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8. Inplay, Vampire, Dark Ages, Tischrunde – “Rückkehr nach Transsylvanien”

Der Abschied von der Goldenen fiel leicht. Die ganze Prozedur mit dem Entfernen der Augen, dem heißen Wachs in den Ohren und dem Pfählen stand wie erwartet erneut an und Sophia erdreistete sich, mir diesmal nicht die Wahl zu überlassen, sondern es selbst machen zu wollen. Ich hatte dem wenig entgegen zu setzen, als sie es vorschlug, obwohl  ich eigentlich zunächst widersprochen hatte. Also hatte Sophia also meine Meinungsänderung nicht ganz dem Zufall überlassen und das sorgte im Nachhinein dafür, dass ich nicht gerade böse darum war, als ich in irgendeiner Pariser Gasse neben den anderen wieder zu mir kam und nach unserer Wiederherstellung recht zügig beschlossen wurde, nach Goratrix‘ Büchern zu suchen und die Stadt nach deren Auffinden langsam mal wieder zu verlassen.

Nur eine einzige Kapelle lag in der Nähe des Palastes und stellte nach ein paar anderen Überlegungen unseren ersten Anlaufpunkt da. Wir alle waren wohl gleichermaßen überrascht, diese Kapelle ohne Dach und in ausgesprochen verwittertem Zustand vorzufinden, doch vielleicht war gerade dies der nötige Hinweis für uns, dass Goratrix‘ Bücher sich hier befanden? Die anderen machten sich daran, die Kapelle zu durchsuchen, während ich suchend um die Kapelle herum lief und dabei meine Schritte zählte. Die anderen fanden eine Falltür, die in die Tiefe führte, doch ob sich dahinter die gesuchten Bücher befanden, fand ich nicht heraus, denn Jean-Baptiste entzündete eine Fackel ohne größere Vorwarnung … und panisch drehte ich mich auf dem Absatz herum und rannte kopflos durch das nächtliche Paris. Als ich irgendwann wieder zu mir kam, war ich so weit von der Kapelle entfernt, dass ich mich resigniert auf den Weg zurück zu Melissa begab. Die anderen würden schon irgendwann nachkommen, wenn sie nicht bereits da waren.

Die Idee war gar nicht so schlecht, denn in der Tat traf ich dort zwar zunächst nur auf Melissas Körper, kurz darauf jedoch auf Melissa selbst, die mir verkündete, die Bücher seien mitsamt eines Tremere, der sie beschütze und zwar irgendwie auf Goratrix‘ Geheiß, gefunden worden. Eifrig war sie dabei zu packen und eröffnete mir, dass wir die Stadt nun verlassen würden, um in die Heimat zurückzukehren.  Was die plötzliche Eile sollte, erschloss sich mir nicht so wirklich, aber was sollte es. Wir waren im Grunde tatsächlich schon mehr als lang genug in Paris. Dass ich die Kinder allesamt mitnehmen wollte, was sich nicht zuletzt wegen des fehlenden Planwagens, der noch bei Jean-Baptistes Bauernhof in der Scheune stehen musste, etwas schwierig gestaltete, stieß bei Melissa nicht wirklich auf Anklang. Letztlich machte sie sich jedoch auf den Weg, um den Planwagen zu holen, während ich die restlichen Vorbereitungen traf und sicherheitshalber noch einen Brief fälschte für den Fall, dass jemand danach fragen würde, wohin ich mitten in der Nacht mit all den Kindern unterwegs sei. Dann machte ich mich mit der ganzen Truppe im Gänsemarsch auf dem Weg.

Am Stadttor warteten bereits die anderen mit dem bereits erwähnten Tremere auf uns. Ich kam gerade noch dazu, mich inmitten eines angeregten … Kennenlernens von Jean-Baptiste und dem Tremere namens Reynaud de Bor selbst vorzustellen, als wie aus dem Nichts plötzlich ein Nosferatu erschien und Tobias angriff. Der zeigte sich davon wenig beeindruckt, ich hingegen zeigte mich umso beeindruckter von den Flammen, in denen der Nosferatu plötzlich wie aus dem Nichts stand … und ging sicherheitshalber mal ein paar Schritte zurück. Feuer … kann man nicht trauen … Nach und nach tauchten weitere Nosferatu auf, insgesamt waren es fünf oder sechs gewesen, und die anderen, allen voran natürlich Tobias, machten ihnen recht rasch den Garaus, bevor ich noch sah, dass sowohl Jean-Baptiste als auch Melissa und Svetlana jeweils einen von ihnen völlig aussaugten. Noch bevor ich die Situation so recht sortiert hatte, tauchte ein weiterer Nosferatu auf, der jedoch nicht angriff, sondern nur verlauten ließ „Es wird von diesem Zwischenfall erfahren!“ und dann wieder verschwand, noch bevor jemand von uns auf ihn reagieren konnte. Was meinte er damit? Es gab kein Verbot, die Stadt zu verlassen und was mich betraf, so schuldete ich Es gar nichts. Er hatte mich um einen Gefallen gebeten im Austausch gegen eine Belohnung, und so hatte ich auch die Aufträge der anderen verstanden. Hatte jemand von ihnen gelogen oder noch etwas anderes angestellt? Warum griffen diese hässlichen Figuren uns an, als wir die Stadt verlassen wollten? Wie auch immer: Wir machten uns auf den Weg.

Die Rückreise verlief bis auf weiteres recht friedlich. Irgendwann fand ich mich mitten auf der Straße wieder ohne eine Ahnung, wieso ich dort stand. Ich sah mich um, konnte aber kein Hindernis erkennen, das ich womöglich aus dem Weg geschafft hatte. Erinnerungslücken? Seltsam.

Dass die Kinder Lieder sangen, hielt nicht lange vor. Melissa war davon derart genervt, dass sie sie zusammentrieb und ihnen eingab zu schweigen. Nun ja, fast zumindest. Sie flüsterten nur noch und ich hörte sie Dinge wispern wie „Schlag mich!“, „Tu mir weh!“ und „Ich will Schmerzen!“. Im ersten Moment war ich deswegen verärgert, im Verlauf der Fahrt amüsierte mich das allerdings ungemein, auch wenn ich es Melissa gegenüber nicht weiter kommentierte.

Spaß hatte auch Jean-Baptiste, als wir die Heimat der anderen fast wieder erreicht hatten. Statt des Tremere saß ein Kaiser in Melissas Kutsche, wie auch immer er dorthin gelangt war. Es dauerte eine Weile, in der ich mich ziemlich affig benommen hatte im Glauben an eine wichtige Person und mit Melissas Litanei im Ohr, sich nur ja höflich zu benehmen, bis ich kapierte, dass es nicht wirklich logisch war, dass das ein Kaiser war und er den Tremere ersetzt hatte. Dass der Kaiser selbst sich wiederholt als Reynaud bezeichnete, verstärkte meine Ansicht noch mehr, dass Jean-Baptiste da wohl seine Finger im Spiel haben musste. Letztlich war ich es jedoch, die von Melissa wegen dieses Schabernacks zur Rede gestellt wurde und natürlich gab ich sogleich zu, dass es mein Werk sei, nur um später dann doch wieder das Gegenteil zu behaupten. Als die Ärmste dann völlig verwirrt zu der Überzeugung gelangte, tatsächlich sei es weder ein Kaiser noch dieser Reynaud, der da mit uns unterwegs war, sondern vielmehr Constantine, fragte ich mich allerdings doch, ob der Spaß nicht ein wenig zu weit ging, wenn er Melissa derart verwirrte?

Es dauerte eine Weile, bis ich darüber nachdenken konnte, denn wir erreichten Goratrix‘ Kapelle. Sie war in völlig verwittertem Zustand, ganz so, wie sie erschienen war, als wir sie erstmals gesehen hatten, und davor … hatte man Goratrix‘ Ghule, zumindest vermutete ich, dass es welche waren, davor aufgespießt … und dem Anblick nach zu urteilen war das nicht erst vor wenigen Nächten geschehen. Nachdem der erste Schreck überwunden war, zog ich mich mit Jean-Baptiste zurück um zu beraten, und wir beide sorgten uns um Melissa. Jean-Baptiste war der Ansicht, sie müsse mehr Stimmen hören, um wieder klarer zu werden, meiner Ansicht nach war der richtige Weg hierzu jedoch eher das Erweitern ihres Gefolges als das Zufügen von Stimmen, wie Jean-Baptiste sie wohl auch hörte. Nach einer dieser wie üblich verwirrenden Diskussionen mit Jean-Baptiste – zur Gänze würde ich mich wohl nie daran gewöhnen – verschnürten wir drei der Jungen aus meinem Planwagen und gingen zurück zu Melissa, die sie eher missmutig annahm und stehen ließ, ganz offenbar nichts mit ihnen anzufangen wusste. Pff, da lag sie mir ständig in den Ohren damit, dass man sich möglichst reichlich der Arschkriecherei Speichelleckerei Höflichkeit bedienen sollte, und dann bedankte sie sich nicht mal für ein Geschenk? Das enttäuschte mich und ärgerte mich, und ohne, dass ich recht wusste warum, stieg meine Wut wahnsinnig an und ich vermied es mit ihr zu sprechen oder sie auch nur anzusehen.

Ich bemühte mich, diese Gefühle beiseite zu schieben, so gut es ging, denn es gab drängendere Probleme. Wo war Goratrix? Hatten sie ihn vernichtet? Ihn gefangen genommen? Jean-Baptiste suchte nach Anhaltspunkten und teilte uns schließlich mit, er habe offenbar seine Spuren verwischt. Das sprach dafür, dass Goratrix schneller gewesen war als seine Häscher. Außerdem hatte Jean-Baptiste ein Zigeunerlager entdeckt, das irgendeine Faszination auf ihn ausübte. Warum?

Wir einigten uns schließlich darauf, zunächst Radu aufzusuchen, um ihn nach Details zu dem, was hier geschehen war zu fragen und nach dem aktuellen Stand der Dinge hierzulande. Auf dem Weg dorthin begegneten wir: Victor! Ich platzte vor Neugier, was er zu erzählen hatte, doch zu meinem Leidwesen war dies nicht sehr viel. Dabei interessierte es mich noch viel mehr, nachdem er kurz angab, in Asien unterwegs gewesen zu sein und ja, auch in Indien … ich hoffte, er würde mir zu einem späteren Zeitpunkt mehr über die letzten Jahrzehnte verraten. Bis dahin blieb mir nur, sein Schweigen zu akzeptieren und umgekehrt ihn von den Ereignissen zu, in und von Paris zu erzählen. Zuvor jedoch fragte Melissa nach, warum ich so schlecht gelaunt sei, zeigte allerdings wenig Verständnis, als ich es ihr erklärte. Um ehrlich zu sein, wusste ich zu diesem Zeitpunkt selbst schon nicht mehr recht, wieso mich das derart aufgebracht hatte, aber dass sie wiederum so ablehnend reagierte, als ich es zu erklären versuchte, ärgerte mich dann doch wieder, vor allem, weil sie eins der Kinder einfach zu Mus zerquetschte, um die Unsinnigkeit ihrer Existenz für sie deutlich zu machen.  Victor machte einige kreative Vorschläge, wie sie mit den anderen beiden verfahren könnte und das brachte Melissa nicht nur dazu, sich kurzzeitig mit deren Umsetzung zu beschäftigen, sondern auch, das schlichte Danke, das ich erwartet hatte, vorzubringen. Vermutlich meinte sie es nicht ernst, so wie ich auch weit von der Wut entfernt war, die allein deswegen angewachsen war, also konnten wir beide es einfach so stehen lassen, anstatt uns aus seltsamen Gründen weiter mit dieser … naja, Kleinigkeit eigentlich … zu beschäftigen.

Mit Ausnahme dieses Reynauds, dem Radu nur für eine Nacht Unterkunft gewährte – und ich konnte diese Entscheidung gut verstehen, denn abgesehen von irgendwelchen Ansichten gegenüber den Tremere war dieses Exemplar, mit dem wir da unterwegs waren, ganz schön frech, wie ich fand – waren wir alle bei Radu willkommen. Radu bestätigte im Grunde unsere auf Jean-Baptiste beruhende Ansicht, dass Goratrix schon Wochen vor Ankunft von wem auch immer gen Westen gezogen war. Das war schon mal das Wichtigste im Moment. Es stellte sich heraus, dass es Constantine war, der uns alle verraten hatte und für Jean-Baptiste stand sogleich fest, dass wir ihn dafür vernichten sollten. Es gelang mir ihn davon zu überzeugen, dass wir Constantine zunächst eine Gelegenheit geben müssten, sich zu erklären, dass ihm das nach all der Zeit mit uns einfach zustand. Ob ich Jean-Baptiste dauerhaft davon überzeugen konnte oder ob er sich tatsächlich zurückhalten würde, wenn der Moment einmal gekommen war, wagte ich zu bezweifeln. Insgeheim hoffte ich, in diesem Moment weit, weit weg zu sein, um Jean-Baptiste im Fall des Falles später zu seinem haltlosen Handeln gratulieren zu können, doch das war ebenso unwichtig im Moment wie auch dieses Zigeunerlager, von dem Jean-Baptiste immer wieder anfing. Was wollte er da denn nur?

Tobias und Jean-Baptiste weiteten ihre Suche nach Goratrix in Richtung Westen aus, während wir anderen uns eher zurückzogen. In der nächsten Nacht trafen Lucita und Anatole bei Radu ein, wirkten erschöpft und sahen ungewohnt zerlumpt aus, was vor allem Lucita betraf. Sie berichteten von der Inquisition und den Schrecken, den sie vor allem in Spanien, Frankreich und Italien anrichteten. Wie es schien, waren wir gerade noch einmal rechtzeitig davon gekommen, als wir abreisten … und sie berichteten von einer aufsteigenden Revolte gegen die Anarchen. Letzteres interessierte mich weniger, und als Jean-Baptiste und Anatole sich dann noch in einer zunehmend hitzige Diskussion über all diese Dinge, Kain, Gott, Engel und derlei verhedderten, klinkte ich mich aus. Wenn im Westen die Inquisition derart tobte und nach Osten schwappte – Italien war nun schon nicht mehr so weit im Westen, wie es mir lieb gewesen wäre -, wann würde sie Transsylvanien erreichen? Würde sie überhaupt so weit östlich reichen, und wenn ja, mit welcher Gewalt, mit welchem Ausmaß? Und warum war Goratrix bei solchen Entwicklungen nach Westen gegangen und, viel wichtiger: Wie weit nach Westen? Das alles ließ sich nicht im Handumdrehen klären und es machte mich ein wenig unruhig. So viele wichtige Sachen und diese beiden da verstrickten sich in uninteressantem Wirrwarr.

Jean-Baptiste verkündete schließlich, dieses Zigeunerlager in Mediasch entdeckt zu haben, und da wir derzeit ohnehin keinen besseren Ansatzpunkt hatten, um weiter vorzugehen und Jean-Baptiste wohl kaum Ruhe geben würde, bevor wir diesem Lager, in dem sich irgendein spannendes Schmuckstück befinden sollte, einen Besuch abgestattet hatten, machten wir uns recht bald wieder auf den Weg in Richtung Mediasch. An diese Stadt konnte ich mich noch sehr gut erinnern und ich war gespannt, was sich in der Zwischenzeit dort alles verändert hatte.

Völlig unerwartet und somit überraschenderweise stand jemand auf dem Weg, als wir unterwegs waren. Ich erkannte ihn nicht sofort, aber als er sich daran machte, sich neben mich auf den Kutschbock zu setzen, war klar, wer sich da zu einem „Besuch“ herabließ: Shukaris. Es dauerte nicht lang und als hätte er es gerochen, saß Jean-Baptiste nicht mehr in einer der hinteren Kutschen, sondern zu meiner rechten. Die Unterhaltung mit Shukaris war so, wie bislang jede andere mit ihm auch gewesen war: seinerseits irgendwo zwischen spöttisch und amüsiert angesiedelt und was mich betraf, so konnte ich genauso wenig wie sonst auch meinen Mund halten, um darauf entsprechend zu reagieren. Seltsam, aber es war tatsächlich jedes Mal so, dass ich wie von selbst dumme Kommentare von mir gab. Bislang war ich damit auch recht gut durchgekommen, doch in dieser Nacht hatte ich mein Kontingent wohl leicht überschritten, denn Shukaris legte mir seine Hand auf ein Bein und ich fühlte es brennen und schmerzen, so dass ich recht fluchtartig den Platz mit Jean-Baptiste den Platz tauschte. Während er Shukaris in ein Gespräch verwickelte über die Inconnu, Ravanna, mögliche gegenseitige Gefallen und die Möglichkeiten, etwas über Schimären, Irrsinn und die Macht der Schlangen zu erlernen, besah ich mir möglichst unauffällig mein Bein – und sah das Loch im Stoff, das Shukaris‘ Hand hinein und bis in mein Bein gebrannt hatte. Mir stellten sich die Nackenhaare auf, als Jean-Baptiste dabei war, mit Shukaris eine Vereinbarung zu treffen, denn mir gefielen dessen Wortlaut und seine Mimik überhaupt nicht. Ich mischte mich ein – und wurde erneut von Shukaris verwarnt, bevor er mich zum Schweigen brachte und meinen Kopf irgendwie … versiegelte? Und trotzdem konnte ich mich nicht zurückhalten und stampfte kurz darauf mit den Füßen auf, um Jean-Baptiste zu warnen. Das war dann der letzte Fehler, den ich mir in dieser Nacht erlaubte, denn Shukaris griff kurzerhand in meinen Brustkorb und hielt … mein Herz in Händen. Vor mir, außerhalb meines Körpers, vor meinen Augen. Er hielt es fest, bis er seinen Besuch beendete und es mir zurück gab … immerhin.

Ich bemühte mich, mir möglichst nicht anmerken zu lassen, wie wütend, vor allem aber, wie geschockt ich war, setzte mein Herz wieder ein und wollte die Fahrt schweigend fortsetzen – bloß weg hier -, als ich aus den Augenwinkeln sah, dass sich eine Schlange in meinen Körper fraß. Ich versuchte noch, ihr anderes Ende zu erwischen, doch sie war zu schnell und raste durch meinen Körper, an meiner Wirbelsäule hinauf und hinunter, bis sie sich in meiner Bauchhöhle einrollte und Ruhe gab.
Völlig verwirrt hielt ich den Wagen an und ging zu den anderen. Ich berichtete zunächst von einem „Wurmproblem“, bis ich schließlich berichtete, was tatsächlich geschehen war. Die anderen wollten die Schlange einfach aus meinem Körper reißen, doch … wenn es die Kundalinischlange war? Ich wusste selbst, dass dies unwahrscheinlich war, Jean-Baptistes Einwände, dass es vielmehr etwas Böses war, das da in mir schlängelte, waren nicht von der Hand zu weisen, doch ich war auch kein Mensch mehr. Vielleicht erwachte die Schlange bei Vampiren auf andere, vielleicht auf genau diese Weise? Für Jean-Baptistes Theorie sprach, dass sie sich schnell bewegte, nicht schrittweise, und dass sie zwischenzeitlich bereits meinen Kopf erreichte, wo sie mir starke Schmerzen bescherte. Doch sie schlief in der Bauchhöhle, also zwischen Muladhara und Svadhisthana , dem Wurzel- und dem Sakralchakra, und genau dort begann das Erwachen der Schlange, wie ich wusste. Das wiederum sprach also für meine Theorie. Vielleicht würde sie mich fressen, aber vielleicht war das auch der Anfang ihres und meines Wachstums? Ich konnte kein Risiko eingehen, also einigten wir uns schließlich darauf, dass die anderen in erster Linie und sicherheitshalber versuchen würden, mein Herz und mein Hirn vor dem Zugriff der Schlange zu schützen, doch es gelang nicht.

Ich konnte mich nicht dazu durchringen, die Existenz der Kundalini einfach zu leugnen. Es ging einfach nicht, es fühlte sich falsch an für mich … und so blieb die Schlange, wo sie war, auch wenn sie ein mulmiges Gefühl durch ihre Existenz in mir hinterließ … und wir reisten weiter, bis wir Mediasch erreichten.

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