die Ravnos zu unterstützen, bis jetzt stand man mit den Anarchen auf gutem Fuß und hätte zwar hier Punkte sammeln können, aber was wäre dann nach einer Heimkehr in Transsylvanien? Einige der engsten Berater der Zwillinge und Mitglieder im Zirkel der Mutter gehörten ebenfalls zu den Lasombra.

Man einigte sich darauf, sich nicht einzumischen und schnellstens weiter nach Süden zu reisen. Dank der Warnung des Nosferatu konnte man das Krisengebiet weiträumig umgehen und so näherte sich die Karawane ein halbes Jahr später Quilon.

Quilon war eine kleine Hafenstadt, deren florierender Handel gerade in Bezug auf Textilien und Gewürze sie zu einer ansehnlichen und recht wohlhabend wirkenden Stadt gemacht hatte, allerdings äußerte sich dies nicht in Bezug auf die Größe der Stadt selbst. Durga war offensichtlich begeistert von ihrem neuen Aufenthaltsort, nicht zuletzt, weil es ihre Heimatstadt war, die sie erstmals nach über zweihundert Jahren wieder betrat, was ihr einiges zu bedeuten schien. Während der Rest der Reisegruppe sich um die wesentlichen Dinge kümmerte, um eine Unterkunft, auf Wunsch von Eszter um einen Ort für die Hochzeitszeremonie etwas außerhalb sowie um ein möglichst weißes Kalb, befasste sich Durga in aller Ruhe mit umfassenden Einkäufen und einem Besuch beim Schneider, der aus weißem Stoff und einem indigofarbenen einen Choli Lenga für ihre Hochzeit nähen sollte. Zeitgleich versuchte sie, Nachkommen ihrer eigenen Familie ausfindig zu machen, doch sie fand zwar drei nicht miteinander verwandte Familien der Gupta-Kaste, doch bei keiner von ihnen war es ihr möglich herauszufinden, ob es sich um direkte Nachfahren ihrer Linie handelte oder nicht.

Viktor handelte mit einem Bauern einige Stunden entfernt mit Leichtigkeit aus, dass dieser sich für eine Weile eine andere Bleibe suchte, so dass der Ort der Zeremonie rasch geklärt war. Melissa erwarb einige Elefanten, die sie zunächst für eine Art berüsselte Riesenmäuse hielt, und machte sich mit ihnen auf den Weg zum Bauernhof. Sie formte die Elefanten und wandelte ihre Stoßzähne in Schaufeln, verband sie miteinander, wie es ihre Art war und begann so, einen Tunnel in die Erde zu graben, an den sich ein sechseckiger Raum anschloss, der von Reynauds Feuerkraft schließlich noch stabilisiert wurde. Derweil machten sich Adonai und Viktor auf den Weg, um ein weißes Kalb in einer der südlichen Tempelstätten zu finden. Vor Ort und nach den Reaktionen der Anwohner erinnerte sich Viktor daran, dass Kühe in jeder Form den Indern heilig waren und es nicht so leicht wie in Europa war, eines auszumachen und mitnehmen zu können. Nach insgesamt acht Nächten kehrten beide jedoch wohlbehalten und mit einem ziemlich prächtigen weißen Kalb nach Quilon zurück. Man konnte meinen, dass Tomas es von allen am schlechtesten getroffen hatte, denn er nahm sich in der Zwischenzeit Durga an und erklärte sich sogar bereit, für sie nach geeigneten Knochen am noch lebenden Objekt zu suchen, aus dem Durga einen Ring erhalten konnte, an den sie bislang noch nicht gedacht hatte. Einmal mehr zeigten sich kulturelle Unterschiede, als Durga beinahe persönlich beleidigt reagierte, als Tomas darauf verwies, wie leicht einer dieser Menschen, die Durga als Unberührbare bezeichnete, aus dem Verkehr zu ziehen wäre. Nein, es sollte jemand mit möglichst heller Haut sein, etwa so wie ihre eigene … und insgesamt kostete sie den Brujah mit ihren Vorstellungen einige Nerven.

Hochzeit

Irgendwann war es dann endlich so weit und die Zeremonie konnte beginnen, sehr zur Freude von Durga, die schon nervös geworden war, dass man nicht mehr den richtigen Zeitpunkt erwischte. Nach ihrer Ankunft in Quilon waren es volle neun Nächte, die laut Durga verblieben, um die Zeremonie noch zeitig innerhalb einer in der Jyotisha, der vedischen Astrologie, besonders geeigneten Konstellation abzuhalten, und es wurde die letzte Nacht, in der dieses Vorhaben wahr werden sollte.

Gemeinsam begaben sich alle zu dem angemieteten Hof, schritten durch den Tunnel und erreichten die Höhle, in der nun überall an den Wänden und der Decke Licht spendende Flechten und Moose zu sehen waren, während an verschiedenen Stellen des Bodens blutrote Blumen kissenartig ihre Köpfe nach oben reckten, Priesterin, Brautpaar und Gäste willkommen hießen. Eszter begann eine kurze Rede über die Bedeutung dieser Zeremonie, bevor sie Melissa und Durga aufforderte, sich die Hand zu reichen und den Eid zu leisten. Dem aufmerksamen Zuhörer blieb dabei nicht verborgen, dass sich die gesprochenen Worte der beiden ein wenig voneinander unterschieden. Danach führte man die von Blut übergossene nackte Blutbaderin herein, die echte und letzte übrig gebliebene von dreien. Fast zeitgleich bissen die beiden Bräute zu und leerten sie bis auf den letzten Tropfen. Noch während die Frau tot zu Boden glitt und dort nicht weiter beachtet liegen blieb, griff Eszter nach einer Kerze, die sie unter die noch immer verschlungenen Hände von Melissa und Durga hielt und das Zeichen der Dunkeln Mutter unter ihren Handflächen nachzeichnete. Beide hielten der Angst und dem Schmerz stand und tauschten schließlich ihre Ringe, bevor sie sich einander zuwandten, um sich nach Eszters Erlaubnis zu küssen. Man konnte bereits die Vorfreude der beiden in ihren Augen blitzen sehen, doch dann berührten sich ihre Lippen nur flüchtig, als die Zeremonie jäh unterbrochen wurde.

Die Höhle schien leicht zu erzittern, als ein Körper gegen die Wand krachte, der auf den zweiten Blick als Sorin zu erkennen war. Der ihn geworfen hatte, stand mitten im Raum kurz hinter dem Eingang: Shukaris. Niemand ließ sich auf eine Unterhaltung mit ihm ein, sondern alle außer Eszter taten sogleich ihr Möglichstes, den Eindringling anzugreifen und ihm damit möglichst zuvor zu kommen. Viktor beschwor gleich ein ganzes Dutzend mächtiger Schattententakel, die bereit waren, Shukaris zu umschlingen, doch der Setit war schneller und setzte Viktor und damit auch seine Tentakeln kurzerhand außer Gefecht. Sein nächstes Opfer war Adonai, dem von Tomas noch eine Schonfrist eingeräumt wurde, indem er einen von Shukaris in Adonais Herz platzierten Pflock entfernte. Adonai gelang es, Shukaris‘ seine Hand einbüßen zu lassen, doch das war auch das letzte, das er tat, bevor Shukaris ihn endgültig in Starre versetzte. Was auch immer die anderen taten, richtete nur wenig bei dem Setiten aus, allerdings immerhin genug, um ihm das siegessichere Lächeln auf den Lippen zu nehmen. Doch nach einer Weile war er des Spiels überdrüssig und zwang sie alle unter ihren Willen. Reynaud gelang es noch, mit einer Gabe seines Blutes sowohl Viktor als auch Adonai aus der Starre zu holen, doch dann wurden sie alle mit Ausnahme von Melissa in einer irdenen Kugel begraben, derweil Shukaris sich mit Melissa auf den Weg machte … wohin und warum auch immer.

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