Hinterlasse einen Kommentar

Vampire, Dark Ages, Tischrunde –> Durgas geheime Pläne

„… möchte ich höflich darum bitten …“

Zerreißendes Papier. So ein Blödsinn. Ich mochte nicht, ich tat es doch!

„… bitte ich höflichst darum …“

Zerknülltes Papier. Fehler durfte es dabei nicht geben.

„… erbitte ich freundlich …“

Verdammt, so ein Unsinn! Freundlich … freundlich! Nein, gar nicht. Ich hatte überhaupt keine Lust zu bitten, schon gar nicht höflich oder freundlich. Irgendwas Nettes musste da aber stehen, das funktionierte so, das machte man so. Aber was sollte ich denn nur schreiben? Ich wünschte, ich hätte Viktor fragen können, aber der hatte andere Sorgen und ich wollte ihn nicht einweihen. Melissa wäre die perfekte Wahl gewesen, mir zu helfen, so wie sie immer die perfekte Wahl war, aber in dem Fall musste ich sie da raus lassen. Adonai … nein, Formulierungen waren nicht so ganz seine Sache, auch wenn sein Ehrgefühl zusammen mit meiner Scharfzüngigkeit vielleicht zusammen die passenden Worte finden sollte. Zu unsicher. Svetlana! Oh, nein, wenn Melissa das je erfuhr, würde sie ausrasten. Die beiden kamen mittlerweile ganz gut miteinander aus, umso mehr Zeit verging, desto besser, aber das war zu riskant. Wer blieb sonst noch, der verschwiegen war, wortgewandt, sich mit Etikette auskannte? Wer konnte mir helfen, diesen Brief so zu verfassen, wie er sein musste oder ihn zumindest gegen zu lesen? Reynaud!

Ich ließ nach ihm schicken – in dringender Angelegenheit, wie ich ausrichten ließ. Tatsächlich kam er zügig an, so zügig, dass ich noch nicht auf die Idee gekommen war, mich ein wenig ordentlicher herzurichten. Mein heute Nacht roter Sari war zwar sauber, doch meine Hände sahen aus, als habe ich sie in Tinte gebadet.
Rasch erklärte ich Reynaud mein Anliegen und wies darauf hin, dass unter keinen Umständen ein Wort oder eine Geste über diese Angelegenheit außerhalb dieser vier Wände verloren werden dürfe, fragte ohne Umschweife nach der von ihm erwarteten Gegenleistung. Die Ranken, mit denen ich hier und da jemanden davon abhielt, einfach so hinein zu platzen, um denjenigen entsprechend zu maßregeln, hatten sein Interesse gefunden. Ich erzählte ihm recht ausführlich von dem Ritual, denn es nutzte ihm ohnehin nichts, wenn er nicht zum Kreis der Mutter gehörte. Doch natürlich legte ich ihm ans Herz, auch diesem näher zu kommen und erwähnte, wie er sicherlich bemerkt habe, seien Männer nicht zwingend ausgeschlossen. Er meinte, er wolle darüber nachdenken und hielt sich bedeckt – es hätte mich gewundert, wäre er sogleich Feuer und Flamme gewesen. Trotzdem war mein Teil damit erfüllt.

Ich weihte ihn in die Geheimnisse des Briefes ein, er half mir bei den Formulierungen, und als wir beide mit dem Werk zufrieden waren, gab ich ihm den versiegelten Brief mit so wie eine Flasche des Blutweins, einem ganzen Liter einer neuen Kreation mit 80% Blut, insgeamt eine der kostbarsten Flaschen, die ich besaß und je hergestellt hatte. In acht bis zehn Tagen erwartete ich seine berittenen Überbringer zurück und damit auch die Antwort aus Balgrad, wie ich ihm erklärte. Zur Bekräftigung gab ich ihm noch einen Beutel mit Geld, damit seine Boten nicht in Kaschemmen hausen mussten und unnötig Zeit oder gar den Brief verloren.

Als Reynaud ging, stieß er förmlich mit Magdalena zusammen, die hektisch ins Haus eilte und mich offenbar dringend suchte.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: