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SL-Zusammenfassung: Hunter 3 – Sprechen & Denken

Erste zaghafte Schritte in Richtung des zweiten Akts der Chronik und ein neuer Mitspieler mit einem Buchhändler okkulten Schwerpunkts als SC, das war die dritte Session. Nun die lange Version:

Sonntag, 15. März 2009, ab ca. 18 Uhr

Die Charaktere erfahren noch einige Details mehr über die so genannte „Ghanesha-Gruppe“, haben jedoch abschließend wenige Fragen. Vorrangig ist für sie der Ausrüstungslevel der Gruppe und tendenziell enttäuscht müssen sie feststellen, dass es sich wohl eher um eine Art semiprofessionellen Clubs handelt, wenn überhaupt, so dass offenbar wenig für den Umgang mit übernatürlichen Elementen zur Verfügung steht. Umso mehr verwundert die zu unterzeichnende Schweigepflichtserklärung, die – soviel ist rasch allen klar – rechtlich wie auch sonst nicht wirklich Sinn ergibt, was auch Lucy selbst klar zu sein scheint. Sie schlägt vor, dass die Charaktere erst einmal all die Neuigkeiten ein wenig auf sich wirken lassen, sie sich meldet, wenn es spannende Neuigkeiten gibt, an denen die Charaktere teil haben könnten, und dass sich alle ansonsten am kommenden Freitag erneut im Konferenzraum der Gruppe treffen. Erst dann sollen die Charaktere sich tatsächlich entscheiden, ob sie Teil der Gruppe werden wollen oder nicht, wobei sie andeutet, dass es durchaus noch einiges zu entdecken gibt, sie aber nicht sogleich alle Details zur Gruppe preis gäbe, ohne dass die Templiner Gäste sich überhaupt einmal bewährt hätten.

Montag, 16. März 2009

Celestin kann mit sich zufrieden sein, auch wenn er noch nichts unterzeichnet und wie alle anderen auch noch nicht mehr über die Gruppe in Erfahrung gebracht hat. Eine Menge in Erfahrung gebracht hat er seit dem Vorabend hingegen über Lucy, der er sehr viel näher gekommen ist, als er das in dieser kurzen Zeit in Bezug auf sie angenommen hätte.

Die anderen starten am Montag wieder mit ihrem üblichen Tagewerk, derweil am Nachmittag eine junge Frau mit einer rosa-grau gefärbten Löwenmähne und asiatisch anmutendem Äußeren in der versteckt liegenden Templiner Buchhandlung von Dr. Bernhard Lohain auftaucht. Das Verhalten von Hilde Adams könnte man durchaus als unverschämt bezeichnen, gerade wenn man bedenkt, dass sie derzeit offenbar dringend nach einem Buch mit dem Titel „Cultes des Goules“ Ausschau hält und dazu Lohains Hilfe benötigt, doch Lohain erkennt rasch die hinter der Fassade liegende Unsicherheit, auf die er sich jedoch keinen Reim machen kann. Er sagt zu, das Buch für die junge Dame ausfindig zu machen und sich am nächsten Tag bei ihr zu melden.

Dienstag, 16. März 2009 – Donnerstag, 18. März 2009

Bolle und HaJü gehen wieder ihrem üblichen Tagewerk nach, doch beide beschäftigen sich gedanklich noch mit den Ereignissen der letzten Woche und kümmern sich darum, den Freitag Nachmittag frei zu bekommen, um wie geplant wieder nach Berlin zur Ghanesha-Gruppe fahren zu können. Bolle widmet ein wenig seiner Zeit zudem Celestins Bitte, ihm einen VW-Bus zu organisieren.

HaJü liest in dieser Woche besonders gezielt in der Tageszeitung, gerade im lokalen Teil und beginnt, auf ihn merkwürdig wirkende Artikel auszuschneiden, zu kommentieren und in einen möglichst neutralen Ringordner zu packen, den er selbst zu Hause halb versteckt. Bei dieser Gelegenheit stößt er auch auf eine Randnotiz zu einem Mord an einer Bushaltestelle von der vergangenen Woche, ganz offenbar der Mord, den er beobachtet hatte. Doch zu seinem Erstaunen berichtet man dort von Kriminalität und einem Übergriff mit einem Messer auf einen Passanten, der seinen Verletzungen erlag. Außerdem wird angegeben, dass es keine genaue Täterbeschreibung gäbe, ein aufmerksamer Passant jedoch den Krankenwagen gerufen habe. War an diesem Abend anderswo noch ein Mord geschehen? Wohl eher nicht, denn von HaJüs miterlebten Vorfall ist sonst nichts in den Zeitungen zu finden. Allerdings entspricht die Randnotiz zum Mord so gar nicht dem, was HaJü dort miterlebte. Und was meinen sie mit fehlender Täterbeschreibung? Er hatte doch eine angegeben! Seltsam … da kümmert sich HaJü lieber um die Wasserprobe aus Celestins Aquarium, die jedoch die Standardwerte eines Salzwasseraquariums ohne jede Auffälligkeit zeigt.

Auch Frank hält Augen und Ohren ab sofort besonders offen, um etwas über merkwürdige gemeldete Fälle in Erfahrung zu bringen und sich vornimmt, den Neffen des verstorbenen Dr. Simmer auf eigene Faust nochmals aufzusuchen in dieser Woche, denn gerade dieser Fall lässt ihn nicht so recht los. Der Neffe zeigt sich erneut kooperativ, und bei einer erneuten Hausbegehung entdeckt Frank im Keller einen Raum mit einer zunächst eingestürzt wirkenden Wand. Doch, nein, es gibt keinerlei Absenkungen im Haus oder sonstige Probleme, auch die Decke selbst scheint unbeschadet, was den Schluss zulässt, dass irgendwas noch hinter dieser Wand liegt, das zugeschüttet wurde. Der Neffe wirkt entsetzt, als er das Chaos im Keller sieht, scheint jedoch nicht einmal zu wissen, ob es dahinter weiter geht. Wenn, dann läge dort das Wohnzimmer des Hauses, soviel kann er immerhin beitragen. Frank überzeugt den Neffen davon, erst einmal keine Meldung zu dem Vorfall zu machen, sich aber zu überlegen, ob er den Schutt nicht durch günstige Minijobber oder etwas in der Art in absehbarer Zeit entfernen lässt. Außerdem kann Frank dem Neffen einen Schlüsselbund für das gesamte Haus leihweise abschwatzen und der Anblick zahlreicher Krawatten und Krawattennadeln im Schlafzimmer des verstorbenen Dr. Simmer erinnert ihn wieder an die Meldung der Witwe eines verstorbenen Lokalpolitikers, die aufgebracht angab, ihre Haushaltshilfe habe Krawattennadel und Ehering ihres Mannes beim Pfandleiher gefunden. Beides Gegenstände, mit denen der Politiker beerdigt worden war …

In der Buchhandlung taucht am Dienstag ein Mann auf, der sich als Freund der jungen Frau vom Vortag vorstellt und das Buch abholen will, nach dem sie fragte. Dr. Bernhard Lohain hatte das Buch tatsächlich bei einem Antiquar in Neustrelitz ausfindig gemacht und überreicht das Büchlein für 180€, die der Mann anstandslos und ohne zu verhandeln bezahlt. Anders als seine Freundin, die Bernhard draußen im Auto sitzen sehen kann, bringt der Käufer namens Simon Lange einiges an echtem Interesse für die Buchhandlung und auch für Bernhard selbst auf. Ehe er sich versieht, hat Bernhard ihm sogar von seiner übernatürlichen Erfahrung in Priština erzählt, die letztlich zu seiner Frühpensionierung und in letzter Konsequenz zur heutigen Buchhandlung geführt hatte. Im Nachhinein wundert sich Bernhard über seine Offenheit, doch sie zahlt sich aus: Zwei Tage später steht Simon Lange wieder in der Buchhandlung, diesmal jedoch, um das Vertrauen zu erwidern. Er lädt Bernhard zur Ghanesha-Gruppe nach Berlin ein, nachdem er ihm so einiges über die Gruppe erzählt hat und Bernhard nimmt die Einladung dankend an.

Doch auch der Donnerstag Abend lohnt sich für Bernhard, denn um 21.30 Uhr erhält er noch einen Anruf von einem recht forsch wirkenden Mann, der möglichst jetzt und sofort Bücher über Meerjungfrauen, Nixen und derlei erwerben möchte. Bernhard lässt sich überreden, noch einmal zur Buchhandlung zu kommen, und dort trifft er auf Celestin Moreau und Lucy Trester, die sich allerdings mehr im Hintergrund hält. Celestin kauft alle Bücher, die thematisch einigermaßen passen und hinterlässt sogar ein außerordentlich passables Trinkgeld – ein Kunde, den Bernhard so schnell nicht vergessen wird und hoffentlich bald wiedersieht.

Celestin hingegen ist ganz froh, an diese Bücher gekommen zu sein und ebenso, auf diese spezielle kleine Buchhandlung in Templin aufmerksam geworden zu sein. Nachdem seine Woche bislang gemischt verlief, ungewohnterweise in einer kleinen Berliner Wohnung statt in seinem riesigen Haus, dafür aber in mehr als nur angenehmer Gesellschaft verbracht, haben ihn die beiden Besuche bei der Precog Velinka ziemlich geärgert. Diese Räucherstäbchentante redete ein Zeug, mit dem Celestin nur wenig anfangen konnte, und dass sie ihn nicht weiterbrachte, was seine mentalen Fähigkeiten betraf, ließ ihn an der Kompetenz des alten Mütterchens zweifeln. Hinzu kam, dass die Nixe sich zunehmend appetitlos und träge zeigte. Äußerlich ohne sichtbare Veränderungen schien es ihr nicht wirklich gut zu gehen, so dass Celestin am Donnerstag schließlich den Punkt erreicht hat, am liebsten einfach die Hand ins Aquarium zu stecken um zu sehen, was passiert. Noch immer will er nicht so recht daran glauben, dass diese Nixe ihm gefährlich werden könnte, Lucy hingegen hält seine Sympathie für das Wasserwesen für gefährlich. Doch nach etlichen Versuchen, hinter die Bedürfnisse der Nixe zu kommen, geht es endlich ein wenig voran. Der Donnerstag Abend ist der Abend, an dem er erstmals ein Gefühl von der Nixe ausgehend wahrzunehmen glaubt. Etwas wie starke Sehnsucht, fast so etwas wie Heimweh, das in ihr aufkommt, als Celestin ihr das Bild eines Welses zeigt.
Doch ausgerechnet der Buchhändler Dr. Lohain bringt ihn schließlich auf die Idee, der Nixe nicht Lebendfutter zu bieten, sondern einen gänzlich anderen Lebensraum.

Freitag, 19. März 2009

Vormittags wagt Celestin das Experiment, die Nixe mittels eines feinen Nudelsiebs in ein Süßwasseraquarium zu überführen. Schon als er dieses improvisierte Becken aus Plexiglas vor das Salzwasseraquarium, in dem sich die Meerjungfrau befindet schiebt, erreicht ihn wieder ein Gefühl aus ihrer Richtung: Vorfreude. Und tatsächlich lässt sie sich friedlich in das neue Aquarium bringen, ohne irgendwelche Mordanschläge auf Celestin zu unternehmen. Im Gegenteil: Wie anfangs zur Begrüßung und zum Abschied schwimmt sie zur Scheibe und greift symbolisch mit beiden Händen nach seinem von der anderen Seite gegen die Scheibe gedrückten Finger, statt wie in den letzten Tagen die Stirn gegen die Scheibe zu pressen. Zu Celestins Verwunderung macht sie sich nicht sogleich über die beiden Welse, die sich im Aquarium befinden her, doch was das betrifft, würde er sich später mal genauer darum kümmern.

Um 18 Uhr finden sich alle wieder im Konferenzraum der Gruppe ein, wo sie auch die Bekanntschaft von Dr. Bernhard Lohain machen. Es kommt zu einigen Diskussionen, als es um die Unterzeichnung der Schweigepflichtserklärungen geht, doch schließlich unterschreiben alle und Lucy berichtet von den aktuellen Neuigkeiten:

Sie geht davon aus, dass der verstorbene Dr. Simmer in irgendeiner Form Kontakte zu Ghulen bekommen hat, die ihn vermutlich nicht gefressen haben, da alle bisherigen Infos darauf schließen lassen, dass er sich länger aus vornehmlich anthropologischer Sicht mit ihnen befasste. Möglicherweise ist Simmer später Opfer der Ghule geworden oder wurde selbst zu einem, das ist derzeit nicht zu sagen, doch in jedem Fall scheint es in Templiner Umgebung Ghule zu geben – die vermutlich irgendwo unterirdisch leben.

Zugleich haben zwei Meldungen des Vormittags die Aufmerksamkeit der Gruppe geweckt:

In einem alten Fabrikgebäude auf längst vergessenem Gelände nördlich von Berlin wurde eine zerfetzte Leiche gefunden, offenbar bereits die dritte Leiche innerhalb der letzten zwei Wochen, und offenbar zerfetzt von Hunden oder ähnlichem. Kann es sich bei der Fabrik um Teil eines Werwolfterritoriums oder etwas in der Art handeln?

Zugleich hatten Gärtner eines Berliner Vororts die Polizei alarmiert. Schon länger hatten sie sich über offenbar von Fremden eingebrachte Asche in den Rosenbeeten des Parks gewundert, waren aber von besonders ökologisch interessierten Mitbürgern ausgegangen, die zusätzlich düngen wollten oder etwas in der Art. Nachdem am Vormittag ein menschliches Ohr inmitten der Asche eines Beetes gefunden wurde, bekam die Asche jedoch einen anderen Stellenwert. Knapp 20kg Asche hatte die Polizei am Vormittag neben dem Ohr geborgen, weitere Informationen dazu sind bislang nicht bekannt geworden.

Die Charaktere beschließen, einen Blick auf die alte Fabrik zu werfen, bevor sie nach Templin zurückkehren, um sich dort auf den Friedhöfen mal genauer in Bezug auf den Simmer-Fall umzusehen. Die Fabrik ist dank Lucy, die die Charaktere begleitet, rasch gefunden. Sie nähern sich von der offenen Seite, nicht von dem ehemals offiziellen Tor aus, und kurz nach dem Aussteigen fallen ihnen bereits die Reifenspuren auf dem Platz auf. Für Frank sieht es aus, als hätten Jugendliche etwas oder jemanden mit quietschenden Reifen wiederholt kreisförmig umfahren, doch das Interesse an den Reifenspuren wird bald abgelöst durch das Erkennen von Schuhabdrücken, die sich in Richtung Fabrikgebäude bewegt haben.

Sie folgen den Spuren ins Innere, wobei Lucy und Frank als Bewaffnete voran gehen, wo es nicht lange dauert, bis Frank Blutlachen auffallen. Bei genauerer Untersuchung stellt er fest, dass offenbar jemand angegriffen wurde, der sich zu wehren und/oder zu fliehen versuchte, dabei wiederholt von einem scharfen, unregelmäßig geformten Gegenstand oder womöglich tatsächlich Zähnen verletzt wurde, sogar ziemlich schwer, wie die Reichweite mancher Spritzer vermuten lässt. Er kommt jedoch nicht dazu, sich das Ganze noch näher anzusehen, denn ein nachdrückliches Knurren nicht weit entfernt lenkt die Aufmerksamkeit der Charaktere auf sich. Im Schein von Franks Taschenlampe sind drei sprungbereite Dobermänner zu erkennen. Bernhard versucht sich als Hundeflüsterer, weil er sich mit Hunden einigermaßen gut auskennt, doch schnell ist klar, dass es nur eine Option gibt, wenn sie die Hunde nicht über den Haufen schießen wollen: Rückzug.

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