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7. Inplay-Zusammenfassung: „Die schwarze Frau“ (Werwolf, TS)

Als wir uns aufmachen, um wieder zu den Mauerbrechern und von da aus erst mal zurück zu Solarienne zu gehen, sondert sich Paul erst mal ab und geht vor, so dass wir praktisch rennen müssen, um ihn einzuholen. Gerade Adriano ist geradezu fassungslos deswegen und ich spare es mir, darauf hinzuweisen, wie sehr es sich doch offenbar gelohnt hat, dass Adriano sich in der tiefen Umbra für ihn den Arsch aufgerissen hat. Das denkt er wahrscheinlich sowieso, da muss ich nicht noch eins drauf setzen. Adriano rennt Paul hinterher, Sven rennt ihm hinterher, und als auch Taylor sich in Bewegung setzt, verdrehe ich entnervt die Augen und folge ebenfalls. Jetzt sollen wir dem noch hinterher rennen oder was?

Ohne weitere Worte steigen wir in die U-Bahn ein und ich muss mich nach dem Hinterhergerenne jetzt schon ordentlich zusammenreißen, die Nummer von gerade nicht irgendwie zu kommentieren. Stattdessen schweige ich lieber und knirsche zwischendurch ein bisschen mit den Zähnen, was mir den einen oder anderen verwunderten Blick von Kat einbringt, die ansonsten wie ich schweigend und mal wieder irgendwie abwesend wirkend in der Bahn sitzt. Paul hat Adriano wohl irgendwas davon erzählt, dass er alleine sein wollte und darum vor gegangen sei. In der Bahn ist er auch eher schweigsam, kann sich den einen oder anderen blöden Spruch aber nicht verkneifen. Zumindest für mich sind das blöde Sprüche. Ist mir auch egal, wie die anderen das sehen. Mich kotzt diese Eigenbrötlernummer und diese Arroganz jedenfalls tierisch an. Zwischendurch hat Paul offenbar seine lichten Momente und verhält sich nicht wie ein dummes Arschloch, aber im Großen und Ganzen gibt er sich immer noch Mühe, sich als was Besseres darzustellen und uns als seine Untergebenen oder sowas. Man macht einen Schritt auf ihn zu, er macht einen oder zwei zurück und stürzt sich einem dann wieder ins Gesicht wie ein Geier oder sowas. So langsam hab ich meinerseits keinen Bock mehr auf die Schritte nach vorne. Wer nicht will, der hat schon. Sagt Miss Wiemers. So.

Wir sind gerade mal auf halber Strecke an einer Haltestelle, als eine schwarz gekleidete Frau an die Fensterscheibe klopft. Ich werfe einen kurzen Blick hinaus, stelle fest, dass es natürlich niemand ist, den ich kenne und bin schon wieder dabei, sie zu vergessen, als Taylor wie von der Tarantel gestochen aufspringt, irgendwas von „Diese Hure!“ brüllt, die Notbremse zieht und aus der Bahn springt, noch bevor ich so wirklich „Taylor!?“ rufen kann. Ein ratloser Blick in die Runde, dann springen wir nur Sekunden später ebenfalls auf und rennen Taylor hinterher in Richtung zurück liegender Haltestelle. Fast hat Taylor diese Frau erreicht, lächelt sie, winkt und … verschwindet langsam, löst sich einfach in Luft auf. Taylor schlägt ins Leere, noch immer völlig außer sich, während ich mich darauf konzentriere, einen Blick in die Geisterwelt zu werfen. Vielleicht ist sie da noch zu sehen? Sie ist … und außer ihr noch vier … weiß ich nicht. Eigentlich schwarze Wölfe, aber die sehen widerlich aus, so wie zerfetzt, völlig entstellt, bedrohlich und … mir wird innerlich ganz kalt, als ich sie sehe, noch bevor ich diese grüne Riesenschlange bei ihnen sehe. Ist das ne Schlange? Kann auch was anderes sein. Jedenfalls ist das Ding grün und schlängelt in der Nähe des Phönix herum, der diese Frau und die Wölfe böse anfunkelt.
Ich blende das, was ich drüben sehen kann, wieder aus.

„Sie sind noch da“, sage ich.

„Wer? Wie? Was meinst du mit ‚noch da‘?“, fragt Taylor.

„Drüben, in der Geisterwelt sind sie. Die Frau und ein paar … Wölfe und eine Schlange oder sowas. Die sehen echt fies aus“, erkläre ich, und ich habe es noch nicht ganz ausgesprochen, als Taylor schon wild entschlossen ist, in die Geisterwelt zu wechseln. Adriano und ich können ihn noch bremsen, bis wir uns alle an den Händen gefasst haben und uns konzentrieren, um gemeinsam zu wechseln. Ich konzentriere mich, strenge mich richtig an, aber irgendwie bin ich noch immer abgelenkt durch den Anblick dieser Wölfe, den ich immer noch im Kopf habe.

„Ich krieg‘s nicht hin“, sage ich bedauernd und Adriano, der zwischenzeitlich auch einen Blick nach drüben geworfen hat, nickt.

„Gut, dann lasst es uns so hundert Meter weiter noch mal versuchen, da versuche ich es dann. Wir bleiben alle zusammen, wir gehen alle zusammen rüber, klar?“

Ich nicke und lächle, weil er mit eindringlichem Blick in meine Richtung ‚zusammen‚ sagte, obwohl mir gleich aus mehreren Gründen gar nicht so danach ist. Einmal sehen diese Viecher ganz und gar nicht so aus, dass ich da besonders scharf auf eine Konfrontation wäre, im Gegenteil, mein Nacken juckt, weil sich meine Haare da aufgestellt haben und das ist immer ein schlechtes Zeichen. Manche haben es im Knie, andere in den Zehen, ich hab es halt im Nacken, wenn irgendwas gerade doof ist. Könnte besser funktionieren, als es das tut, dann wäre mir so manches wahrscheinlich bislang erspart geblieben, aber wenn es funktioniert, dann ist eigentlich immer ziemlich Holland in Not. Das andere ist, dass mir beim Versuch, gemeinsam zu wechseln, aufgefallen ist, dass wir da schon nicht mehr komplett waren. Paul fehlt. Sicher, was auch sonst …

Adriano schafft es praktisch mühelos, uns auf die andere Seite zu bringen und ich hab noch gar nicht ganz sortiert, wer und was da nun genau wo ist, da sehe ich Taylor schon in der Kriegsgestalt auf die Frau zu rennen. Verdammt, ist der schnell! Adriano folgt ihm in der wolfsnahen Gestalt fast auf dem Fuße, doch einer der Wölfe springt ihm in den Weg. Die beiden verbeißen sich auf dem Boden liegend ineinander, während Taylor mit seinem Berserkerangriff … so gut wie gar nichts bei der Frau anrichtet, die hier drüben verdammt gut gerüstet ist, wie mir jetzt auf die Schnelle auffällt.

Sie brüllt irgendwas, das ich in der Hektik nur halb verstehe. Irgendwas davon, dass wir Gaia quälen und uns für die richtige Seite entscheiden sollen, irgendwas davon, dass sie im Labyrinth gewesen und es gesehen haben, und irgendwas von einer Prophezeiung und davon, dass sie den letzten König vernichten werde. Hä?

„Jeder einzeln, sonst heißt es alle gegen alle“, höre ich einen der Wölfe grollen, das verstehe ich schon eher als den Text dieser Trulla, und so verwandle auch ich mich in die Gauru-Form und laufe auf die übrigen Wölfe zu. Einer löst sich aus der Gruppe und stellt sich dem Kampf. Ich will gar nicht kämpfen, weil ich das nach wie vor für Wahnsinn halte, aber einmal verwandelt, siegt die Kampfeslust – ist auch nicht mehr viel anderes da in meinem Kopf, das dem sonderlich viel entgegen zu setzen hätte. Ich springe auf den Wolf zu und versuche, ihn mit meinen Zähnen zu erwischen, das Ganze sieht aber wahrscheinlich ungefähr so aus, als wenn ich planlos vor eine Laterne laufen würde.

In der Zwischenzeit hat diese Frau Taylors Angriff mit einem Schlag ihres großen Stabs, den sie bei sich hat, beantwortet. Und die Antwort ist ziemlich deutlich, denn selbst von meiner Position aus kann ich sehen, dass Taylor mit einem Mal ziemlich übel aussieht im Vergleich zu den Sekunden davor. Sie hat ihm eine klaffende Wunde zugefügt, die aussieht, als würde sie vor sich hin kokeln. Flammen sind zu sehen und der Stab scheint irgendwie was Besonderes zu sein, obwohl er eigentlich erst mal nur aussieht wie ein silberner Stab. Silber! Ich denke an den Schmuck, den Allen mir zurück gegeben hatte und an das, was das bisschen Kette mit meiner Handinnenfläche angestellt hatte, obwohl ich sie fast augenblicklich wieder hatte fallen lassen. Fuck, ob das echt Silber ist?

„Das bringt doch nichts. Ich will nur reden!“, sagt die Frau laut und deutlich, doch Taylor ist noch immer völlig außer sich, oder nach der letzten Verletzung vielleicht sogar erst recht, jedenfalls sieht sein Reden so aus, dass er sich noch mal um einiges wütender erneut auf sie stürzt. Ein krachendes Geräusch ist zu hören, ein lautes Knacken und etwas Platzendes, und aus den Augenwinkeln sehe ich, dass Taylor ihren Brustpanzer mit einem Hieb fast völlig zerrissen und ihren Oberkörper dabei quasi fast mitgenommen hat. Der Kerl ist echt unglaublich!

Adriano hat sich zwischenzeitlich von seinem Gegner gelöst, ist ein paar Schritte zurück gegangen und knurrt seinen Gegner nur noch bedrohlich an, der ihn seinerseits zumindest nicht mehr anzugreifen scheint. Eine verdammt gute und weise Entscheidung, denke ich noch, allerdings denke ich den Satz erst zu Ende, als ich bereits wieder versuche, den Wolf vor mir doch noch zu erwischen. So leicht ist das nicht, sich wieder runter zu fahren. Für mich jedenfalls nicht – und ganz offenbar noch viel weniger für Taylor, der einen erneuten Angriff seiner Gegnerin einstecken muss und danach ziemlich … tot aussieht. Er steht noch, aber es scheint ihn viel Kraft zu kosten und nur mit Mühe scheint es ihm zu gelingen, ein paar seiner Wunden wieder zu verschließen, während seine Gegnerin abgesehen von ihrem Brustpanzer fast wieder wie neu aussieht.

Nachdem ich das beobachtet habe, ziehe ich mich meinerseits wie zuvor Adriano ein paar Schritte zurück und versuche, in eine andere Gestalt zu wechseln, doch ich bin so verdammt nervös und besorgt wegen Taylor, dass es mir nicht gelingen will. Scheiß-Ablenkungen immer – doch der Wolf vor mir bleibt stehen und erkennt meinen Rückzug an. Puh.

Taylor verharrt einen Moment und wirkt unschlüssig, dann sehe ich mit einem Aufatmen, dass er einen Schritt zurück geht und mit noch größerer Erleichterung, dass auch die Frau wie die Wölfe vor Adriano und mir den Kampf einstellt.

„Du wirst einmal ein großer Krieger sein. Du solltest auf der richtigen Seite kämpfen, auf unserer“, sagt sie, als säßen die beiden gerade bei einem Käffchen zusammen.

„Ich entscheide selbst, welche Seite die richtige ist – und das ist nicht deine“, presst Taylor hervor, immer noch schwer damit beschäftigt, sich in sozusagen jeder Hinsicht unter Kontrolle zu halten.

Wieder verschwindet die Frau – und mit ihr die anderen Wölfe und auch dieses Schlängeldings. Wir sind alleine – und sowohl Adriano als auch ich nutzen die Gelegenheit, sofort zu Taylor zu gehen. Adriano legt ihm die Hände auf und versucht wohl, ihm irgendwie damit zu helfen, doch was auch immer er da vor hat, scheint nicht zu klappen. Na, da bin ich wenigstens nicht die einzige, die mit Ablenkungen und Aufregung bei all dem neuen Kram, den wir so treiben, nicht so gut klar kommt. Ein bisschen ungeschickt lege ich den Arm um Taylor, der nicht nur verdammt alle aussieht, sondern auch noch über Gebühr geknickt und über sich selbst verärgert und ernte ein leicht knurrendes „Au!“. Sofort ziehe ich den Arm zurück.

„Oh, sorry, ich … kenn das“, entschuldige ich mich sofort. „Das ist so krass, was du kannst, Taylor, echt mal. Ich hab gedacht, ich seh nicht richtig, als du da einfach mal eben so quer über ihre Brust bist.“

„Nicht krass genug“, murmelt Taylor und der Ärger über sich selbst schwingt in seiner Stimme mit.

„Ach, komm, hast du mal gesehen, wie die aussahen?“, versuche ich ihn aufzumuntern und Adriano, der seine Versuche, Taylor zu helfen, zwischenzeitlich eingestellt hat, stimmt mir zu:
„Wir sind Welpen. Wenn wir mal größer sind …“

„Genau, Adriano hat Recht. Später mal … ja?“, bestärke ich, suche eine unversehrte Stelle an Taylor und tue so, als wolle ich ihn kitzeln, was mir eine Art schiefes Grinsen einbringt. Eines, das mir sagt: ‚Vergiss es, so schnell kriegst du mich nicht aufgemuntert – aber ich krieg mit, dass du es versuchst, danke‘. Damit bin ich zufrieden. Wunder kann ich halt auch noch nicht. Kommen ja vielleicht auch irgendwann noch, wer weiß?

Ich drehe mich um, um mal nach den anderen zu sehen. Sven steht da wie bestellt und nicht abgeholt, Kat nicht anders. Sie blickt mal wieder ins Leere, als sei sie nicht ganz bei sich. Innerlich schüttle ich den Kopf. Was ist denn mit ihr nicht in Ordnung? Gut, dass sie sich diesmal rausgehalten hat aus der ganzen Sache, doch dass sie jetzt nicht direkt bei uns ist und sich auch nicht weiter um Taylor kümmert, sondern irgendwelche Löcher in die Luft starrt … verstehe ich einfach nicht. Doch, was ist das denn da hinten?

Ein ganzer Pulk Wölfe kommt auf uns zu, ganz vorne: Paul. Na sowas!
Als nächstes erkenne ich einen der Wölfe mit pinkfarbenen Streifen im Fell, der geschäftig auf uns zu läuft, uns jedoch zunächst ignoriert und angestrengt herum schnüffelt. Panzerliebe. Nanu.

Na, warst du jetzt genug alleine?“, fragt Adriano prompt und Paul antwortet:
„Für’s Erste.“

Nicht, dass er hier was hätte reißen können oder wir mehr mit ihm, aber warum hat er sich schon wieder verpisst, uns schon wieder alleine gelassen? Okay, er hatte Hilfe geholt, auch wenn das maximal knapp gewesen wäre, hätten unsere Gegner den Kampf gewollt, aber …

Helena wechselt in die menschliche Gestalt und wirkt beeindruckt, dass wir noch leben und uns offenbar sogar recht gut geschlagen haben bei den Tänzern der Schwarzen Spirale. Ach, so nennen die sich also? Labyrinth, Spirale – okay, das passt wenigstens ein bisschen zusammen, auch wenn ich beim Tetris mit der Verknüpfung wohl verlieren würde. Und wir haben uns eigentlich gar nicht gut geschlagen, nur Taylor, worauf Adriano und ich auch gleich mal verweisen, doch selbst Taylor mit seinem angeschlagenen Selbstbewusstsein hat dafür gerade eher keine Ohren, sondern erkundigt sich umfangreich danach, wer diese Frau und die anderen gewesen seien. Es stellt sich heraus, dass sie seine Kompanie auf dem Gewissen hat, was ich mir schon gedacht habe, aber er berichtet, dass er sie bislang für einen Vampir gehalten habe. Wieso kommen eigentlich alle immer auf Vampire?

„Hat sie dich gebissen?“, erkundigt sich Helena und Taylor bejaht. Sogar sein Blut getrunken habe sie, wie er erzählt, und so beschließt Helena, dass wir jetzt erst mal alle zum Caern der Mauerbrecher zurückkehren, vor allem, um Taylor wieder auf Vordermann zu bringen und ihn sauber zu waschen, was auch immer das heißen soll.

Ich komme mir ein bisschen komisch vor, als wir von den ganzen Wölfen geradezu zurück zum Caern eskortiert werden. Jetzt kriegen wir also schon Babysitter, wie doof. Hält meine Laune nicht unbedingt oben, und was noch schlimmer ist, ist Pauls Vortrag, den er beginnt. Wie fahrlässig und gefährlich das ja gewesen sei und wie froh und dankbar wir ihm ja sein müssen, dass er Hilfe geholt hat. Adriano wirft ein, dass er das alles gar nicht beurteilen könne, da er ja gar nicht dabei gewesen wäre und auch Taylor fängt das Diskutieren an, dass er hoffe, Paul habe wenigstens von sich aus um Hilfe für das Rudel gebeten und nicht, dass Helena und die anderen selbst darauf gekommen und Paul nur gefolgt wäre. Natürlich gibt das ein Hin und Her zwischen den Dreien und ich beeile mich, möglichst weit weg von ihnen zu laufen. Wenn ich jetzt noch ein paar von den Texten reinziehen muss, flipp ich irgendwann aus, also ist es besser, ich halte meine Klappe und lasse das die beiden offenbar Besonneneren regeln – auch wenn es irgendwie seltsam ist, dass Taylor sich als besonnener entpuppt als ich, was Paul angeht.

Im Caern angekommen, führt Helena uns sogleich zu Hasse-mal-ne-Mark, der erst mal seinen Klingelbecher in Sicherheit bringt und sich dann sogleich daran macht, Taylor zu verarzten. Erinnert mich an den Theurgen bei den Fianna, der mal so eben – schwupps – meine Kopfschmerzen zum Verschwinden gebracht hat. Tatsächlich sieht Taylor nach ein paar Minuten fast aus wie neu, so dass Hasse-mal-ne-Mark sich kurz verdrückt und dann mit einem Eimer kochend heißen Wassers zurück kommt.

„Zieh dich mal aus“, fordert er Taylor auf und der zögert nicht, sich gleich mal splitterfasernackt da hin zu stellen. Naja, muss er auch nicht, so wie er aussieht, so viel ist sicher.

Hasse-mal-ne-Mark taucht einen Schwamm in den Eimer und beginnt, Taylor damit von oben bis unten abzuschrubben. Taylor verzieht keine Miene, obwohl das Wasser echt schweineheiß zu sein scheint. Aber dass er was aushalten kann, wissen wir ja eh schon. Irgendwann meint Hasse-mal-ne-Mark, dass das so hoffentlich ausreiche mit der Reinigung, dass diese komische Tussi mit ihren schwarzen Klamotten ihn nicht mehr orten könne. Hoffen wir mal. Wir bedanken uns artig, Taylor eher umfassend und formvollendet. Er fragt auch, ob wir uns irgendwie abseits des Klingelbechers mal erkenntlich zeigen könnten und Hasse-mal-ne-Mark meint, vielleicht könnten wir im tagsüber ja mal ein Eis ausgeben.

Plötzlich kommt ein weißer Wolf angelaufen, springt uns an und schleckt uns ab. Mittlerweile erkenne ich sie gut wieder, es ist Solarienne.

„Ich hab schon gedacht, euch wäre etwas passiert!“

Ich freue mich total, sie hier zu sehen. Sie hat – von dem einen Mal, an dem wir sie zum zweiten Mal aus dem Schlaf gerissen hatten, vielleicht mal abgesehen – immer sowas total Liebes an sich, und das kann ich gerade gut gebrauchen. Können wir sicherlich alle gut gebrauchen. Außerdem wollen wir eh zurück zu Solarienne, also umso besser, den Rückweg gemeinsam antreten zu können.

Nach einigem Hin und Her beschließen wir, mit einem Großraumtaxi zu fahren, das natürlich Paul bestellt, und nicht weit weg vom Caern stehen wir da und warten eine gute Viertelstunde auf dieses blöde Taxi. Dass sie einer Riesenstadt wie Berlin nicht mehr davon haben … wieder mal fällt mir ein, dass ich dringend nach Hause muss. Darüber denke ich aber gar nicht allzu lange nach, als Taylor plötzlich völlig unbedarft meint, er habe jetzt schon von mehreren Seiten gehört, dass Paul unser Anführer werden würde.

„Was!?“, platze ich entsetzt heraus und auch Adriano scheint von dieser Neuigkeit spontan erst mal nicht sehr angetan. Taylor versucht, noch mal die rhetorische Kurve zu kriegen, während Paul nicht sehr angetan von Adrianos und meinem Kommentar wirkt und ich verschränke die Arme vor der Brust und halte angestrengt Ausschau nach einem Taxi. Paul als Anführer. Ich glaub es ja nicht. Weswegen? Weil er so sympathisch ist, so tolerant, so freundlich, so kooperativ und immer dabei? Oder gibt’s diesen Kram hier gleich mit Faschokacke dazu und es reicht hier schon ein weißes Fell, um irgendwen anzuführen? Falls ja, bin ich sowieso raus aus der Nummer. Dann wandere ich halt nach Timbuktu aus oder so, wenn es sein muss. Dem folg ich jedenfalls ganz sicher nicht. Vergesst es, Leute. Ich muss echt mal nachfragen, wie das läuft mit dieser Bestimmernummer. Und ich sollte das nicht so lange aufschieben, glaub ich.

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