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SL-Zusammenfassung: Mumien VII- “Über Grenzen hinaus”

Dienstag, 25.10.2011

Samu nimmt seinen Termin um 8 Uhr morgens bei der örtlichen Polizei wahr. Zunächst sieht es so aus, als wollte man nur nochmals die Angaben seiner Aussage überprüfen und sie ihm zur Überprüfung vorlegen, dann jedoch wendet sich das Blatt und Samu findet sich plötzlich als Tatverdächtiger Nr. 1 vor. Die Obduktion ergab zwar, dass seine Frau Lumi an einer Überdosis Tabletten starb, doch fand man auch Tablettenreste in ihrer Wangentasche, was zusammen mit der Tatsache, dass diese nicht auf Grund eintretenden Todes dort verweilten, den Verdacht der Fremdeinwirkung erhärtete. Samu wird verboten, das Land zu verlassen, ein weiterer Anhörungstermin gehe ihm postalisch zu, wie man sagt. Da er bislang weder straffällig geworden ist, lange Zeit als fleißiger Behördenmitarbeiter tätig war und zuletzt, weil konkrete Beweise gegen ihn derzeit nicht vorliegen, verzichtet man auf weitere Maßnahmen – wohl eher gezwungenermaßen als aus Nächstenliebe.

Während Samu den restlichen Tag schlecht gelaunt, schmollend und grollend in der Wohnung verbringt und Lenja mit einem Gespräch über Kinder unwissentlich ziemlich auf die Palme bringt, beschäftigt Melekh sich in erster Linie mit den Kindern, die er am Folgetag für eine derzeit unbestimmte Zeit allein lassen will, wenn es für die drei Aminte nach Ägypten gehen soll, um Amani, Melekhs Schwester, zu holen.
Dass die Kinder allein bei diesem seltsamen Kindermädchen Lara zurückbleiben sollen, sieht Melekh noch immer mit gemischten Gefühlen. Er mag diese junge Frau, von der er nach wie vor überzeugt ist, dass sie eigentlich ein Geist ist, aber gerade ihr für ihn offenbar übernatürliches Wesen macht ihn auch unsicher, was diese Entscheidung betrifft.
Ausgerechnet an diesem Tag vor der Abreise zeigt sich der 2-jährige Rasir besonders quengelig. Für Melekh ist nach eingehender Untersuchung klar, dass dem Kleinen nicht nur die Backenzähne Probleme bereiten, sondern er offenbar zudem erkältet ist und leicht erhöhte Temperatur aufweist. Er entschließt sich zunächst abzuwarten, da offenbar nichts Bedrohliches vorliegt. Was die Einnahme von etwas zu essen betrifft, zeigt Rasir sich zu Melekhs Sorge jedoch besonders störrisch, doch schließlich gelingt es Lara, den Kleinen zum Essen zu bewegen – offenbar dank der Hilfe eines Holzlöffels, dem eine ganz besondere Energie inne wohnt und an dem Wasser abzuprallen scheint, obwohl es den Löffel dennoch reinigt, wie Melekh feststellt.
Nach einem längeren Gespräch mit Lara beschließt Melekh, dem Kindermädchen auch in übernatürlicher Weise mehr Vertrauen entgegen zu bringen – mehr bleibt ihm derzeit ohnehin nicht übrig. Doch den Jungen, der immer noch – wenn auch leise – quengelnd und weinend in seinem Bett liegt, einfach so sich selbst zu überlassen, das kann und will Melekh nicht, also entschließt er sich zügig dafür, ihm sicherheitshalber doch das Tonikum zu verabreichen. Gesättigt, mit dem Tonikum versorgt, das Melekh ihm mit Laras Hilfe halb einflößen kann, halb in Form einer Paste vorsichtig auf das schmerzende Zahnfleisch gibt und beruhigt durch Melekhs Berührungen und Nähe schläft der Junge schließlich doch noch friedlich ein und das ungesunde Rot auf seinen Wangen ist verschwunden.

Abends macht sich Lenja nochmals auf den Weg, um die für die Aminte bestellten Pässe abzuholen. Wie vereinbart wartet ihr Kontakt an der verabredeten Stelle und händigt ihr die Unterlagen aus – nur Amanis Reisepass ist lediglich eine fotolose Attrappe, denn von ihr haben die Aminte bislang kein entsprechendes Bild organisieren können. Reichen die drei ein Bild nach, wird Rasmus einen gültigen Pass nachsenden. Diese Vereinbarung war für Lenja nicht allzu schwer in dieser Form zu treffen.

Die Nacht verläuft nur für Samu ruhig. Lenja wird mehr denn je von diesen Albträumen geplagt, in denen sie die Stimme ihrer verstorbenen Freundin hört und die Geräusche Marschierender sowie schreiender Menschen, und was Melekh betrifft, so lässt ihn die Aufregung, nach Ägypten zurück zu kehren, um dort seine Schwester zu retten, nicht zur Ruhe kommen.

Mittwoch, 26.10.2011

Zeitig machen sich die drei Aminte auf den Weg zum Flughafen in Vantaa und kommen nach gut neun Stunden Flug um 20 Uhr in Ägypten an. Lenja fühlt sich gerädert, wird jedoch wie Melekh auch von der Aufregung vor allem wach gehalten, während Samu sogar noch einen Großteil des Fluges zusätzlich zur Nachtruhe zuvor verschlafen hat und entsprechend ausgeruht in Kairo ankommt.

Am Flughafen treffen sie auf Naranj, für Lenja und Samu das erste Zusammentreffen mit der Aminte, von der Melekh bereits einiges erzählt hat. Sie wirkt mit ihren blonden Haaren, den blauen Augen, dem eher hellen Teint  und in einem luftigen weißen Kaftan zugleich sehr harmonisch wie auch nicht ganz zur Umgebung passend, doch selbst der misstrauischen Lenja ist nach kurzer Zeit klar, dass die von Naranj ausgehende Fröhlichkeit und Freundlichkeit nicht aufgesetzt, sondern echt ist.
Naranj lädt die Aminte in ein Kaffeehaus in Kairo ein – und Melekh sieht sich mit seinen Erinnerungen konfrontiert, als Naranj die drei ausgerechnet in das „Seattle Coffee House“ mit seiner seltsamen Mischung aus traditionellem arabischem Kaffeehaus und chinesischem Garten mit angeschlossenem Restaurant führt.
Naranj versucht, Samu und Lenja ein bisschen besser kennen zu lernen, doch beide zeigen sich verhalten. Naranj wiederholt mehrfach ihre Einladung, sie jederzeit zu kontaktieren oder als Gäste zu ihr in die Oase zu kommen, doch auch das scheint derzeit nicht im Fokus der beiden zu stehen. Naranj übergibt Lenja einen Umschlag, in dem sich ein gültiger Pass für Amani befindet, dann teilt sie den dreien noch mit, dass sie ein Hotelzimmer für die Nacht ohne jede Verpflichtung für sie reserviert habe und verabschiedet sich schließlich. Die misstrauische bis grummelige Art von Lenja und Samu scheint sie zwar wahrzunehmen, aber übergeht diese völlig.

Lenja würde gern noch ein wenig von Ägypten sehen und Melekh nimmt nicht nur das Interesse wahr, sondern sieht auch die Notwendigkeit, seinen neu gewonnenen Freunden mehr Einblick in seine Kultur zu geben, so dass er entsprechende Ausflüge überlegt, doch Samu setzt dem Ganzen Grenzen und weist Lenja darauf hin, dass man Melekhs Bereitschaft nicht ausnutzen solle, sondern sich lieber erst einmal um dessen Schwester kümmere.
Schließlich einigen sich die drei, nicht in Kairo zu übernachten, sondern einen Mietwagen zu organisieren, lediglich einige Dinge aus Melekhs ehemaliger Wohnung zu holen und noch in dieser Nacht gen Alexandria zu fahren – allerdings zumindest mit einem kleinen Abstecher zu den Pyramiden, um zumindest einmal aus der Nähe an ihnen vorbei gefahren zu sein. Lenja ist begeistert und zwingt sich zu einem völlig übermüdeten Blick aus dem Fenster, während Samu sehr damit beschäftigt ist, sich vor allem auf die Straße und ägyptische Fahrgepflogenheiten zu konzentrieren und Melekh sich maßlos darüber aufregt, dass man eine McDonalds-Filiale praktisch gleich neben die Sphinx gesetzt hat. „Ein Monument der Ewigkeit neben einem Moment des Konsums“, wie Lenja noch treffend bemerkt – bevor sie wieder einschläft.

In Alexandria checken die Aminte in das unterwegs reservierte Hotel ein, wobei Samu die schlafende Lenja trägt, dann legen sie sich gegen 2 Uhr morgens zur Ruhe.

Donnerstag, 27.10.2011

Die ersten Sonnenstrahlen wecken die drei Aminte auf und alle drei sind unabhängig davon, dass sie wenig geschlafen haben, völlig wach und fühlen sich so ausgeruht und voller Energie und Tatendrang wie schon länger nicht mehr. Überschwänglich erläutert Melekh den anderen, dass es genau diese Kraft Ras sei, die Helsinki vermissen lasse, genau das sei, wovon er den anderen die ganze Zeit über berichtete, doch Samu nimmt seinen Tatendrang eher pragmatisch hin und Lenja ist vielmehr davon angetan, die gesamte Nacht durchgeschlafen zu haben – ohne Albträume.
Sie saß im Traum wieder am Bett dieses Mannes, ganz ohne Zweifel ihres Geliebten. Ein sonnendurchfluteter großer Raum, ein antik wirkendes Bett, ein harmonisches Bild, und doch war sie voller Sorge um den Mann, dessen Hand sie hielt, obwohl sie zugleich voller Hoffnung war, dass seine Wunden heilen würden – sein verbundenes rechtes Auge, das verbundene linke Ohr, der umwickelte Hals … und all die anderen Wunden in seinem Gesicht. Er würde nie wieder aussehen, wie er einst war, doch das war egal. Hauptsache, die Wunden vernarbten und er würde doch noch immer ihre große Liebe sein.
Der Traum endete ohne die Schreckensvision, die sie einst in diesem unterirdischen Gang gehabt hatte und dieses doppelte Glück, kein Albtraum aus Helsinki und keine Schreckensvision am Ende dieses eher romantischen Traums, führt zu einer sehr ausgeglichenen Grundstimmung bei Lenja, wie sie diese schon länger nicht mehr empfand.

Die drei verbringen den Tag damit, das Haus der Metschetschis in Augenschein zu nehmen, indem sie sowohl daran vorbei fahren als auch den Gartenbereich von der Strandpromenade aus in Augenschein nehmen, außerdem nimmt Melekh den SMS-Kontakt zu Amani wieder auf. Sechs bewaffnete Wachen stehen zwischen ihm und seiner Schwester und es dauert den gesamten Tag, bis die Aminte endlich einen Plan erarbeitet haben, den sie für ausreichend friedlich und durchführbar halten, wobei es interessanterweise eher Lenja als Melekh ist, die wiederholt darauf hinweist, auch die Wachen seien ihrer Ansicht nach unschuldige und somit durchaus schützenswerte Wesen, was immer mal wieder – wenn auch nur sehr kurzzeitig – zu Diskussionsstoff führt.

Abends erhält Abda, eine Hausangestellte, das Gift, das Melekh eigentlich Zaid verabreichen wollte, um es Amani am nächsten Morgen auszuhändigen. Am nächsten Tag soll es soweit sein …

Freitag, 28.10.2011

Schon vor 7 Uhr sind die Aminte bereit, und auch Abda betritt das Haus schon sehr früh. Um kurz nach Acht kommt der Plan ins Rollen:
Naranj informiert Melekhs Mutter telefonisch über einen imaginären Gewinn in einer ihrer bevorzugten Boutiquen in der Innenstadt, was diese aus dem Haus lockt.
Melekh besorgt sich dank seines Arztausweises in der Apotheke Valium-Ampullen, Spritzen, Kanülen, Mundschutz und derlei mehr, danach begeben sich die Aminte gemeinsam ins Krankenhaus, in dem Melekh wie selbstverständlich nach dem Schlüssel für einen der Krankenwagen des kleinen Fuhrparks greifen kann, während Lenja und Samu gemeinsam Wäsche stehlen.
Verkleidet als Rettungsteam machen sie sich auf den Weg zu den Metschetschis.
9.21 Uhr: Melekh schreibt Amani, sie solle das Gift nehmen.
9.27 Uhr: Naranj schreibt eine SMS mit dem schlichten Inhalt „Go“, nachdem sie den Notruf aus dem Haus erfolgreich abgefangen hat
9.31 Uhr: Das vermeintliche Rettungsteam erreicht das Haus der Metschetschis.

Die Haustür ist bereits weit geöffnet und die Aufregung schon vom Rettungswagen aus spürbar. Die beiden Wachen verhandeln an der Tür miteinander, während zwei der Angestellten, eine davon Abda, die an ihrer dunklen Hautfarbe und dem leuchtend roten Kopftuch sogleich zu erkennen ist, Amani aus dem Haus bringen. Sie müssen sie mehr tragen als sie zu stützen, denn Amani scheint sich vor Schmerzen zu krümmen.
Dass sie komplett verhüllt ist in dunkelbraunen Stoff und nur ihre Hände zu sehen sind sowie ihr Gesicht, verzerrt und ohne den Glanz in ihren Augen, weil sie diese fest zusammenpresst wie auch ihre Lippen, ändert nichts daran, dass Melekh seine Schwester wahrscheinlich unter Tausenden sofort erkennen würde.
Er muss professionell daneben stehen, als die Angestellten Amani auf die Liege des Krankenwagens betten und den Wagen verlassen, während einer der Wachmänner, allerdings einer von denen, die mit einer Pistole statt einem Gewehr ausgerüstet sind, ebenfalls in den Wagen kommt und die Tür hinter sich schließt.

Die Aminte kennen sich noch nicht lange, sind noch weit entfernt von einem vertrauten und vertrauensvollen Umgang miteinander, haben noch immer wenig, das sie alle miteinander verbindet, aber in diesen kurzen Momenten, die Melekh einiges an Fassung kosten, reagieren alle wie im Fluss: Samu fährt vorsichtig an, legt aber dann ordentlich an Tempo zu und rast mit Blaulicht durch die Stadt, Wert darauf legend, ein paar Unebenheiten zu Gunsten seiner Begleiter zu schaffen, während Lenja geschäftig die „Medikamente für Amani“ vorzubereiten vorgibt, wobei die Spritze dann rein zufällig und mit einiger Wucht im Vorbeigehen im Oberschenkel des Wachmannes landet, der in den nächsten Sekunden zu taumeln beginnt und zusammensackt, bevor er seine Waffe ziehen kann.
Während Samu das Tempo sogleich drosselt und das Blaulicht abschaltet, Lenja den Wachmann fesselt, knebelt und entwaffnet, verliert Melekh keine Zeit, seiner Schwester das Gegenmittel zu spritzen. Er legt einen Arm unter ihren Kopf, will ihr nah sein, bis das Gegengift seine Wirkung entfaltet. Quälende Sekunden verstreichen, doch nach knapp zwei Minuten glätten sich Amanis Gesichtszüge und das Zittern ihres Körpers ebbt langsam ab. Sie greift nach dem kleinen Tuch, das sie sich selbst in den Mund gesteckt hat, um ihren Schmerz vor ihrem Bruder zu dämpfen, dann öffnet sie endlich die Augen und Melekh kann dabei zusehen, wie aus dem noch immer etwas benommenen Blick ihr altbekanntes Strahlen hervor dringt.
Sie legt einen Arm um Melekhs Nacken und streicht darüber, zieht seine Stirn an ihre und scheint überrascht festzustellen, dass Melekh sein langes Haar kurz schneiden ließ. Nach den ersten Momenten der neu gewonnenen Zweisamkeit scheint die Erkenntnis, frei zu sein, befreit zu sein und mit Melekh zusammen, zu Amani durchzusickern und sie beginnt zu weinen. Es dauert, bis sie sich wieder fangen kann, selbst als Melekh sie stützend zum Mietwagen der drei führt und sie alle zusammen ins Hotel fahren, kämpft Amani noch mit den Tränen und spricht dabei kaum ein Wort.
Auch die andern sind recht still. Nur Lenja wirft hier und da organisatorische Fragen ein und scheint sich von der Situation nicht zu sehr einfangen lassen zu wollen, während Samu sich als goldene Mitte zwischen pragmatischem Denken und Handeln auf der einen, und einer Art stillem Rückzug auf der anderen Seite versucht.

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