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Sich als Spieler auf eine Session vorbereiten

Ich bin immer wieder überrascht, wie unterschiedlich die Vorstellungen und Erwartungshaltungen von Spielern sind, was die eigene Spielvorbereitung betrifft – mal abgesehen davon, dass für sehr viele so etwas wie eine Vorbereitungserfordernis für die Spielerseite überhaupt nicht existent zu sein scheint.

Inwiefern jemand bereit ist, sich überhaupt auf eine Session vorzubereiten, hängt natürlich auch stark davon ab, welche Vorkenntnisse derjenige mitbringt und welches Spielverständnis. Da gibt es die Casual Gamer, die einfach hin und wieder ganz gerne just for fun spielen und meist keine besondere Erwartungshaltung haben, zumindest an sich selbst nicht, dann wiederum die Perfektionisten, die alles äußerst akribisch und bierernst sehen. Darum beschränke ich mich mal auf die Minimalanforderungen aus meiner Sicht.

Pünktlichkeit

Unpünktlich zu einem Spieltermin zu erscheinen, ist aus meiner Sicht schlicht eine Unverschämtheit. Natürlich nehme ich hier enormes Verkehrschaos und andere Sachen, die ich mal unter „Höhere Gewalt“ zähle, dabei aus, ebenso wie vorab angekündigten Verspäten aus familiären, beruflichen … Gründen. Grundsätzlich fallen Spieltermine aber nicht vom Himmel, so dass pünktliches Erscheinen zu erwarten ist. Wer unpünktlich ist, kommt damit nicht nur „hach ja, halt die akademische Viertelstunde/halbe Stunde später“, sondern bindet damit die Zeit der meist anderen 3-5 Leute, die sich an die vereinbarte Zeit halten und dann dank „Kommste heut nicht, kommste morgen“-Spielern Zeit verplempern. Früher ohne den Fehlenden anzufangen, ist meist sinnlos, da es dann sowieso wieder zur Unterbrechung kommt, wenn der Unpünktliche sich dann doch mal bequemt zu erscheinen.

Beim Spielen über Voicechat wie Teamspeak kommt noch hinzu, dass man besser mal 5-10 Minuten früher als später da sein sollte, denn die vereinbarte Zeit gilt üblicherweise als Spielbeginnzeit, nicht als gemütliches Eintrudeln zum Warmwerden. Hat man die notwendigen Rechte erhalten, funktioniert die Technik, wie steht es mit verwendeter Würfel-/Map-Software? Sowas klärt man vorher, nicht erst nach Beginn der Runde und fängt dann schlimmstenfalls erst noch mit irgendwelchen Downloads an.

Plotkenntnis

Vor dem Spieltermin sollte man sich noch mal kurz ins Gedächtnis rufen, was beim letzten Mal geschehen ist und vor allem, an welcher Stelle man beim letzten Mal aufgehört hat (entfällt natürlich bei neuen Runden und One-Shots). Dazu hat man dann entweder ein paar eigene Stichworte gemacht, die man sich kurz ansehen kann oder man genießt den Service einer Zusammenfassung zum letzten Mal, die von der SL oder einem der Mitspieler irgendwie zuvor zur Verfügung gestellt wurde. In der Regel liegen diese Zusammenfassungen selbst bei Vielschreibern (wie mir) bei nicht mehr als 1000 Worten, tendenziell eher so um 300-400 Worte, dass es echt nicht zuviel verlangt ist, das vorher mal kurz zu lesen. Und wem das noch immer zu umfangreich ist, wie gesagt: eigene Stichworte nutzen.

Charakterkenntnis

Charakterbogen parat? Alles gesteigert, was man noch so steigern wollte? Überblick über das, was man noch so machen wollte beim nächsten Mal oder generell so anstrebt? Besondere Fähigkeiten und deren Bedeutung bzw. spielmechanische Umsetzung im Kopf oder irgendwo auf dem Papier? All das kann man kurz vorab checken und damit ebenfalls verhindern, anderer Leute Zeit zu binden. Außerdem hilft es dabei, sich selbst einzubringen – denn auch, wenn sich das noch immer nicht bis in die letzten Winkel herumgesprochen hat, ist das aktive Mitspielen durchaus Aufgabe eines jeden einzelnen Spielers.

Bock!

Weiß nicht, wie es anderen so geht, aber bei mir ist es sogar häufig so, dass ich vorab keine große Lust zu spielen habe, sondern die sich erst nach Beginn der Runde scheibchenweise einstellt. Macht nix, allerdings sollte man sich verkneifen, ständig darauf hinzuweisen, dass man gerade keine Lust habe, so schlecht geschlafen habe, den Kopf demonstrativ auf den Tisch zu legen, zu gähnen und andere Späße. Kann alles mal sein und passieren, aber dann kann man sich immerhin so zusammenreißen, dass man die anderen damit nicht noch über Gebühr strapaziert.

Sonstiges

Abhängig von den Gepflogenheiten der Runde sollte man dabei haben, was man so braucht: Charakterbogen, Notizzettel, Stift, eventuell Anspitzer und Radiergummi sowie ältere Aufzeichnungen, zumindest die vom letzten Mal, Würfel, Getränke und Lebensmittel/Naschwerk.

Kann doch alles so schwer nicht sein …

2 Kommentare zu “Sich als Spieler auf eine Session vorbereiten

  1. […] erschien ein Beitrag über Rollenspielvorbereitung der Spieler auf Clawdeen spielt, den ich sehr treffend […]

  2. Schön zusammengefasster Beitrag der für mich die wichtigsten Punkte anspricht. Wenn ich mich an den Anfang meiner Rollenspielzeit erinnere, war vor allem die Charakterkenntnis ein Problem.
    Ich hatte damals noch soviel Zeit und war so begeistert von den tollen neuen Welten, dass Pünktlichkeit und Lust kein Problem waren und Plotkenntnis war immer vorhanden. Ich hab heut noch uralte txt- und doc-files mit Charaktertagebüchern von damals rumliegen. Nachdem ich anfangs in eine erfahrene Runden reinkam, bei der der SL alles an Regeln hatte, wurde immer vorm Spielstart gesteigert und wegen vieler Hausregeln auch meist bei komplizierteren Aktionen erst mit beraten, welche Regel da jetzt aktuell ist. Das hat bei mir etwas gedauert, bis mir klar wurde, die Zeit geht von der Spielzeit ab. Steigern kann ich immer, wenn ich Zeit hab, Spielen nur, wenn alle Zeit haben.
    Inzwischen ist es eher Pünktlichkeit und manchmal auch Lust, Da hat man halt bei der Planung des Spielabends noch nicht berücksichtigt, wie stressig der Tag dann doch wurde. Aber da kann ich dir nur Recht geben, die Spielfreude kommt nach den ersten Minuten und solang sollte man da halt die anderen nicht damit belasten 🙂

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