Hinterlasse einen Kommentar

Inplay-Resümee zum 1. Spielabend, Teil I (Dämonen, TS)

(Die Charaktervorgeschichte und das Präludium fehlt im Blog leider noch immer aus diversen Gründen, wird aber irgendwann folgen – dennoch setze ich einfach schon die Inplay-Resümees zur Dämonen-Runde, die mit den vorhandenen Charakteren neu startete, hier rein in der Hoffnung, dass man das auch ohne Hintergrundinfos nachvollziehen kann)

Donnerstag, 16.08.1990

Sturmwarnung über Hannover

Das Institut für Meteorologie und Klimatologie gab um kurz nach Mitternacht eine akute Sturmwarnung heraus. Prof. Dr. Dieter Etling befürchtet, dass der Sturm seine maximal Stärke noch nicht erreicht hat.
„Es sind einige uns unerklärliche Phänomene in den unteren Schichten der Atmosphäre aufgefallen, bei denen wir uns noch nicht darüber im klaren sind, welche Auswirkungen diese auf den Sturm haben.“
Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) hat sich bist jetzt noch nicht zu Wort gemeldet.
Darum bitten wir Sie darum, liebe Leser, das Haus heute nicht mehr unnötig zu verlassen.
Die Redaktion

 

Ich kann den Sturm spüren, aber er ist so weit weg. Der Himmel zieht sich zusammen, ist schon von Wolken verhangen, Elektrizität liegt in der Luft und stellt die Haare an meinem Körper auf. Doch von Entladungen ist keine Spur. Kein Grollen, nicht einmal Regen.

Während ich zu Hause in Emmas Zimmer sitze, spüre ich die Unruhe in mir. Spannung breitet sich in mir aus und ich habe das Gefühl zu platzen, wenn ich einfach weiter hier so rum sitze. Sturmwarnung … zu Hause bleiben … sicher nicht! Ich will mehr von dieser Spannung – und ich will die Ruhe danach spüren. Warum regnet es nicht? Warum bahnt sich dieser Sturm nicht seinen Weg, wie es jeder andere auch tun würde? Ich muss mich bewegen. Ich muss hier raus.

Mein Weg führt mich zuerst zu Frank. Vielleicht sind seine Eltern nicht zu Hause, vielleicht können wir mit dem Auto losziehen und den Sturm suchen. Angst sollte er nicht haben, dazu ist er zu klug. Faradayscher Käfig und so.

Frank ist auch zu Hause, aber seine Eltern sind es leider ebenfalls – und ich sehe wieder diese Sorgenfalten auf seiner Stirn.

„Emma, geh nach Hause und bleib dort. Mach keinen Unsinn, pass auf dich auf, ja?“

Ach, Frank, manchmal wünschte ich, ich könnte diese Falten einfach von deiner Stirn pusten und sie für immer verschwinden lassen. Du bist ein besonderer Mensch, du bist so voller Liebe, voller Aufrichtigkeit – und du bist so unglaublich zaghaft und langweilig damit!

Ich spüre, dass du dich verändert hast. Du wächst, weil Emma an deiner Seite ist. Weil ich an deiner Seite bin. Aber du verbrauchst so viel Geduld, so viel Energie, so viel Rücksichtnahme, und ich habe von all dem nicht allzu viel.

So gerne würde ich dir die Wahrheit sagen, würde dir zeigen, wer ich wirklich bin. Aber es würde dich überfordern. Du bist nicht stark genug. Noch immer nicht. Und dabei spüre ich so deutlich, wer du sein könntest, wenn du nur mehr Mut hättest, wenn du die Tür deines goldenen Käfigs einfach mal durchschreiten würdest.

Ich lasse dich nicht alleine und ja, ich passe auf mich auf. Vor allem aber passe ich auf dich auf, denn du hast es soviel nötiger als ich.

Meinen Gedanken nachhängend und etwas missmutig laufe ich los in Richtung Innenstadt. Sicher bin ich nicht, aber ich glaube, es ist die richtige Richtung. Als ich den Fluss erreiche und niemanden ringsum sehen kann, tapse ich kurzerhand hinein, wate durch das kalte Wasser, obwohl es einigermaßen leichtsinnig ist, was ich da tue. Ich hoffe darauf, dass das Wasser etwas von der Spannung in mir abbaut, doch es funktioniert nicht – und ich setze meinen Weg fort.

Die Innenstadt ist wie die Straßen sonst auch wie leer gefegt. Ich sehe die Menschen praktisch vor mir, wie sie sich in ihren Häusern verstecken und darauf warten, dass das Unwetter vorüber zieht, dass sie nicht mehr nass werden können. Enttäuschend. Warum suchen sie das Leblose, wenn sie die Lebendigkeit von allem direkt vor Augen haben, wenn es so greifbar nah ist?

Endlich: Der Regen setzt ein! Wie das Wasser die Pflastersteine des großen Platzes benetzt, durchdringt und für sich einnimmt, so wirkt er auch auf mich. Ich liebe den Regen, und wenn die Wolken halten, was sie versprechen, dann ist dieser hier ein wahres Fest. Nach und nach durchnässt das Wasser mein Shirt, legt es schwer um mich herum, perlt an meinen Armen ab. Ich schließe die Augen, lege den Kopf in den Nacken und genieße den Regen. Ich wünschte, es würde endlich heftiger regnen, so dass ich aufatmen kann. Noch immer diese Spannung, dieser Drang nach Bewegung, den ich nicht abschütteln kann. Gibt es da nicht irgendwo diesen Brauch mit dem Regentanz? Warum eigentlich nicht … ich stehe allein mitten auf dem Platz und beginne mit geschlossenen Augen zu tanzen …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: