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16. Inplay-Zusammenfassung: „Vorzeichen & Stämme“ (Werwolf, TS)

Freitag, 03. Juni, Vollmond

Ich wache pünktlich kurz vor sieben Uhr auf wie geplant. Den Wecker kann ich ausstellen, ich bin von allein wach geworden. Neben mir liegt Solarienne, ihr Fell gegen meine Seite gedrückt, und ich habe mich selten so sehr gefreut, sie in meiner Nähe zu wissen, und dann auch noch so nah. Mit Adriano ist noch nicht wieder so wirklich etwas anzufangen, die anderen … ich kann nichts Schlechtes über sie sagen und anders als Adriano mache ich mir schon Gedanken, ob das irgendwie Schicksal ist, dass sie auf uns getroffen sind. Ich meine, ist schon komisch, dass drei Garou, allesamt rudellos, in Köln und Umgebung aufgetaucht sind, vier, wenn ich Marie mitzähle. Genau jetzt, wo es von uns nur noch zwei gibt. Zwei … was für eine scheißtraurige Zahl. Und auch, wenn ich die anderen teils mehr, teils weniger durchaus als welche sehe, die Adriano und mich – und sich selbst natürlich auch – wieder zu irgendwas machen könnten, dass ich mir wieder vollständiger vorkomme, verstehen sie doch nicht, was in mir gerade vorgeht. Adriano versteht es, doch er ist zu sehr in sich gekehrt, zu sehr damit beschäftigt, das alles mit sich allein auszumachen. Naja, was wirklich anderes mache ich ja auch nicht, ist auch schwierig. Aber Solarienne … dass sie hier bei mir liegt statt bei ihrem Rudel, hilft mir. Ich hoffe, ihr auch.

Außerdem habe ich ziemlich kacke geträumt. Ich hab von Michael geträumt, der die Straße entlang ging und dann von einer Ratte angesprungen wurde. Sie ist ihm unter den Pulli gekrabbelt. Michael fing an zu schreien und etwas Rotes, wohl Blut, sickerte durch seinen Pulli hindurch. Ich hab zusehen müssen und konnte nicht eingreifen, war ziemlich verzweifelt deswegen, als sich dann Finsternis über die ganze Szene legte und ich nur noch Darzels Stimme hörte. Ich hab nicht verstanden, was er sagte. Nicht, weil er genuschelt hätte oder so, sondern einfach, weil das irgendeine Sprache war, die ich nicht kenne. So kisuaheli-mäßig. Als es wieder hell wurde, war die Ratte offenbar weg, jedenfalls waren Michaels Klamotten zwar noch blutig, aber ihm selbst ging es wohl gut und er schien gut gelaunt zu sein.

Dass ich von Michael geträumt hab, wundert mich nicht. Wenig beschäftigt mich im Moment so sehr wie er. Immer noch würde ich am liebsten auf dem Absatz kehrt machen, nach Köln zurück, ihn mir unter den Arm klemmen und irgendwo verstecken, ihn irgendwo hinbringen und beschützen. Wohl mehr wie eine Löwin als eine Wölfin. Wenn ich sonst schon nichts kann, dann bitte, wenigstens meinen Bruder beschützen. Wenigstens ihn.

Ich krabble leise und vorsichtig aus dem Zelt und setze mich vor das mittlerweile einigermaßen heruntergebrannte Feuer in der Nähe unserer Zelte. Niemand scheint schon unterwegs zu sein, das ist gut. Ich sehe in die Flammen und denke an Michael, wie versprochen, genau ab sieben Uhr. Ich denke auch daran, dass ich Darzel ganz sicher von diesem Traum erzählen werde, denn irgendwie glaube ich, er kann damit vielleicht sogar mehr anfangen als ich. Er hat im Traum seinen Teil der Abmachung eingehalten. Ich hab nicht gehört, dass Michael seinen Namen gesagt oder, wie ich es ihm beigebracht hatte, gedacht hat. Sicher hört man Leute nicht denken an sich, schon klar, aber das war immerhin ein Traum, da geht alles. Ist aber auch egal. Hauptsache, es ist gut ausgegangen. Gut, dass ich nicht früher wach geworden bin. An sich schlafe ich nicht mehr so lange am Stück. Vier Stunden, das ist ne Menge Holz am Stück, seitdem ich mich zum ersten Mal verwandelt habe. Ist aber gut so. Wenn ich bei der Rattenpulliszene schon aufgewacht wäre, dann hätten mich keine zehn Pferde mehr hier halten können. Und das wäre schlicht ziemlich dämlich gewesen. Manchmal sind Charlottes aber nun mal einfach dämlich. Aber das hatten wir auch schon.

Daniel krabbelt aus dem Zelt der Jungs. Leise pfeife ich und winke ihn zu mir herüber. Ich find ihn amüsant. Griesgrämig, dauerhaft mit sich und der Welt unzufrieden, aber ziemlich direkt und schlagfertig. Auf die ersten beiden Sachen könnte ich auch verzichten, aber die letzten beiden Sachen machen es bislang wieder wett, auch wenn er offenbar Koffeinpillen schmeißt, um sich auf Zack zu halten. Mann, Mann, Mann. Das Gespräch jetzt am Morgen, so in Ruhe und unter vier Augen, das ist allerdings nicht allzu ergiebig. Ich versuche ihm zu erklären, in was für ein Schlamassel er da geraten ist, fasse zusammen, was in den letzten Tagen passiert ist – was mir nicht allzu leicht fällt -, und vor allem versuche ich, seine schlechte Meinung von Solarienne ein bisschen gerade zu rücken. Aber er ist stur. Er scheint die Silberfänge generell nicht zu mögen. Kein Ding, verstehe ich voll, geht mir nicht anders, aber … es gibt halt solche und solche, wie überall sonst auch. Und Solarienne, die gehört einfach zu den anderen solchen, die ist in Ordnung, sie hat scheißeviel verloren, und da hat man das Recht, sich auch mal daneben zu benehmen. Mal ganz abgesehen davon, dass sie sich trotz allem bei weitem besser im Griff hat als ich. Auf dem Ohr ist Daniel allerdings taub, wie es scheint. Und er scheint auch sonst eine etwas andere Vorstellung von den Dingen in Köln zu haben, redet sich den Mund fusselig mit Planungen und Strategien und all solchen Sachen. Das interessiert mich aber gar nicht. Ich hab nichts gegen Pläne, und klar, alleine sollte da keiner mehr von uns irgendwie auf Tour gehen, aber wieso soll ich denn da planen? Ich bin keine Bauzeichnerin oder sowas, ich will nicht planen. Ich will nur die alle in Stücke reißen, die mich in Stücke gerissen haben. Find ich nicht zu viel verlangt. Ist ausgleichende Gerechtigkeit. Sieht Daniel nicht so. Tja. Wir werden sehen.

Nach und nach zieht es alle anderen auch aus den Zelten und wir sitzen schließlich alle gemeinsam über Früchtebreischüsseln beim Frühstück, für uns allein, nur einmal unterbrochen von einer vor Freude übersprudelnden Solarienne. Das verwirrt mich erst komplett, aber dann erzählt sie, dass sie sich nur verabschieden wolle, weil sie herausbekommen habe, dass eins ihrer Kinder, ein Mädchen, noch lebe. Und – schwupps – ist sie auch schon weg. Wenigstens ein Kind übrig also. Dann gibt es vielleicht doch sowas wie zumindest einen kleinen Funken Fairness auf der Welt, wer weiß. Hätte lieber größere Funken, aber ein kleiner ist besser als keiner.

Ich fackel nicht lange und frage Marie, was die ganze Nummer mit dem „Vertraut mir einfach und glaubt nicht, was andere euch sagen“, Solariennes Ausraster bei ihrem Anblick und all der Kram sollte. Ganz so viel Neues kommt dabei nicht herum. Im Groben stimmt das wohl schon alles so, was sie uns erzählte. Der Haken liegt mehr darin, dass sie wichtige Teile weg gelassen hat. So Sachen wie Marie als Spionin nach Rudeln im Umfeld des Territoriums ihrer Familie in der Nähe von Bonn. Und nicht nur spionieren, sondern madig machen, aus dem Gleichgewicht bringen, entzweien und dann vertreiben – oder sogar töten. ‚Kann passieren‘, sagt sie, ohne mit der Wimper zu zucken. Ich bin ja nicht so wirklich überzeugt von meinem Elternhaus und dem, was meine Eltern da so vorleben und so, aber das ist schon wirklich mal krasser Tobak. Natürlich hatte sie das auch mit uns vor, so eigentlich, bis sie es sich anders überlegt hat. Erklärt natürlich auch ein bisschen, wieso Köln freies Territorium war bislang. Wenn ihre Familie da alle verscheucht oder platt macht, die in die Gegend kommen, wundert einen nix mehr. Mich wundert eh nix mehr.

Wann genau sie sich das überlegt hat, kommt nicht so wirklich raus. Ob das schon war, als Adriano sie aus dem Zwinger befreit und mitgenommen hat, ob das war, weil die beiden sich zwischendurch in meinen Augen schon mal mehr zu mögen scheinen, als gesund für sie ist, ob das erst war, als die ganze Scheiße bei uns losgegangen ist, bei dem „Unfall“, den wir hatten oder noch später: Keine Ahnung. Sie entschuldigt sich mehrfach für ihre ursprünglichen Absichten und versichert, das alles wirklich nicht mehr vor zu haben, erklärt außerdem, dass sie tatsächlich weggelaufen sei. Das mit diesem Verpaarungszeug, das sie mal angedeutet hatte, stimmt wohl wirklich, und da hatte eine Marie dann wohl weniger Bock drauf als auf andere Werwölfe zu ärgern und zu zerstören. Ist ja klar … wenn es einen dann mal persönlich betrifft und so, nöch. Sie möchte gern bei uns bleiben, sagt sie, und ich bin total überrascht, als Adriano das in Frage stellt.

Adriano meint, wir hätten nun wirklich schon genug Ärger und bräuchten nicht noch zusätzlichen durch Maries Familie, die wohl aus Vater, Onkel, Tante und Cousin besteht. Besser wäre, wenn wir uns mal erst um unseren eigenen Kram kümmern, da wäre der Batzen schließlich groß genug. Sagt er alles anders, eben im Adriano-Style, aber wie auch immer, das ist das, was er eben sagt. Howgh, der Chef hat gesprochen. Ich rühre einen Moment in meinem Brei rum und versuche, seine Worte und die Entscheidung, die da drin steckt, sacken zu lassen. Aber … nee, das geht so nicht, das kann ich so nicht stehen lassen. Wir können Marie nicht einfach stehen lassen, nicht einfach irgendwo abladen und auch nicht einfach zurückbringen. Gut, sie hat Scheiße gebaut, hat wohl die letzten fünf Jahre, die sie als Garou rumflitzt, sogar ziemlich viel Scheiße gebaut. Find ich auch nicht so groß und die damit verbundene Einstellung ist Käse. Dass ihre Familie genau so eine Einstellung propagiert und über Leichen geht, macht es nicht gerade ungefährlicher, ihr Asyl zu gewähren oder sowas. Seh ich alles ein. Und ich seh sogar ein, dass wir schon genug Mist an den Hacken haben.

Aber sie hat sich entschuldigt, und uns hat sie nichts getan. Sie hat den Krankenwagen für Kat gerufen, sie hat mit den Leuten da geredet, sie hat Kat aus der Notaufnahme geholt, sie hat dafür gesorgt, dass ich mich noch einmal richtig von ihr verabschieden konnte, sie hat mir geholfen, meinem Bruder noch einmal leise Tschüss zu sagen und ihm Darzels Namen beizubringen.

„Bin ich der einzige, der das Gefühl hat, versagt zu haben?“, fragt Adriano schließlich halbwegs aufgebracht.

Nein, bist du nicht, Adriano, bist du nicht. Aber das hilft uns jetzt auch nicht. Dir nicht, mir nicht. Hast du mir nicht zugehört bei meiner Trauerrede? Ich habe nicht die Absicht, mich in ein Mauseloch zu verkriechen. Ich will meine Wunden lecken und zurück nach Köln. Du siehst eine große Stadt, gefährliche Gegner und solche, die wir bislang nicht verstehen und darum nicht besiegen, bislang nicht einmal aufspüren können, siehst unsere Niederlage und unsere Verluste. Ich sehe einfach eine Stadt, die ich verdammt noch mal kenne wie meine Westentasche, die sehr viel kleiner ist als die gesamte Welt, zu deren Erhalt und deren Rettung genau wir da sind, jeder einzelne von uns. Was wir nicht verstehen, müssen wir lernen, und wenn wir auf die Fresse fliegen, müssen wir wieder aufstehen. Wer vom Pferd fällt, muss auch wieder rauf. Sonst macht man genau gar nichts wieder gut und schon gar nicht besser, sonst schürt man nur Ängste, wo Zorn hingehört. Also, Adriano, steh verdammt noch mal wieder auf! Mit dir ist nicht nur einzige außer mir noch übrig, sondern auch der einzige, dem ich zu folgen bereit bin. Aber nicht so. Und verdammt, wenn Marie nur einen Bruchteil von all dem getan hätte, was sie für uns getan hat, dann ändert das nichts daran, dass eine mehr auf unserer Seite sicherlich mehr nützt als schadet. Sicher ist sie ein Risiko, aber wem können wir schon noch vertrauen? Und sie bittet sogar darum, dass wir es tun. Wenn Solarienne ihre Entschuldigungen und Beteuerungen schon annimmt, sollten wir das auch tun. Und von all dem abgesehen: Ich lasse niemanden zurück, der um Hilfe bittet. Ich lasse niemanden allein, der Gesellschaft braucht. Mich hat man viel zu oft allein gelassen. Ich weiß jetzt warum, aber das verstärkt nur meine Absichten, das nicht ebenso zu machen. Schon gar nicht bei denen, die sind wie wir. Wir nehmen sie mit, Adriano, da verlass dich drauf. Du hast dich mit mir angelegt, als es darum ging, dass ich einen von uns nicht aufhielt, der freiwillig ging, um den Rest und unsere Chancen hinsichtlich unserer Aufgabe in der Umbra zu sichern, warst sauer und hast gemeint, dass wir niemanden zurücklassen dürften, ich aber genau das getan hätte, obwohl es so nicht war. Wir haben uns versprochen, uns die Hand darauf gegeben, dass wir Entscheidungen akzeptieren würden, wie sie fallen, wenn wir mal ein echtes Rudel sind. Wir waren eines. Jetzt sind wir keines mehr. Du hast entschieden, ich habe akzeptiert. Und jetzt werden die Karten neu gemischt. Meine Loyalität hast du, Adriano, aber jetzt bin ich es, die dir sagt, dass wir niemanden zurücklassen werden und die sich im Zweifel gegen dich stellt, so wie du dich auf unserem Weg zum Palast des Helios gegen mich gestellt hast.

Ich bin sauer, bin enttäuscht, dass ausgerechnet Adriano Zweifel hegt und Marie ins Aus schieben will. In Maries Gesicht sehe ich, dass es bei ihr nicht viel anders aussieht. Gerade der, an den sie sich am meisten gehängt hat, warum auch immer, will ich so genau gar nicht wissen, lässt sie jetzt im Stich, so wie es aussieht. Aber offenbar ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, das endgültig auszudiskutieren, denn Quinn und Adrianos Mutter kommen zu uns und eröffnen uns, dass sie sich überlegt hätten, eine Art Unterricht für uns einzuführen. Geil, Schule, da stand ich ja schon immer total drauf. Ich seufze in meinen Brei und höre zu, als es heißt, dass wir uns gleich zusammen setzen und dann ab sofort quasi den lieben langen Tag lernen dürfen. Hoffentlich ist das alles spannender und sinnvoller als die Schule es war. Wofür der Satz des Pythagoras gut ist, hab ich bis heute noch nicht begriffen. Vielleicht für perfekte Nussecken, aber selbst das wage ich zu bezweifeln.

Ist alles nicht so unspannend, wie ich erst befürchtet hatte. Nach diversen Aberglaubesachen zum Thema Werwolf besprechen wir die Vorzeichen der Garou, und da weiß ich ziemlich viel, wie ich feststelle. In der Zwischenzeit hab ich nicht nur die ersten beiden Patches für eine Decke zusammengenäht, sondern auch aus schwarzem und weißem Stoff einen kleinen Hund für Ciprian. Dann verliert er seine Hunde vielleicht nicht so schnell oder hat sie auch dann ein Stück weit bei sich, wenn sie gerade nicht da sind, warum auch immer. Ciprian freut sich offenbar ziemlich über das Geschenk, wieso er irgendwas von einer Kuh redet, erschließt sich mir allerdings nicht so ganz. Ist auch egal, ich widme mich wieder den Patches und spitze die Ohren. Wenn das hier fertig ist, wird das mal eine verdammt große Decke, und die ist längst nicht fertig, wenn die Patches es zu sein scheinen, denn da will ich noch so einiges drauf sticken. Ich hab mir überlegt, dass ich … und dann sind auch schon die Galliards dran und Adrianos Mutter meint, dass meine Näherei durchaus auch zu meinem Vorzeichen passe und ein Teil davon sei. Witzig, so hab ich das noch gar nicht gesehen. Aber wahrscheinlich hat sie Recht, denn die Decke wird, wenn sie fertig ist, in der Tat eine ganz eigene Geschichte erzählen. So ist zumindest mein Plan.

Zum Glück ziehen wir den Unterricht nicht straight bis zum Abend durch, denn dann wäre ich – Patches hin oder her – doch irgendwann eingepennt oder so. In der Mittagspause, die bis zum frühen Abend gehen soll, gibt es nicht nur ein bisschen Nachschubfutter und eine Verabredung mit Darzel für den nächsten Morgen, sondern zum Glück auch ein bisschen Action. Mortima macht Schwertkampfübungen und ist gerne bereit, Marie und mir zu zeigen, wie das so geht, wenn auch aus Sicherheitsgründen mit Stöcken statt Schwertern. Erst mal wieder Theorie, aber diesmal praktischer Art, als er was von Scheitelhaus und Zornhaus und sowas erzählt, dann ist das Ganze nur noch praktischer Art. Macht Spaß und tut gut, denn mir tat schon ein bisschen der Arsch weh von dem ganzen Rumgesitze an einem Fleck. Ich bin so mit dem Umsetzen von Mortimas Anweisungen beschäftigt, dass ich fast das Erscheinen der Loreley höchstpersönlich verpasst hätte, die Daniel mit einem fetten Wasserschwall begrüßte, als der sich eine Zigarette anzündet. Ich versuche mich zu beherrschen, was mir nicht so wirklich gelingt, aber den größten Teil meines schallenden Gelächters kriegt Daniel nicht mehr mit, denn er verkrümelt sich, diesmal berechtigt schlecht gelaunt, vom Caern weg, um seinen Nikotindrang zu stillen.

Abends geht es weiter mit dem Lernen. Adrianos Mutter erzählt uns von den Stämmen, von allen, also von denen, die es noch gibt und die Geschichte von denen, die es nicht mehr gibt. Das ist ziemlich interessant und da ist viel Neues für mich dabei, außerdem setzt sie uns nicht nur einem ellenlangen Dialog aus, sondern lässt uns auch hier ein bisschen was von dem einbringen, das wir selbst schon so wissen. Ich stelle im Stillen fest, dass ich bislang offenbar recht gut zugehört habe in meinem Leben als Garou, denn ich weiß schon mehr, als ich gedacht habe. Naja, spannende Sachen merkt man sich eben leichter.

Und dann ist – juhu – Feierabend für heute! Mortima meint, er wolle am nächsten Tag jagen gehen, wofür nicht nur ich ebenfalls gern zu haben bin. Wegen Tag und Nacht und draußen und drinnen und sonstigem komischen Kram kriegen sich Mortima und Daniel ein bisschen in die Wolle. Mortima fordert Daniel heraus, doch der hat gerade gar keinen Bock auf so eine Nummer und verdünnisiert sich einfach. Wörtlich übrigens, denn er verschwimmt vor unseren Augen und ist dann einfach weg. Schnüffelnd macht sich Mortima auf die Suche, erwischt Daniel hier und da, und letztlich fetzen die beiden quer durch den gesamten Caern, mal mehr und mal weniger in unserem Blickfeld, und keiner von beiden macht Anstalten aufzugeben. So geht es eine ganze Weile, doch nachdem ich mit Adriano zusammen ein paar Humpen Bier von den schon wieder feiernden und singenden Fianna geholt habe, verläuft der restliche Abend gemütlich. Mortima zieht es schließlich wieder zu Gesang und Gefeiere, doch meistens sitzen wir etwas abseits zusammen und ich bin dankbar dafür, nicht in dieses Getümmel zu müssen. Heute war ein guter Tag, aber zum Feiern reicht es längst nicht für mich, und da die Fianna auch wenig übrig haben für schlechte Laune an ihren Lagerfeuern, wäre ich da drüben bei denen einfach nicht richtig aufgehoben.

 

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