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2. Inplay, Vampire, Dark Ages, Tischrunde – “Shukaris, der Setit”

Shukaris, der Setit

Mitten im Wald – frei und ausgesetzt zugleich. Wo ist die Straße geblieben? Muss denn gleich ALLES nur eine Illusion gewesen sein?

Der kleine Malkavianer sank in sich zusammen – wohl zuviel für ihn gewesen, das alles. Constantine versuchte ihn noch zu stützen, aber das bekam ich ebenso nur aus den Augenwinkeln mit wie den Gangrel, der sich in die Bäume stürzt, wohl um über das Blätterdach hinweg zu sehen. Hm, erst der Turm, nun die Bäume … liegt es am Clan oder handelt es sich um eine Lingam-Affinität. Wie nennen sie es hier? Ich glaube, Phallus-Symbol oder so. Nicht so wichtig.
Ich richtete meinen Blick in den Wald, konzentrierte mich auf die Geräusche der Tiere, die ich nun endlich doch auch hören konnte. Ich nahm Kontakt zum Tier in mir auf, rief nach ihnen, bat sie, zu meinem Standort zu kommen – und die meisten Tiere des Waldes taten es auch. Zahlreiche Insekten schwirrten um mich herum, Käfer raschelten im Laub, Wiesel und Rehe kamen angelaufen, Kröten hüpften vor meine Füße und Vögel verließen ihre Nester, um meinem Ruf zu folgen.
Sie sahen mich erwartungsvoll an, neugierig, aber auch auf der Hut. Ich versuchte ihnen mitzuteilen, dass ich den Weg zurück zur Straße von ihnen wissen möchte, doch ich bekam keine klaren Antworten. Sie wollten mich nicht hinhalten, doch sie wussten einfach nicht, was ich von ihnen wollte und meine Versuche, es ihnen klar zu machen, waren nicht sonderlich gut überlegt oder gar geübt.
Dann endlich wussten die Kröten doch etwas zu berichten … und während Jean-Baptiste wieder zu sich kam und etwas von einer Rose redete, machten wir uns schon auf den Weg zurück zu Kutschen und Wagen.

Gerade sollte die Reise weitergehen, als jemand am Wegesrand erschien, den alle zu kennen scheinen. Ich verstand nur knapp die Hälfte von dem, was sie redeten, zumal ich nicht wirklich fassen konnte, dass wir schon wieder auf der Straße Halt machten, um mit irgendwelchen plötzlich auftauchenden Gestalten zu lamentieren und unsere Zeit zu vergeuden. So würde das nie was mit unserer Ankunft in … wohin waren wir noch mal unterwegs?
Ich hörte etwas von „Geschichten“ und „Ravanna“, was mich dazu brachte, ebenfalls zu den anderen zu gehen. Shukaris, der Setit, wie er sich vorstellte, fragte nach Ravannas Auftreten und nach dem, was sie von uns wollte, wonach sie fragte, nach dem, was wir wissen. Nachdem er zusagte, dass wir alle heute nicht zu Tode kommen sollten, waren die meisten erstaunlich auskunftsfreudig – doch zum Glück wissen sie viel zu wenig, als dass sie viel von Belang hätten preisgeben können. Woher kennen sie ihn nur?
Hinter Shukaris erschienen plötzlich weitere Gestalten, die offenbar zu ihm gehörten, darunter auch die von Jean-Baptiste als Rose Bezeichnete.
Ich war fest entschlossen, nichts preiszugeben, diese Fremden möglichst schnell loszuwerden und unseren Weg fortzusetzen, als Shukaris anbot, uns alle gegen eine Kostprobe meines Blutes sofort in das eigentlich zwei Tagesreisen entfernte Dorf zu bringen. Ich hatte keine Ahnung, wie er das anstellen wollte und ich wusste auch nicht, wie es ist, wenn jemand von einem selber trinkt. Ich war neugierig, ich konnte und wollte gar nicht anders – und stimmte dem Angebot zu.

Ich hatte irgendwie gedacht, es sei schmerzhaft, gebissen zu werden, irgendwie unangenehm. Diesen leeren und entrückten Blick der Menschen habe ich nie verstanden, denn ich habe das nur einmal erlebt und das war … etwas anderes. Natürlich würde ich das niemals offen zugeben, doch auch aus diesem Handel mit Shukaris entstand … ein Gefühl, einfach ein Gefühl, das ich mochte und das ich ehrlich gesagt wieder spüren möchte, irgendwann. Ich sollte mich demnächst näher damit befassen, denke ich noch, als schon unsere Reise anstand, die ich gespannt erwartete.

Es wurde dunkel, gänzlich schwarz um uns herum, und Tentakeln griffen nach uns, kletterten an unseren Körpern empor und bohrten sich durch alle Öffnungen, scheinbar auch durch die Poren. Die Dunkelheit verschlang uns alle – mit Ausnahme von Constantine, der den berittenen Weg vorzog. Und in dieser Dunkelheit war … nicht. Absolut nichts. Eine dumme Idee von mir. Eine spannende Erfahrung, sicherlich, doch ich ertrug nicht schon wieder diese Leere, diese Einsamkeit. Nicht so kurz nach den Erlebnissen im Turm. Als die Dunkelheit mich wieder entließ, nahm ich kaum wahr, dass wir das Dorf erreicht hatten, sondern floh blind in den Wald, in die Natur, in die lebendige Stille, die so ganz anders ist als das, was ich in der Düsternis gespürt – oder nicht gespürt – hatte.

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